Geldwäsche

Neuer Twitch-Skandal: Hacker waschen Millionen – Streamer halfen ihnen

  • Josh Großmann
    VonJosh Großmann
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Auf Twitch haben sich Hacker die Hilfe von Streamern geholt, um Geldwäsche im großen Stil zu betreiben. So verdiente sie in zwei Jahren Millionen.

Türkei – Nach dem großen Twitch-Leak, der die Einkommen der Streamer:innen preisgegeben hat, fällt der Blick immer wieder auf die Daten von Twitch, die nun im Umlauf sind. Nun hat ein Bericht ergeben, dass Hacker:innen mithilfe von türkischen Streamer:innen knapp 10 Millionen US-Dollar (8,67 Millionen Euro) waschen konnten. Dafür nutzten sie die Cheering-Funktion mit Bits, über die Fans den Streamer:innen Geld spenden können.

GründungsdatumJuni 2011
Täglich aktive Nutzerüber 15 Millionen
aktive Streamsüber 2 Millionen
Beliebtestes Spiel weltweitLeague of Legends
Streamer mit dem meisten FollowernNinja (über 16 Millionen)

Twitch: Geldwäsche im großen Stil – So konnten Hacker 10 Millionen US-Dollar waschen

Was ist passiert? Nach dem großen Twitch-Leak, bei dem die Einkommen vieler Streamer:innen offengelegt wurden, folgt nun ein weiterer Skandal. Ein Bericht von MEE und Gamegar hat ergeben, dass Hacker:innen mit gestohlenen Kreditkarten-Informationen auf Twitch Geldwäsche betrieben haben. Es fiel auf, dass viele kleinere Streamer:innen mit „nur 40 bis 50 Zuschauer:innen“ große Mengen an Bits gespendet wurden. So kamen Summen von bis zu 1800 US-Dollar pro Tag zusammen. 

Wie haben sie das gemacht? Die Hacker:innen haben sich in den letzten zwei Jahren mit über 2400 Streamer:innen in Verbindung gesetzt, um ihre Geldwäsche durchzuführen. Sie machten mit ihnen aus, dass die Streamer:innen 20% einer Spende behalten dürften, wenn sie die restlichen 80 % an ein Bankkonto der Hacker:innen überweisen würden. So kamen seit 2019 insgesamt 9,8 Millionen US-Dollar zusammen.

Geldwäsche auf Twitch: Hacker machen 10 Millionen US-Dollar mit Donations

Wie funktionieren Bits? Auf Twitch kann man Bits kaufen, um sie an Streamer:innen zu spenden. So können Top-Streamer:innen ein extrem hohes Einkommen generieren. Derzeit kosten 100 Bits 1,47€. Twitch belohnt Streamer:innen mit einem Cent pro gespendetem Bit. Das bedeutet, dass man für eine Summe von 1800 US-Dollar (1558,37€) Bits im Wert von knapp 2000€ erwerben muss. 

Geldwäsche auf Twitch: So konnten die Hacker:innen entlarvt werden

So kam es ans Tageslicht: Im privaten Bereich wurde es schon länger vermutet, da Twitter-Accounts wie TemizBirTwitch Unregelmäßigkeiten im Spendenverhalten von türkischen Streamer:innen nachverfolgen. Jedoch gelangte die Geldwäsche erst an die Öffentlichkeit, als der Streamer Grimnax einen Chat-Verlauf von Discord teilte. Darin boten ihm die Hacker:innen die 20%, die sie in der Vergangenheit auch anderen Streamer:innen angeboten hatten. 

Ironischerweise reagierte Grimnax darauf etwas gekränkt, da ihm „nur 20 %“ geboten wurden. „Ich bin kein guter Streamer, ich schätze, sie lassen mir nur 20 %“ schrieb er mit einem traurigen Emoji auf Twitter. Grimnax gehört zu den 15 meist geschauten türkischsprachigen Streamer:innen auf Twitch.

Twitch: Hacker:innen betreiben Geldwäsche – Amazon verteilt Strafen

Was hat Twitch dagegen unternommen? Amazon, die Muttergesellschaft von Twitch, teilte MME mit, dass sie gegen mehr als 150 türkische Twitch-Partner:innen vorgegangen seien, die in die Geldwäsche verwickelt waren. Twitch müsse sich regelmäßig mit finanziellem Betrug auf der Plattform auseinandersetzen und sperrt Betrüger:innen regelmäßig. Darüber hinaus teilte Twitch mit, dass sie sich dafür einsetzen, dass die Betroffenen ihr Geld wiederbekommen. 

„Ich habe heute ausgesagt und die Daten, die ich zum Betrug habe, mit der Polizeibehörde für Cyber-Kriminalität geteilt.“

Elraenn auf Twitch

Auch Streamer engagieren sich: Auch der meistgefolgte türkische Streamer Elraenn hat sich dafür eingesetzt, solche Vorfälle in Zukunft verhindern. Da die Polizei langsam arbeite, sei es nun an der Zeit, dass der Streamer sich engagiert. Er traf sich mit Politiker:innen und Expert:innen für Cyber-Kriminalität, um die türkische Behörde für Wirtschaftskriminalität (Masak) zu weiteren Untersuchungen zu bewegen. 

Rubriklistenbild: © Twitch/Pexels (Montage)

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