Test: Knack

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Die PlayStation 4 ist da, die ersten Konsolen laufen bereits heiß. Spieler auf der ganzen Welt freuen sich über den Einzug der Next-Gen. Doch seien wir mal ehrlich: Das Launch-Line-Up der PlayStation 4 fällt etwas mager aus. Die Hoffnungsträger der neuen Sony-Hardware heißen Assassin's Creed 4, Killzone: Shadow Fall, Resogun und Knack. Und um letzteren Titel soll es heute gehen. Knack ist ein klassiches Hau-Drauf-Spiel, bedeutet: Wellen von Gegnern ausschalten, Gegenstände einsammeln und möglichst unbeschadet zum nächsten Areal vordringen. Ob der wandelnde Steinhaufen auch bis in die Herzen der Spieler vordringen kann?

Gegen Keulen und Panzer

Es herrscht ein erbitteter Krieg zwischen Menschen und Goblins. Der scheußliche Gundahar führt eine Armee von Goblin-Soldaten an, die sich gegen die Menscheit verschworen hat. Doch konnten sich diese bis jetzt erfolgreich gegen den Troll-Mob zur Wehr setzen und wurden mit jedem Sieg über den scheinbar primitiven Feind immer selbstsicherer - zu selbstsicher, denn der Feind schläft nicht. Einst mit Bogen und Keule in die Schlacht gezogen, ist der Goblin von heute mit Panzern und High-Tech-Geräten bewaffnet. Die zwei verfeindeten Spezies sind sich nun ebenbürtig und die Menschen müssen einsehen, dass sie einer ernsthaften Bedrohung gegenüberstehen. Doch um den Krieg für sich zu entscheiden, bedarf es weitaus mehr, als die bewährten Waffen der heutigen Zeit.

Die Antwort auf alle Probleme nennt sich Knack. Ja, das ist auch das Geräusch, das bei einem Knochenbruch ertönt, vor allem ist es aber der Name unseres Helden. Knack wurde in einem Labor erschaffen, kann klar denken und ist sogar imstande zu sprechen. Doch die quirlige Kreatur soll den Menschen nicht als Gesprächspartner dienen, viel mehr soll sie Gundahars teuflischer Brut Einhalt gebieten. Und das mit roher Gewalt.

Wo bleibt der Anreiz?

Knack hat die Fähigkeit, Steine und anderen Kram der herumliegt magisch anzuziehen, was ihn größer und stärker werden lässt. Mit dieser Gabe bewaffnet, soll das Wesen, das von Menschenhand erschaffen wurde, gegen Goblins in den Kampf ziehen. Knacks Stärke ist von der Anzahl des gesammelten Schutts abhängig. Das Motto lautet also, je mehr desto besser. Gleichzeitig dient der gesammelte Schutt als Lebensenergie, die dringend eingesammelt werden muss, da das Sensibelchen bereits nach wenigen Hieben das Zeitliche segnet.

Leider ist die Palette an Angriffsmöglichkeiten sehr gering. Zwar ist der Schwierigkeitsgrad des Spiels durchaus anspruchsvoll, mehr als ausweichen und stumpf auf Goblins hauen springt für euch allerdings nicht dabei raus. Eine Alternative zum eintönigen Tastengekloppe stellen die Spezial-Angriffe dar, die aber auch nur selten zum Einsatz kommen. Um diese Attacken anzuwenden, benötigt Knack sogenannte Sonnensteine, die über die Areale der schlauchigen Spielwelt verteilt sind. Wurden genügend Steine eingesammelt, kann sich Knack in einen kleinen Tornado verwandeln, oder Gegner mit einem kräftigen Energiestoß auf die Pelle rücken.

Für Frustmomente sorgen die rar verteilten Checkpoints. Zwar werdet ihr bei Kampfunfähigkeit sofort wiederbelebt, werdet aber teilweise so weit zurückgeworfen, dass ein entspanntes Zocken unmöglich ist. Zudem gibt es kaum Anreize. Nach jeder Gegnerwelle wird der Weg für das nächste Areal frei gemacht und Knack verfügt über keine besonders große Angriffspalette, was ebenfalls frustrierend ist, da die Goblins praktisch übermächtig sind. Zu schade, dass der gutherzige Steinhaufen nicht selbst die Keule schwingt und ihm ein ähnliches Arsenal zur Verfügung steht.

Starke Gegner reichen eben nicht

Knack ist weder ein Muss, noch so unglaublich schlecht, dass wir vom Kauf per se abraten würden. Es ist schlichtweg einfach nicht das Spiel geworden, das wir uns alle für den Start der PlayStation 4 gewünscht haben. Was der Next-Gen-Konsole fehlt ist ein Ratchet & Clank, ein Crash Bandicoot oder eben ein Jack & Dexter. Es aber nur auf die Erwatungshaltung zu schieben, wäre auch nicht ganz richtig. Knack hat viele Schwächen, die gerade beim Start einer neuen Konsolengeneration auffallen und unerwünscht sind. Man hätte Knack Spielern genau so gut als Download-Titel für einen niedrigeren Preis zur Verfügung stellen können, und damit weniger negative Kritik kassiert. Für einen Vollpreistitel fühlt sich Knack aber einfach zu unausgereift an.

Insgesamt mangelt es dem Japan Studio-Titel an kreativen Ideen. Einzig Knack selbst, der Held der Geschichte, wurde mit viel Liebe erschaffen, tröstet aber nicht über die zähen Kämpfe und die drögen Areale hinweg. Was übrig bleibt ist eine Hauptfigur mit hübschen Partikeleffekten und ein fordernder Schwierigkeitsgrad. Ein netter Zeitvertreib, aber kein Videospiel, das Zockern genügend Futter für den Start in die neue PlayStation-Generation liefert.

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