Test: Castlevania - Lords of Shadow 2

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Zum ersten Teil von Castlevania - Lords of Shadow kam ich damals wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde: Eigentlich hatte ich das Spiel damals eher gar nicht auf dem Schirm, aber meine Freundin drängte mich, es zu spielen. Heute kann ich sagen, das ich – wenn ich es nicht gespielt hätte –  wohl eines der besten und atmosphärisch dichtesten Action-Adventures aller Zeiten verpennt hätte. Die famose und neugierig machende Schlusssequenz ließ mich jahrelang im Ungewissen, wie es um das Schicksal der Hauptfigur – Vampirjäger Gabriel Belmont – bestellt war. Doch nun ist es endlich soweit: Castlevania - Lords of Shadow 2 ist da! Und wir haben es für Euch auf Herz und Nieren getestet.

Von gut zu böse

Mit ungläubigem Kopfschütteln vernahm ich in den letzten Tagen die ersten Testergebnisse, die im Netz umherschwirrten. Da stand 4/10, 6,5/10 oder gar 50% - das konnte ich, wollte ich nicht glauben. Schon allein deshalb, weil mir Castlevania - Lords of Shadow 2 schon in der Vorschau ziemlich gut gefallen und mich wieder sofort in seinen Bann gezogen hat. Also, Disk auf der 360 installiert und den ab geht die Post: Die erste, richtig einschneidende Neuerung wird dem geneigten Spieler schon am Anfang des Spiels vor den Latz geknallt.

Vorbei ist das Leben als schneidiger Vampirjäger, Gabriel ist nun selbst einer – und zwar der mächtigste, den es gibt: Graf Dracula höchstpersönlich! Doch die Probleme sind scheinbar die gleichen geblieben. Nach einem kurzen Plausch mit seinem vertrauten Ex-Mentor Zobek ist klar, das auch in dieser Welt – Jahrhunderte nach den Geschehnissen des ersten Teils – an jeder Ecke das Böse bekämpft werden muss. Oder besser: Das noch bösere. Denn Dracula hat nur einen Feind, der es mit ihm aufnehmen kann und wird. Der Teufel hat noch eine Rechnung mit ihm zu begleichen und setzt alles daran, seine Rückkehr in die Welt der Lebenden zu feiern.

Endlich angekommen

Schon nach wenigen Spielminuten wird klar, das auch Castlevania - Lords of Shadow 2 mit einer sehr dichten, magischen und mythischen Atmosphäre punkten kann. Das riesige Schloss – das Zentrum des Spiels – bietet allerlei Geheimnisse, verzwickte Sprungpassagen und natürlich massenweise höllische Gegner. Dracula erwehrt sich seiner Haut mit einer Schattenpeitsche, die dem Kettenkreuz aus dem ersten Teil sehr ähnlich ist. Wahlweise zückt er per Knopfdruck das Vortex-Schwert, um seinen Angreifern Lebensenergie zu entziehen und sich selbst hinzuzufügen – praktisch.

Im späteren Spielverlauf von Castlevania - Lords of Shadow 2 erhaltet ihr aber noch zwei weitere Waffen, sowie zahllose Möglichkeiten, die Dämonen-Prügel aufzurüsten. Wie schon im Vorgänger sammelt ihr Punkte für besiegte Gegner und gefundene Schätze. Mit ihnen könnt ihr nicht nur neue Kampfbewegungen lernen, sondern euch auch dem obligatorischen Skill-Tree zuwenden, der es euch ermöglicht neue, magische Fähigkeiten zu erlernen. Steht ihr zu Beginn des Spiels noch oft vor verschlossenen Türen, habt ihr später eben die Fähigkeit diesen Tür zu öffnen oder versperrte Durchgänge wie von Zauberhand freizuschaufeln.

Kloppen und rätseln

Den Großteil der Zeit seit ihr – ganz wie es sich für ein Actionspiel gehört – mit den wilden Auseinandersetzungen gegen zahllose Monster beschäftigt. Das Kampfsystem ist abermals dezent überladen, ihr braucht eine gewisse Einspielzeit, bis euch alle Moves auch flüssig von der Hand gehen. Dann sehen die Dämonen aber ganz alt aus. Nur die riesenhaften Bossgegner verlangen euch – neben Schnelligkeit und Durchhaltevermögen – komplexere Manöver ab, bis sie endlich fallen.

Zwischendurch erfahrt ihr in ausladenden Zwischensequenzen, wie es um das Schicksal des dunklen Lords bestellt ist. Und ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass es ein paar faustdicke Überraschungen für Gabriel geben wird. Neben den Kloppereien warten in der Spielwelt noch eine Menge Rätsel auf euch. Da wollen Schalter richtig betätigt, Gegner ausgetrickst oder Theaterbühnen in der richtigen Reihenfolge mit Requisiten bestückt werden. Ist euch einer der servierten Kopfnüsse zu hart, könnt ihr das Rätsel auch überspringen – verzichtet aber dabei auf kostbare Erfahrungspunkte.

Eine düstere Welt

Neben Draculas Schloss, erkundet ihr auch die Außenwelt. Hier warten allerdings keine zugewachsenen Wälder oder dampfende Sümpfe, wie es im Vorgänger der Fall war. Stattdessen wandelt ihr in schummrig beleuchteten Gassen und tristen, grauen Fabrikanlagen umher. Also weniger Natur, dafür mehr Architektur. Das mag den ein oder anderen abschrecken, dennoch dienen auch die neuen Umgebungen als absolut stimmungsvolle Kulisse, die den Tenor des Spiels wunderbar unterstreichen.

Auch die – vorher starre – Kamera kann nun völlig frei bewegt werden. Das hat aber zur Folge, das die Optik ein wenig schlechter als im Erstling ist. Einige, matschige Texturen und heftiges Kantenflimmern sorgen für ein wenig Unmut. Den macht das Spiel aber durch seine vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten wieder wett. Denn neben dem Schwierigkeitsgrad, könnt ihr einstellen, ob ihr die QTE´s selber absolvieren oder als selbstlaufende Sequenz genießen wollt. Dass zusätzlich das sogenannte Metroidvania-Prinzip vorher selten so abgefeiert und gekonnt und motivierend eingesetzt wurde, rundet Castlevania - Lords of Shadow 2 zusätzlich ab. Es ist immer wieder klasse, wenn ihr euch dabei ertappt, darüber nachzudenken wie ihr die eben gewonnene, neue Fähigkeit einsetzen könnt, um an einer vorher unüberwindbaren Stelle weiterzukommen oder dort gut versteckte Schätze zu finden.

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