Der Video-Riese

YouTube: Von Streamern bis Gaming – alles Wissenswerte zur Videoplattform von Google

  • Peer Schmidt
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Seit der Gründung von YouTube im Jahr 2005 hat das Videonetzwerk sich rasant entwickelt. Heute ist es die führende Plattform für das Hochladen und Betrachten von Videos aller Art.

Mountain View, Kalifornien – Mit mehr als zwei Milliarden Zugriffen im Monat ist YouTube eins der größten Social Networks. Seit 2006 gehört es zum Google-Konzern.

YouTube: Gründung und Geschichte

Die Gründer von YouTube sind drei ehemalige Mitarbeiter des Bezahldienstes PayPal: Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim riefen die Videoplattform im Februar 2005 ins Leben. Das Motto der ersten Stunde lautete: „Broadcast yourself“, sprich, sende dich selbst. Die User sollten auf eigenen Kanälen ihr Programm selbst gestalten. Das Erste in der Geschichte von YouTube gepostete Video trug den Titel „Me at the Zoo“ und wurde von Jawed Karim hochgeladen. Es zeigt den Gründer bei einem Besuch im Zoo von San Diego, Kalifornien.

Zwei der drei YouTube Gründer Chad Hurley (links) und Steve Chan (rechts)

Das Social Network verzeichnete ein schnelles Wachstum. Im Jahr 2006 schauten die Nutzer rund 100 Millionen Videos an und luden täglich etwa 65.000 Inhalte hoch. Im selben Jahr begann die Verbindung zu Google: Die stark steigenden Nutzerzahlen waren Grund genug für den Suchmaschinenbetreiber, aufmerksam zu werden. Ein Jahr nach der Gründung übernahm Google YouTube für einen Gegenwert von 1,3 Milliarden Euro in Aktien. Sowohl der Name als auch die Mitarbeiter blieben von der Übernahme unberührt.

Im Laufe der folgenden Jahre implementierte YouTube zahlreiche zusätzliche Funktionen, darunter die QuickList, mit der sich eine Warteschlange für Videos einrichten lässt. Die Vermarktung von YouTubern nahm 2007 ihren Anfang: Der YouTube Secret Talents Award zeichnete nach dem Vorbild von TV-Castingshows die besten Teilnehmer aus. Unter anderem lobte man als Preis einen eigenen, professionell aufgezogenen YouTube-Kanal aus. Im Jahr 2011 wurde der Award letztmalig vergeben.

YouTube: Entwicklung der Funktionalitäten im Überblick

In der Geschichte des Social Networks wurden immer wieder Funktionen hinzugefügt und ersetzt. Die wichtigsten Features und ihre Entwicklung im Überblick:

  • AutoShare: Erstmals verfügbar war das automatische Teilen von Videos in anderen sozialen Netzwerken wie Facebook im Jahr 2009. 2019 wurde die Funktion entfernt.
  • Untertitel: Ebenfalls 2009 führte YouTube über eine automatisierte Spracherkennung zunächst englische Untertitel ein. Ende des Jahres 2012 wurden diese auf sechs europäische Sprachen erweitert. Das Feature ist bis heute (Stand Herbst 2021) verfügbar.
  • Bewertungen: Die Sterne-Bewertung von eins bis fünf führte die Videoplattform im Frühjahr 2010 ein.
  • Vorschaubilder: Indem man im Browser mit der Maus über die Zeitleiste eines Videos fährt, wird die jeweilige Stelle als Vorschaubild angezeigt. Das Angebot gibt es seit März 2012.
  • Filme: YouTube Movies ist ein separater Bereich auf der Plattform, in dem Kinoproduktionen und professionelle Dokumentarfilme verfügbar sind. Er wurde im Sommer 2012 eingeführt.
  • Gaming: Ende 2015 reagierte YouTube auf den Gaming-Trend und führte einen eigenen Bereich ein, in dem Streamer ihre Inhalte hochladen und Nutzer diese einfacher finden können.
  • Bild-in-Bild-Modus: In dem Modus bleibt das Video als Miniatur auf der Seite, während der Nutzer etwa Kommentare liest.

Nicht erlaubt ist der Download der Videos: Laut den Nutzungsbedingungen von YouTube ist dies illegal.

YouTube: Der Weg zu einer der größten Videoplattformen der Welt

Bereits drei Jahre nach dem ersten Video-Posting auf YouTube verzeichnete die Plattform in den USA einen Marktanteil von rund 73 Prozent. Die weitere Entwicklung zeigt der Überblick.

  • Mai 2010: Überschreiten der Zwei-Milliarden-Views-Grenze
  • März 2013: eine Milliarde aktive Nutzer
  • Mai 2013: Upload von mehr als 100 Stunden Videomaterial pro Minute
  • 2015: Anstieg der auf YouTube verbrachten Zeit in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen um 74 Prozent
  • 2016: YouTube-Bewertung durch die Bank of America mit einem Unternehmenswert von mehr als 70 Milliarden Dollar
  • 2018: Einführung von YouTube Premium
  • Juli 2020: Überschreitung der Zwei-Milliarden-Grenze an aktiven Nutzern
  • 2021: Zweithäufig genutztes Social Network der Welt (nach Facebook)

YouTube Premium erlaubt den Zugang via App und Browser ohne Werbeanzeigen. Der Dienst ist kostenpflichtig. Abonnenten erhalten darüber hinaus Zugang zu weiteren Angeboten: der Streaming-App YouTube Music sowie YouTube Originals. Per Stream werden dort Originalserien, -filme und Live-Veranstaltungen gezeigt.

YouTube: Die Funktionen der App und Web-Plattform

YouTube hat sich im Laufe seiner Geschichte von einer Plattform für eigene Videos zu einem Dienst für Streaming, Games, Musik, Filme und Serien entwickelt. YouTuber zu werden, birgt zudem das Potenzial, Geld zu verdienen und den Bekanntheitsgrad signifikant zu steigern. Voraussetzung dafür ist die Einrichtung eines eigenen YouTube-Kanals. Dann stehen den Nutzern folgende Funktionen zur Verfügung:

  • Videos hochladen und bearbeiten
  • Kurzvideos erstellen, die sogenannten YouTube Shorts: Clips mit einer Minute Dauer
  • Streamings erstellen (nur für Accounts mit mehr als 1.000 Abonnenten verfügbar)
  • Kanal fürs Gaming erstellen

YouTube Gaming ist ein Angebot für Computer- und Konsolenspieler. Sie haben damit die Möglichkeit, ihre Spiele live an ihre Zuschauer zu übertragen. Das Angebot umfasst eine Chat-Funktion, um sich mit den Abonnenten und Fans direkt austauschen zu können. Das Streaming von Games ist sowohl mit der App als auch über den Browser möglich.

YouTube: Bekannte YouTuber und die am häufigsten abonnierten Kanäle

Um mit YouTube Geld zu verdienen, sind hohe Abonnentenzahlen notwendig. Einige YouTuber verzeichnen mehr als 150 Millionen Abonnenten und Zugriffszahlen, die die 160-Milliarden-Grenze weit überschreiten. Dies sind die meist abonnierten YouTube-Kanäle der Welt (Stand September 2021):

Nursery RhymesDer US-amerikanische Kinderkanal überzeugte 117 Millionen Abonnenten.
SET IndiaDer zu Sony gehörende Entertainment-Kanal verzeichnet 113 Millionen Abonnenten.
PewDiePieInsbesondere Gaming-Inhalte streamt der schwedische Betreiber und zieht damit 110 Millionen User an.
Kids Diana Show82,7 Millionen Abonnenten klicken den Kinderkanal an.
WWE (World Wrestling Entertainment)Der populäre Sportkanal steht mit 81 Millionen Abonnenten auf Platz sechs des Rankings.
Zee Music CompanyDer indische Musikkanal zählt 76,4 Millionen regelmäßige Nutzer.
Like NastyaDen russischen Videoblog haben 76,3 Millionen User abonniert.
5-Minute CraftsIn dem Do-it-yourself-Channel zeigen US-Amerikaner ihre Projekte. Das interessiert 73,3 Millionen Menschen.
Vlad and NikiSeit 2018 zeigen zwei Brüder Spiele und Aktivitäten auf ihrem eigenen Channel. Er hat 71,3 Millionen Abonnenten.

Der in Deutschland am häufigsten abonnierte YouTube-Kanal ist HaerteTest, ein englischsprachiger Channel, in dem die Betreiber technische Geräte, aber auch Lebensmittel und weitere Produkte vor der Kamera zerstören. Der von deutschen Betreibern betriebene Kanal verzeichnet insgesamt 19,6 Millionen Abonnenten. Das bis Herbst 2021 am meisten angeklickte Video wurde rund 460 Millionen Mal aufgerufen.

YouTube: Geld verdienen mit der Videoplattform

Um ein bekannter YouTuber zu werden, bietet die Plattform zahlreiche Vermarktungsmöglichkeiten für die eigenen Videos und Streaming-Inhalte an. So können die Betreiber eines eigenen Kanals ihre Uploads planen und die Abonnenten über neue Inhalte auf dem Laufenden halten. Mit verschiedenen internen Werbemöglichkeiten lässt sich der eigene Channel darüber hinaus einem breiten Publikum vorstellen. Dazu gehören folgende Optionen:

  • individuelles Kanal-Logo
  • aussagekräftige Kanal-Beschreibungen
  • Kanal-Trailer: Kurzvideos, die den Channel erläutern
  • Banner: großformatige Bilder für die Präsentation auf dem Channel

Je mehr Abonnenten der Kanal hat, desto besser stehen die Chancen, mit YouTube Geld zu verdienen. So können Nutzer im Rahmen des YouTube-Partnerprogramms mit ihren Inhalten über Werbung Einnahmen generieren. Das Programm ist für Nutzer mit mehr als 1.000 Abonnenten verfügbar. Darüber hinaus müssen sie als 4.000 Stunden Wiedergabezeit in den vergangenen zwölf Monaten erreicht haben.

Auch über YouTube Premium lässt sich Geld verdienen: Nutzer des Partnerprogramms erhalten einen Teil der Abo-Einnahmen, basierend auf der Anzahl der Klicks. Auszahlungen werden ab einer Einnahmegrenze von 100 US-Dollar vorgenommen.

Rubriklistenbild: © YouTube

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