Meinung

Switch OLED: Danke für nichts, Nintendo

  • Adrienne Murawski
    VonAdrienne Murawski
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Die Gerüchte haben sich bewahrheitet. Nintendo bringt eine neue Konsole auf den Markt. Das Gelbe vom Ei ist sie für unsere Redakteurin jedoch nicht.

Hamburg – Es ist offiziell. Nintendo bringt tatsächlich eine neue Konsole auf den Markt. Eine verbesserte Version der Nintendo Switch, entgegen aller vorherigen Leaks und Gerüchte jedoch keine Nintendo Switch Pro aka Super Switch. Stattdessen wird die neue Konsole plump Nintendo Switch (OLED Modell) genannt. Besser ist es, denn den Namen Super Switch oder Switch Pro hätte die Konsole wahrlich nicht verdient. Ein Kommentar.

Name der KonsoleNintendo Switch (OLED Modell)
HerstellerNintendo
TypHybride Spielkonsole
Generation09. Konsolengeneration
SpeichermediumSpielmodul, Flash-Speicher, microSDXC-Karte
Release8. Oktober 2021

Switch OLED: Shadowdrop auf Twitter statt großer Ankündigung

2017 hat Nintendo eine ihrer erfolgreichsten Konsolen releast: die Nintendo Switch. Seitdem halten sich die Gerüchte hartnäckig um ein kommendes und verbessertes Konsolenmodell, genannt Switch Pro – in Anlehnung an die PS4 Pro. Natürlich war schon zuvor klar, dass die Konsole vermutlich nicht so heißen wird, schließlich hatte Nintendo bisher immer andere Namenszusätze für ihre verbesserten Konsolenmodelle. Da gab es den DSi zum Nintendo DS oder die Wii U, die auf die Nintendo Wii folgte. Die Gerüchte zum neuen Switch-Modell waren jedoch nicht nur heiße Luft, wie sich nun herausstellte.

Das ist die neue Nintendo Switch (OLED-Modell).

Denn tatsächlich kündigte Nintendo die neue Konsole am 6. Juli 2021 auf Twitter an. Auf Twitter. Als Shadowdrop. Ohne jegliche Vorwarnung oder Teaser. Like really? Nintendo hätte die Switch OLED auch auf der Nintendo Direct auf der E3 2021 ankündigen können. Aber da gab es für das Unternehmen aus Kyoto wahrscheinlich wieder zu viele Leaks und Gerüchte im Vorfeld. Wir wissen ja, wie allergisch Nintendo auf solche Sachen reagiert und kurzerhand ganze geplante Netflix-Shows abbläst.

Switch OLED: Endlich die gewünschten Verbesserungen?

Kommen wir aber mal zur eigentlichen Konsole. Was genau kann die denn jetzt besser, Nintendo? Nun, wie sich herausstellt: fast nichts. Statt eines 6,2 Zoll großen LCD-Bildschirms ist die Switch OLED mit einem 7 Zoll OLED-Display ausgestattet. Dazu bekommt sie endlich einen LAN-Anschluss im Dock, eine verbesserte Soundausgabe im Handheld, 64 GB internen Speicher und einen breiteren Aufsteller für den Tabletop-Modus. Das war es dann aber leider auch schon. Es gibt keinerlei Hardware-Verbesserungen. Zuvor waren sowohl ein neuer DLSS-Chip als auch 4K-Support im TV-Modus geleakt worden, davon hat Nintendo bei der Vorstellung der Switch OLED aber nichts erwähnt.

Auch viele andere Verbesserungswünsche der Fans wurden bei der Switch OLED nicht berücksichtigt. So gibt es keine neuen Joy-Cons, sodass das bekannte Drift-Problem wohl erstmal bestehen bleibt. Auch Bluetooth-Kopfhörer sind weiterhin nicht mit der Konsole nutzbar. Der Video-Output und die Akkuleistung wurden ebenfalls nicht verbessert. Im TV-Modus kann die Switch OLED weiterhin 1080p ausgeben, im Handheld bleibt es bei 720p. Die Akkulaufzeit wird nach wie vor mit 4,5 bis 9 Stunden angegeben. Die größte Neuerung ist dementsprechend das etwas größere OLED-Display, das Farben schöner und intensiver zeigen kann als der LCD.

Switch OLED: Danke für nichts

Dafür, dass Nintendo im Großen und Ganzen nur ein besseres Display in das verbesserte Switch-Modell eingebaut hat, verlangt der Konzern aus Kyoto jedoch eine ganze Stange Geld für die neue Version. In den USA wird die Standard-Switch mit einer Preisempfehlung von 299,99 USD angegeben, die Switch OLED soll 349,99 USD kosten. Umgerechnet wären das im aktuellen Kurs (Stand 08. Juli 2021) knapp 254 € bzw. 297 €. In Deutschland verlangt Nintendo für die Switch von 2017 aber nach wie vor 330 Euro und für die Switch OLED will der Konzern nun sogar 400 Tacken haben.

Switch OLED: Danke für nichts, Nintendo

Und bei dieser Preisvorstellung hört für mich der Spaß auf. 70 Euro mehr für ein verbessertes Display und einige kleine Gimmicks, die das Spielerlebnis aber nicht bedeutend verbessern? Für 399 € würde ich auch eine PS5 Digital Edition kaufen können, wenn es denn welche auf dem Markt zu kaufen gäbe. Bei der PS5 bekomme ich für das gleiche Geld aber wesentlich bessere und aktuellere Hardware als bei der Switch OLED. Da bleibt mir dann auch nichts anderes zu sagen als: Danke für nichts, Nintendo.

Rubriklistenbild: © Nintendo/IMAGO/AFLO (Montage)

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