Großes Problem auf Twitch

Twitch: Große Streamer streiten sich wegen Glücksspiel

  • Michael Warczynski
    VonMichael Warczynski
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Streamer können mit ihren Glücksspiel-Sponsorings sehr viel Geld verdienen. Doch gleichzeitig verantworten sie, dass Zuschauer potenziell eine Sucht entwickeln.

San Francisco, USA – Seit vielen Jahren gibt es auf Twitch Glücksspielstreams. Streamer stecken viel Geld in Spielautomaten und Poker. Häufig werden diese von Casino-Websites unterstützt und große Geldbeträge werden durch Sponsorings zur Verfügung gestellt. Immer mehr große Streamer springen auf den Glücksspiel-Hype auf, was nun für große Kritik innerhalb der Twitch-Szene sorgt. Obwohl die Streams eigentlich erlaubt sind, können diese sehr problematisch sein – vor allem für junge Zuschauer.

Name der PlattformTwitch
MuttergesellschaftAmazon
Gründung6. Juni 2011
Sprachen28
Web-Adressehttps://www.twitch.tv/
Nutzer pro Tagca. 17,5 Millionen (Stand Oktober 2020)

Twitch: Glücksspiel-Streams werden immer beliebter – große Streamer kassieren dadurch mächtig ab

Im Laufe der letzten Monate ist Glücksspiel auf Twitch zu einem beliebten Zeitvertreib geworden. Das ist überhaupt möglich, da legales Glücksspiel auf Twitch erlaubt ist. Lediglich ungekennzeichnete Werbung für Casinos oder das Spielen auf nicht lizenzierten Websites ist untersagt. Viele Streamer werden für das Spielen auf einigen Casino-Seiten sogar bezahlt und erhalten manchmal sogar Spielguthaben für ihre Livestreams. Da viele Zuschauer nicht darüber informiert werden, dass Streamer Geld zum Spielen erhalten, kann das oft zu einem verzerrten Bild der Wirklichkeit führen.

Große Einsätze auf Casino-Seiten sorgen im Livestream unter der Community häufig für eine größere Spannung. Viele der Zuschauer wissen nicht, dass die Inhalte meistens gesponsort sind und die hohen Beträge von den Gambling-Seiten selbst zur Verfügung gestellt worden sind. Erst vor kurzem gab der beliebte Streamer Mizkif zu, dass ein Glücksspiel-Unternehmen ihm mehr als 35.000 US-Dollar pro Stunde angeboten haben soll, um das Spielen auf der eigenen Website zu streamen. Auch der derzeit größte Twitch-Star xQc enthüllte kürzlich, dass er durch seine Casino-Livestreams fast 3.000.000 US-Dollar eingenommen hat.

Twitch: Große Streamer streiten sich wegen Glücksspiel

Twitch: Kritik an Glücksspiel-Streams nimmt zu – Streamer xQc gibt Sucht zu und möchte aufhören

Wegen der enormen Geldströme vieler Streamer in deren Livestreams auf Casino-Websiten, gibt es nun von allen Seiten Kritik. Denn bekanntermaßen kann Glücksspiel süchtig machen. Doch trotzdem stellen viele Twitch-Stars das Spielen wie eine lustige Freizeitbeschäftigung dar. Die Sponsorings der Casinos bedeuten im gleichen Atemzug auch, dass andere Menschen zum Glücksspiel ermutigt werden. World of Warcraft-Gamer Asmongold stellte deshalb kürzlich über Twitter klar: „Twitch muss Glücksspiel-Streams ganz verbieten“.

Nicht jeder außerhalb des Spielautomaten-Meta stellt sich jedoch gegen diese Art der Unterhaltung. So auch zum Beispiel Ludwig Ahgren, der Anfang des Jahres 30 Tage hintereinander gestreamt hat. Der Streamer glaubt, dass Casino-Content erst zu einem Problem werden, wenn Zuschauern das Gefühl vermittelt wird, „dass die Person ihr eigenes Geld zum Spielen verwendet, aber stattdessen mit Guthaben des Casinos spielt, das er erhalten hat“. Streamer Niknam hingegen hat seine Glücksspiel-Streams als "authentisch und transparent" verteidigt. Er fügte an, dass Streamer die "gefälschtes Guthaben" verwenden, das Risiko nicht eingehen wollen, ihr eigenes Geld zu verlieren.

Der derzeit größte Streamer der Plattform, xQc, scheint trotz seiner Vielzahl an Casino-Streams zu glauben, dass er eine große Sucht entwickelt hat. Anfang Juni gab er öffentlich bekannt: „Ich werde sehr, sehr, sehr leicht süchtig. Ich habe gemerkt, dass mein Gehirn verrückt spielt. Also muss ich aufhören.“ Dennoch fand nur eine Woche später erneut ein Slot-Stream auf seinem Twitch-Account statt. Doch nun soll wirklich Schluss sein, so sieht sich der Streamer nun zum Aufhören verpflichtet: „Ich möchte für immer aufhören“, heißt es.

Rubriklistenbild: © dpa / Ole Spata / Instagram: xqcow1 (Montage)

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