Test: Assassins Creed 4 - Black Flag (Playstation 4, PC)

  • VonYannick Dohrmann
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Zeit für euch Landratten ein bisschen Seeluft zu schnuppern! Haben die genialen Seeschlachten in Assassins Creed 3 maximal eine kleine Nebenrolle gespielt, so besinnt sich Ubisoft mit "Assassins Creed 4 - Black Flag" darauf diese Stärke des Vorgängers auszubauen. Passend zum Setting des Piratenzeitalters im frühen 18. Jahrhundert werdet ihr nun über 40% des Spiels an Deck eures stolzen Schiffs mit Namen Jackdaw verbringen. Also stecht mit uns in See und wir verraten euch in unserem Test zur Playstation 4 Version, warum uns hier der vielleicht beste Teil der Reihe erwartet.

Wie geht es weiter?

Zugegeben, "Assassins Creed 3" konnte mich damals nicht vom Hocker hauen. Die grafischen Änderungen der neuen Engine waren zwar ansehnlich, aber mit dem Setting im amerikanischen Bürgerkrieg bin ich nie ganz warm geworden. Von der größten Neuerung, den Schiffsfahrten wurde viel zu wenig Gebrauch gemacht und allgemein dauerte es viel zu lange bis die Geschichte rund um Connor und seinen Vater Haytham Kenway in Fahrt kam. Fehler die "Assassins Creed 4 - Black Flag" zum Glück nicht erneut begeht.

Ihr startet direkt in der Haut des Piraten Edward Kenway. Der Name ist kein Zufall, schließlich ist dieser der Vater des uns bekannten Haytham Kenway. Euer Schiff jedenfalls wird während eines Sturms auf offener See angegriffen, offenbar unter der Führung eines Assassinen, dem ihr dann auch schnell gegenübersteht. Mehr oder weniger glücklich kentert jedoch euer Schiff bevor es zur Konfrontation kommt und ihr strandet nebst dem Assassinen, von denen unser Edward keinerlei Kenntnisse zu haben scheint, auf einer verlassenen Insel. Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen kommt es sehr bald dazu, dass ihr den mysteriösen Mann in der Kutte erledigt und seinen Platz einnehmt. Denn ein Brief verrät, dass es einen Mann in Havanna gibt, der mit einer deftigen Belohnung auf eben diesen Assassinen zu warten scheint. Im Austausch für ein Glasgefäß, dass der Fremde bei sich führte.

Die Art und Weise wie Edward zum Assassinen wird unterscheidet sich somit drastisch von all seinen Vorgängern, da es ihm rein um den schnellen Profit geht und er sich weigert das Kredo der Assassinen zu akzeptieren. Schnell geratet ihr so zwischen die Fronten, denn der tote Assassine war offensichtlich ein Verräter und im Begriff mit den Templern zu verhandeln. Diese sind, ebenso wie die Assassinen, auf der Suche nach dem Observatorium, einer mächtigen Waffe mit Hilfe derer sich jede Person ausspionieren lässt, egal wo auf der Welt sie sich gerade befindet.

Die Vergangenheit mag ja schön und gut sein, aber wie steht es eigentlich um die Gegenwart? Nun, diesmal steuert ihr in diesen Passagen nicht Desmond, sondern euch selbst in der Egoperspektive. Ihr seid gerade frisch angestellt bei Abstergo Entertainment, einer französischen Firma für Videospiele die ihren Sitz in Kanada hat und in Kooperation mit Ubisoft Spiele für den Animus entwickelt. Schmunzelt ihr anfangs noch über diese Idee merkt man schnell, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zu geht. Die Passagen in der Gegenwart sind leider allesamt recht kurz geraten und werfen eher Fragen auf anstatt sie zu beantworten, machen aber dennoch Lust auf mehr. Auch wenn wir wohl auf Assassins Creed 5 warten werden müssen um mehr Antworten zu erhalten.

Spaß als Freibeuter

Ich habe es vorhin schon gesagt und ich wiederhole mich in diesem Falle gerne: Ich hatte großen Spaß beim Entern der feindlichen Schiffe. Die Schiffsschlachten die ich am Vorgänger so sehr mochte, fühlen sich endlich vollständig an und passen natürlich zum Setting wie die Faust aufs Auge. Wer jedoch im späteren Verlauf von "Assassins Creed 4 - Black Flag" siegreich gegen wahre Massen an feindlichen, schwer bewaffneten Schiffen sein will, tut gut daran viel Geld in die Jackdaw zu investieren. Nur mit ein paar Gehörigen Upgrades bleibt ihr auch auf lange Zeit der Schrecken der sieben Weltmeere.

Die Missionen auf offener See sind dabei erfrischend abwechslungsreich. Ob eine spannende Schlacht gegen ein stationäres Fort des Feindes an Land, eine Verfolgungsjagd eines feindlichen Schiffes bei der ihr zwischenzeitlich Wachposten an Land von eurem Kutter ablenken müsst, oder schwer zu steuernde Manöver durch einen Sturm: Nur waschechte Seebären werden hier überstehen. Und eins versprechen wir euch: Selten hatten wir solch einen Respekt vor den Wellen in einem Spiel. Besonders die großen Monsterwellen, die ihr dringend frontal anpeilen solltet, haben uns ins Staunen versetzt und die ein oder andere Schlacht noch komplizierter gemacht als sie ohnehin schon war.

Das Gameplay an Land bleibt sich und seinen Vorgängern treu. Ihr meuchelt euch durch die Weltgeschichte, belauscht Dialoge ohne entdeckt zu werden und greift auf ein breites Repertoire an Hilfsmitteln zurück um eure Aufgaben wie ein wahrer Assassine erfüllen zu können. Hier wurde leider maximal Feintuning betrieben, denn wirkliche Neuerungen gibt es nicht. Wobei wir hier auf hohem Niveau meckern, denn am Gameplay von Assassins Creed gab es selten etwas auszusetzen. Wozu also dieses System über den Haufen werfen? Einziges wirkliches Manko: Einige Aufgaben wiederholen sich schlicht zu oft. Der Ablauf "Verfolgen, belauschen und im Anschluss töten" ist leider immer der Gleiche. Hier hätten wir uns ein bisschen mehr Kreativität und Abwechslung von "Assassins Creed 4 - Black Flag" gewünscht.

Nächste Generation

Bekanntermaßen durften wir vor Ort bei Ubisoft die Playstation 4 Version des Spiels durchspielen. Die Unterschiede zwischen Current Gen und Next Gen sind dabei natürlich rein grafischer Natur. Vornweg: Auch auf Xbox 360 und PS3 sieht das Spiel gut aus, auch wenn der Sprung vom direkten Vorgänger eher gering sein dürfte. Vor allem die bunteren Farben, die den weißen Stränden und grünen Blättern der Karibik geschuldet sind, sehen sehr gut aus und erzeugen in Kombination mit der Musik eine Atmosphäre bei der man zwangsweise Lust bekommt einen der „Fluch der Karibik“ Filme anzuschauen.

Wo liegt also der Unterschied zur PS4 und lohnt es sich lieber auf die Next Gen Fassung zu warten? Wovon die Playstation 4 klar profitiert ist ihre höhere Auflösung. Die nativen 1080p lassen einige Texturen besser wirken, auch wenn diese sonst zum Großteil fast identisch zur Current Gen sind. Größter Pluspunkt sind jedoch Wetter- und Lichteffekte. Der Regen, welcher auf der Xbox 360 kaum auffällt, nimmt euch auf der PS4 teilweise einen Großteil der Sicht. Jeder Regentropfen ist hier gut erkennbar und auch die Umgebung bzw. Kleidung der Charaktere gibt einen realistischen Wetlook ab. Zudem gibt es noch einige Kleinigkeiten wie einschlagende Blitze und weichere Lichter die, die PS4 Version noch einen Sprung atmosphärischer wirken lassen.

Meucheln im Multiplayer Auch den Mehrspieler Part von "Assassins Creed 4 - Black Flag" möchten wir an dieser Stelle kurz erwähnt wissen. Viel zu sagen gibt es hier jedoch nicht, da die Veränderungen hier leider weniger innovativ ausfallen. Schiffsschlachten waren wohl leider noch zu komplex um sie bereits fürs Onlinegefecht zu machen und so müssen wir uns wieder damit begnügen uns mit einigen sehr hübsch gestalteten Charakteren gegenseitig auf verschiedenen Karten an den Kragen zu gehen. Dennoch lassen sich nun noch viel komplexere Combos ausführen um mehr Punkte denn je für ein perfektes Attentat rauszuholen. Wer es etwas langsamer als die Kollegen von Call of Duty im Multiplayer mag, der wird auch in"Assassins Creed 4 - Black Flag" wieder viel Freude mit eben jenem Modus haben.

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