Test: BitFenix Colossus

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BitFenix ist noch ganz frisch auf dem Hardwaremarkt und will nun seinen Einstieg mit dem Big-Tower Colossus finden.

Der Name Colossus ist inspiriert von dem Koloss von Rhodos, eines der sieben Weltwunder. Wie der Name schon sagt, stand die über 30 m hohe, monumentale Bronzestatue auf Rhodos und stellte den griechischen Sonnengott Helios dar. Ob der Tower wirklich so kolossal ist wie sein Name verspricht  und ob er uns ein "sonnenstrahlendes" Lächeln auf die Lippen zaubert, das seht ihr in diesem Test.

Zu allererst einmal die technischen Daten unserem "Großen":

Im Lieferumfang befindet sich ein Satz Schrauben, eine Einbauschiene und Slotblende für ein 2,5"-Laufwerk, ein Case-Lautsprecher, ein paar Kabelbinder und aufklebare Ösen zur Kabelverlegung, ein Adapter um die USB 3.0 Frontanschlüsse als USB 2.0 Anschlüsse zu verwenden und zwei BitFenix Lockdown, mit denen man schwere Grafikkarten während des Transportes sichern kann. Was allerdings fehlt ist eine Bedienungsanleitung - unschön!

Der mattschwarze Tower bringt mit seinen 16 kg ganz schön was auf die Waage und fällt beim Hochtragen "schwer" auf. Nach dem Auspacken ist erst einmal anfassen angesagt und da merkt man dann, was mit "SofTouch" gemeint ist. Die Oberfläche fühlt sich richtig schön weich an, fast wie eine Tafel Schokolade. Ansonsten bestimmen, neben der mattschwarzen Oberfläche, schwarzer Mesh an der Oberseite und die beleuchtbaren weißen Schlängellinien das Gesamtbild des Colossus. Beeindruckend ist zudem die schiere Größe dieses Colossus, die erst recht auffält, wenn man einen Midi-Tower daneben stellt.

Die Front besteht zunächst einmal aus der wuchtigen Tür, die mit dem BitFenix Logo und Linien verziert ist und so einen raumschiffartigen Look hat. Die Fronttür lässt sich nach links öffnen und dahinter verstecken sich dann die fünf Laufwerkseinschübe und der große 230 mm Lüfter, natürlich fein säuberlich hinter schwarzem Mesh, so wie es sich gehört. Die Tür lässt sich aber auch so umbauen, dass sie sich nach rechts öffnet. Oben, zwischen der Power- und HDD-Led befindet sich dann noch ein Schloss, dass mit den beiden mitgelieferten Schlüsseln den Zugang zu der Klappe an der Oberseite sichert. Falls man den Tower auf dem Tisch stehen hat,kann man die Kabel diverser Peripheriegeräte, die man in die Slots unter der Klappe steckt, auch schön in einem Führungssystem verstecken.

Unter dieser Klappe befinden sich Power- und Resetknopf, die Bedieneinheit zum Steuern der Beleuchtung, die Lüftersteuerung, zwei USB-2.0-, zwei USB-3.0-, zwei Klinkenanschlüsse und ein eSATA-Port. Die USB-3.0-Anschlüsse müssen dabei aber an den externen Anschlüssen des Mainboards angeschlossen werden. Werden die USB-3.0-Ports nicht gebracht, kann man sie mit dem mitgelieferten Adapter auch an einen USB-2.0-Anschluss auf dem Mainboard stecken, wodurch man praktisch vier USB-2.0-Ports unter der Haube hätte. Hinter der Klappe befindet sich dann noch ein großer Mesh unter dem der 230 mm Lüfter schlummert. Die Oberseite ist leider mit Nieten befestigt und lässt sich deswegen nicht so einfach abnehmen.

Die zwei Seitenwände sind ansich identisch, denn das Design beider zeichnet sich durch mattschwarze Oberfläche und beleuchtete Schlanglinien aus. Die Seiten sind hinten mit je zwei Thumbscrews gesichert und lassen sich nach dem Abschrauben etwas schwergängig abnehmen.

Die Rückseite präsentiert sich mit vier Schlauchöffnungen für eine Wasserkühlung, einem Lüftergitter hinter dem ein 140 mm Lüfter montiert werden kann, einer Öffnung für das I/O-Panel, acht Erweiterungskartenslots und unten befindet sich dann noch die Öffnung für das Netzteil.

Auf der Unterseite findet man vier stabile, gummierte Füße und zwei, mit Luftfiltern versehene, Öffnungen für das Netzteil und den optionalen 140 mm Lüfter. Der Luftfilter für die Netzteillüfteröffnung lässt sich hier ganz einfach aus einer Schiene herausziehen und dann reinigen. Der Luftfilter für den optionalen 140 mm Lüfter befindet sich im Inneren.

Das Innenraumdesignkonzept entspricht dem Außeren - Pure Black trift es wohl am Besten. Und von der Qualität stimmt hier alles, die Kanten sind auch alle gefalzt. Zudem hat das Gehäuse im Innenraum einige tolle Features zu bieten.

Da wär zum Einen mal die große Backplate-Öffnung im Mainboard Tray, die die Montage von großen Kühlern auch bei eingebauten Mainboard ermöglicht. Hinter dem Mainboard-Tray sind satte 2,6 cm Platz, also ausreichend Raum, um Kabel dahinter zu verstecken. Zudem sind überall Auf dem Mainboard-Tray können zudem ganze sieben verschiedene Mainboard-Typen montiert werden: ATX, Mikro ATX, Mini ATX, E-ATX, Flex-ATX, SSI CBB, SSI EEB. Die beiden Letzteren dürften für die wenigsten interessant sein, denn hierbei handelt es sich um Formfaktoren für Dual-Prozessor-Mainboards. Um den Mainboard-Platz herum sind sieben Löcher für Kabeldurchführungen, die zudem mit Gummikantenschutz versehen sind. Zudem gibt es sechzehn heraus gestanzte Bögen, die zusammen mit den Kabelbindern ebenfalls für Ordnung sorgen sollen.

Die Laufwerke und Festplatten werden beide mit Schnellverschlüssen befestigt. Während die für die Laufwerke noch stabil aussehen, so sehen die Festplattenschienen weniger vertrauenswürdig aus. Sie sind aus dünnem Plastik, dass sich hin und her biegt und schon beim Öffnen waren ein paar Schienen schon aus ihrer Halterung gefallen. Nett ist allerdings, dass sich auf den Schienen 3,5" sowie 2,5" Festplatten befestigen lassen, für SSD's ist dieses Gehäuse somit gerüstet.

Die Erweiterungskarten werden auch mit Schnellverschlüssen befestigt und diese fallen sehr stabil aus. Die Hebel bestehen aus dickem Plastik und bewegen einen Plastikbolzen vor und zurück. Dieser sicher dann mit Druck die Erweiterungskarten oder auch die Mesh-PCI-Blenden. Über den PCI-Slots ist dann noch ein Platz zum Befestigen eines optionalen 140 mm Lüfters.

Bereits fein säuberlich und versteckt verlegt, luken die Kabel für die Frontanschlüsse in den Innenraum, so spart man sich die Zeit für das lästige Selberverlegen. Dazu gehören die Power- und HDD-Led, die Power- und Reset-Schalter, die AC'97- und HD-Audio-Anschlüsse und der USB2-, die zwei USB3- und der eSata-Stecker.

Im Boden befinden sich wie schon gesagt die Öffnungen für den Netzteilüfter und den optionalen 140 mm Lüfter. Für den Filterwechsel des optionalen Lüfters müssen die Schrauben am Boden gelöst werden. Der Luftfilter für das Netzteil lässt sich, wie auf der vorherigen Seite schon gesagt, einfach von unten herausziehen. Nett ist, dass das montierte Netzteil gleich vom Boden entkoppelt ist, dank der vier rund 1,2 cm hohen Gumminippel.

Auch ein Blick in den Laufwerksschacht lohnt sich, denn dann erkennt man, dass die Mesh-Blenden hinten mit Schaumstoff bedeckt sind, so wird nicht unnötig Staub herein gesogen.

Nimmt man die rechte Seitenwand ab, so fällt der Blick, auf die unzähligen bereits verlegten Kabel. Es gibt einmal den USB 3.0 Power 4-Pin-Stecker, fünf Lüfteranschlüsse für die Lüftersteuerung und Strom- und Anschlusskabel für die Beleuchtung. Zudem sieht man hier die andere Seite der Schnellverschlüsse für die Laufwerke, das heißt man muss für die Installation der Laufwerke die rechte Seitenwand abnehmen, was ja ansich kein Problem ist.

Fangen wir mit der Montage des Laufwerks an, dies gestaltet sich dank der Schnellverschlüsse sehr einfach. Einfach vor die Front abnehmen, Laufwerk herein schieben und dann die Schnellverschlussknöpfe herunter drücken und zur Seite schieben, schon ist das Laufwerk fest und sicher arretiert. Wer noch auf Nummer sicher gehen will oder die Kiste transportieren muss, kann zusätzlich zu den Schnellverschlüssen, die Laufwerke auch noch mit zwei Schrauben auf jeder Seite verschrauben.

Machen wir weiter mit der Montage der Festplatte. Dazu nimmt man eine Festplattenschiene und legt die Festplatte dort hinein. Dann positioniert man die seitlichen Stifte der Schiene, so dass sie in die Schraublöcher der Festplatte einrasten. Meine anfängliche Skepsis gegenüber den wabbeligen Festplattenschienen ist nun auch gewichen, denn durch diese Befestigungart stabilisiert die Festplatte praktisch sich selber. Wie herum man die Festplatte ist egal, ob vorne oder hinten die Anschlüsse sind, spielt keine Rolle. Dann einfach nur noch die Schiene mitsamt der Festplatte in den Festplattenkäfig hereinschieben und sie ist fest und sicher installiert. Wie auch schon beim Laufwerk kann man die Festplatte auch noch mit einer Schraube an der Seite verschrauben. Um 2,5" Festplatten zu montieren verfährt man im Prinzip genauso, nur muss man sie von unten mit Schrauben an die Schiene fixieren.

Der Einbau des Mainboards ist vollkommene Routine: zuerst die Abstandshalter einschrauben, was dank der Beschriftung der Löcher, nicht sonderlich schwierig ist, dann das Mainboard darauf und mittels der mitgelieferten Schrauben festschrauben. Dann kann man auch schon die Grafikkarte einsetzen, die mit dem Schnellverschlusssystem sicher und stark gehalten wird. Zudem sind die Haltebolzen mit einem dünnem Schaumstoffstück versehen, sodass hier keine Vibration an die Schnellverschlüsse weitergegeben werden. Bis zum Festplattenkäfig sind circa 34 cm Platz für die Erweiterungskarten. Also genug Platz für High-End-Grafikkarten wie die Nvidia GTX 480 (Länge: 27 cm) oder die ATI Radeon HD 5970 (Länge: 30,5 cm). Für den CPU-Kühler ist knapp 19 cm Platz, also auch mehr als ausreichend, wo doch zum Beispiel der High-End-Kühler Prolimatech Megahalem nur 16 cm hoch ist.

Das Netzteil zu montieren ist auch ein Kinderspiel, denn die genaue Position wird durch die Gummifüße unten und einer Metallkante oben leicht gefunden, dann einfach festschrauben und das war es schon. Gut ist, dass sich das Netzteil sowohl mit dem Lüfter nach unten, als auch mit dem Lüfter nach oben montieren lässt.

Um die Lüfter und die Beleuchtung in Gang zu setzen, muss zunächst der 4-Pin-Stecker an den rechten Seite mit dem Netzteil verbunden werden. Um die Lüfter zu nutzen müssen die 3-Pin-Stecker einfach nur noch an die Anschlüsse der Lüftersteuerung (rechte Seite) angeschlossen werden. Möchte man die Lüfter am Mainboard anschließen, so kommt man um ein Verlängerungskabel nicht herum, denn das Kabel vom Frontlüfter reicht zwar zu den Lüftersteuerungsanschlüssen, aber nicht ganz zum Mainboardanschluss. Die Beleuchtung der Front ist jetzt schon funktionsbereit, um die Seitenwände auch noch zum Glühen zu bringen müssen die 2-Pin-Kabel der Seitenwänden mit den Anschlüssen hinter dem Festplattenkäfig verbunden werden und ab gehts.

Die 230-mm-Lüfter sind bei der untersten Stufe schön angenehm leise, fast nicht zu hören. Störend ist allerdings das hörbare Klackern des Lagers beider Lüfter. Auch auf ungefähr mittlerer Stufe sind die Lüfter an sich zwar leise, aber klackern tun sie hier noch lauter. Erst bei der höchsten Stufe ist das Lagerklackern nur noch zu hören, wenn man mit dem Ohr heran geht. Dafür ist der Lüfter dann auch hörbar, aber nicht aufdringlich laut. Selber beleuchtet sind die Lüfter übrigens nicht.

Update:

Ich konnte mir eigentlich nicht vorstellen, dass an einem sonst so gutem Gehäuse, die Lüfter ein derartiges Klackern aufweisen und auch BitFenix und Caseking war das Problem nicht bekannt. Daraufhin habe ich zwei Ersatzlüfter derselben Baureihe bekommen und schwups: Problem gelöst. Kein Klackern mehr, weder auf niedrigster, mittlerer oder höchster Stufe. Die Lüfter laufen so wie sie laufen sollen, auf unterster Stufe schön leise so wie es muss und auf voller Leistung werden sie zwar hörbar, aber nicht störend. Zudem scheffeln sie dann ordentlich Luft in und aus dem Gehäuse.

Die Beleuchtung selber lässt sich verstellen, einmal kann man zwischen rot und blau wechseln und zudem kann man sie entweder ausstellen, auf Dauerlicht schalten oder pulsieren lassen. Den Effekt können am Besten ein paar Bilder beschreiben:

Mit dem Colossus hat BitFenix einen grandiosen oder sollte ich lieber sagen "collossalen" Einstieg in die Gehäusewelt gefunden. Das mattschwarze Design mit der coolen Beleuchtung, das große Platzangebot mit komplett werkzeugloser Montage, die vielen Belüftungsmöglichkeiten oder andere Features wie eine Lüftersteuerung machen das BitFenix Colossus zu einem wahren Koloss der Gehäuse.

Die klackernden Lüfter trüben das Gesamtbild dann sehr, aber dennoch ist das Gehäuse gut gelungen und sehr empfehlenswert. Das die Lüfter klackern, gibt natürlich ein leicht negatives Bild, trotzdem hat der Colussus mit seinen neuen Ideen überrascht und auch überzeugt und kriegt deshalb den Silber-Award.

Bei den Lüftern habe ich wahrscheinlich zwei Montagsmodelle erwischt, denn die zwei Austauschlüfter klackern nicht, sondern laufen ruhig und ohne Nebengeräusche. Deswegen fällt der größte Negativpunkt heraus und das Gehäuse hat sich somit den Gold-Award redlich verdient. Wer also nach einem tollen Big-Tower sucht, findet ihn definitiv im Colussus.

Danke für die Testmusterstellung an:

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