Test: Assassin's Creed - Liberation HD

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Remakes oder HD-Neuauflagen von Spielen erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Gamer bekommen so die Möglichkeit nicht gekaufte oder verpasste Handheld-Titel auf den stationären Daddelkisten nach zu holen. Jüngster Vertreter dieser High Definition-Remakes ist Assassin's Creed - Liberation HD. Kaum hat Entwickler und Publisher Ubisoft das vergangene Jahr mit Assassin's Creed - Black Flag beendet, startet das französische Unternehmen das neue Jahr mit einem weiteren Titel des Franchise, Assassin's Creed - Liberation HD.

Hierbei sollen die Spieler angesprochen werden, an denen der 2012 erschienene Titel entweder dran vorbei gegangen ist oder die gar nicht im Besitz einer PS Vita sind. Gute 1 1/2 Jahre nach der exklusiven Veröffentlichung auf Sonys To-Go-Konsole erscheint der Titel nun für PC und als Download-Version im PlayStation Network und Xbox Live. Wir haben uns in das aufgemöbelte Openworld-Abenteuer gestürzt und verraten euch, ob sich ein Kauf von Assassin's Creed - Liberation HD lohnt.

Des Meuchelmörders Gemahlin

Für den ursprünglichen Handheld-Ableger hat Ubisoft ganz besonders tief in die Trickkiste gegriffen und einen Protagonisten hervorgezaubert, welcher durchaus auch für Veteranen des Franchise interessant sein könnte. Hierbei handelt es sich nicht etwa um einen weiteren der schier endlosen Vorfahren von Barkeeper und Freizeit-Assassine Desmond Miles, sondern um Aveline de Grandpré. Völlig losgelöst von den Ereignissen der vorangegangenen Teile, steuert der Spieler in diesem ´Spin-Off´ also erstmals einen weiblichen Charakter. Die junge Frau wächst bei einer wohlhabenden Familie auf, genießt jeglichen Luxus und kommt dennoch nicht drum herum der Bruderschaft beizutreten und sich die Nächte als Assassinin um die Ohren zu schlagen.

Wie es sich für ein Mitglied der Bruderschaft gehört verfügt Aveline natürlich auch über die Fähigkeit Adlerauge, mit welchem Sie versteckte Hinweise, Fußabdrücke oder hilfreiche Gegenstände sehen kann. Was die Auseinandersetzung mit feindlichen Soldaten angeht, steht Avelin ihren Vorgängern Ezio, Altair oder Conner in nichts nach. Ganz im Gegenteil, mit Schwert, Pistole, Pfeilen oder der charakteristischen, verstecken Klinge kann die junge Frau auch problemlos gegen mehrere Gegner antreten.

Kleider machen Leute

Neben den primitiven Tötungswaffen, stehen der Assassinin mit afrikanischen Wurzeln auch die Waffen einer Frau zur Verfügung. Im Kleid einer edlen Hofdame kann Aveline wachhabende Soldaten betören, sie so dazu zu bringen ihr zu folgen und den Posten zu verlassen. Lotst man den von Amors Pfeilen getroffenden Soldaten dann in eine dunkle Ecke, genügt ein einzige Knopfdruck um den unwissenden mit einem harten Griff ins Land der Träume zu schicken. Allerdings sei die Frage erlaubt, wie es die zierliche, junge Frau schafft, schwerere und größere Gegner bewusstlos zu Schlagen oder sie gar mit gekonnten Schulterwürfen auf den Boden der Tatsachen zu befördern.

Ebenfalls sehr Ladylike hat Aveline die Möglichkeit in ´Umkleidekabinen´ ihre Kleidung zu wechseln, um so unterzutauchen und vor Verfolgern zu fliehen. Auch für Missionen in Assassin's Creed - Liberation HD werden die verschiedenen Kleidungsstücke benötigt, hierbei kann zwischen dem stylishen Assassinen-Gewand, einem edlen Kleid oder einem schlichten Sklaven-Outfit gewählt werden. Nach den vorangegangenen, männlichen Charakteren bietet Aveline eine erfrischende Abwechslung und liefert als weibliches Mitglied der Bruderschaft eine anständige Performance ab. Hin und wieder zeigt die junge Frau, besonders dem Thema Sklaverei gegenüber, einen interessanten und durchdachten Charakter, bleibt die meiste Zeit jedoch emotionslos.

 Das unentdeckte Land 2.0

Was wäre eine HD-Auflage ohne verbesserte Grafik? Richtig, nämlich gar nichts! So oder so ähnlich dürften auch die Jungs und Mädels bei Ubisoft gedacht haben und verpassten Assassin's Creed - Liberation HD ein komplett überarbeitetes Grafikgerüst. Gelohnt hat sich die neue Grundlage in jedem Fall, so erstreckt sich dem Spieler eine weitsichtige, detailliertere, lebendigere und farbenfrohere Spielwelt als zuvor. Der verbesserte Soundtrack lässt ordentlich Stimmung aufkommen und sorgt dafür, dass sich der Spieler in der tollen Atmosphäre verliert. Charakter haben markanter, detailliertere Gesichter mit Falten, Narben oder Poren. Von der Grundfassung auf Sonys Handheld-Konsole bleibt da nicht mehr viel über und die HD-Fassung muss sich grafisch nicht wirklich hinter Assassin's Creed 3 verstecken und gibt auch auf großen Heimkino-Bildschirmen eine gute Figur ab. Doch leider fallen auch im Jahr 2014 noch Spiele der allseits bekannten PlayStation 3-Krankheit zum Opfer, dem Kantenflimmern, welches in Assassin's Creed - Liberation HD unübersehbar ist. Kurze Ladezeiten, ein angepasstes Hauptmenü und eine zufrieden stellende Lokalisation verpassen dem Titel seinen letzten Schliff.

Wie ferngesteuert

Ebenfalls wurde Assassin's Creed - Liberation HD mit einer verbesserten Steuerung gesegnet, diese ermöglicht das unkomplizierte und Barriere freie Fortbewegen innerhalb der Spielwelt. Mit Leichtigkeit können Häuserwände bestiegen und Bäume erklommen werden Hier kommt es auch bei schnellen Bewegungen und Kamera-Drehungen kaum zu Rucklern. Das Kampfsystem wurde für die großen Konsolen und den PC perfekt übertragen. Auch gegen eine Vielzahl von Feinden lässt sich durch klassische Combos aus Kontern und Angriffen schnell die Überhand gewinnen. Die Möglichkeit mehrere Feinde anzuvisieren und anschließend ein Serienattentat auszuführen kann eine feindliche Auseinandersetzung problemlos in eine andere Richtung lenken. Dennoch liegt es sicher auch an der eher durchschnittlichen Gegner-KI, dass die meisten Kämpfe ohne große Probleme gemeistert werden können. Für erfahrenere Assassin's Creed Spieler könnte dies zu Langeweile führen. Die simple Steuerung und das einfache Kampfsystem sind besonders Einsteiger freundlich. So dürfte Assassin's Creed - Liberation HD auch so manchem den Weg ebnen, der bisher noch nichts mit dieser Spielereihe zu tun hatte.

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