Test: Mario Party Island Tour

  • VonYannick Dohrmann
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In letzter Zeit ist es still geworden um die einst so erfolgreiche Mario Party-Reihe von Nintendo. Doch nun sind Mario und seine Freunde zurück und wollen in Mario Party Island Tour erstmals auf dem Nintendo 3DS abfeiern. Warum dieser Ferientrip allerdings maximal einem 2-Sterne Urlaub gleich kommt, verraten wir euch in unserem folgenden Test.

Glück über Können

Lasst mich vorher kurz zusammenfassen was ich persönlich immer an der Spielreihe zu schätzen wusste: Hauptbestandteil waren die Minispiele, um die rundherum ein Brettspiel aufgebaut war, bei dem es galt innerhalb von mehrere Runden die meisten Sterne und Münzen zu sammeln. Jede Runde wurde mit einem Minispiel abgeschlossen in dem Münzen für den Erwerb von Sternen gewonnen werden konnten. Je besser man also in den Spielen abschnitt, desto mehr Münzen hatte man und desto wahrscheinlicher war der eigene Sieg. Mit Bonussternen sowie dem Würfelglück gab es dennoch genug Faktoren, die die Göttin Fortuna zum Teil am Ausgang des Spiels mitentscheiden ließen.

Bei Mario Party Island Tour kommt es mir jedoch so vor, als hätte sich Fortuna nun die gesamte Gewalt der Entscheidung unter den Nagel gerissen, denn die Minispiele werden leider zur absoluten Nebensache. In den meisten Modi die zwischen 10 und 60 Minuten lang sind, dauert es fast 10 Minuten bis man mal wieder ein Minispiel vorgesetzt bekommt. Dazwischen geht es rein um das Würfelglück, wobei der erste Spieler der gewisse Punkte des Bretts erreicht extrem benachteiligt wird. Hindernisse müsst ihr mit Würfelglück aus dem Weg schaffen bevor ihr den zweiten Abschnitt betreten dürft. Es ist also gut möglich mehrere Runden an einer solchen Stelle festzuhängen, wohingegen eure Kontrahenten einfach durchmarschieren können, weil ihr das Hindernis ja schon beseitigt habt.

Minispiele durchweg gelungen

Wie jedes Spiel der Reihe lebt auch Mario Party Island Tour von seinen Minispielen. Ganz gleich wie oft diese im Spiel nur eingesetzt werden. Insgesamt 80 Stück sind auch auf dem Nintendo 3DS davon an Bord und die können sich wirklich sehen lassen. Vieles ist davon schon aus den diversen Vorgängern bekannt, aber die Möglichkeiten des Handhelds in Form von Gyrosensor und Touchscreen werden hier sinnvoll eingesetzt. Wirklich schlechte Minispiele gibt es eigentlich keine und auch einige Perlen verstecken sich unter dieser abwechslungsreichen Ansammlung. Ein Pluspunkt den ich dem Spiel nicht absprechen kann.

Fast am besten gelungen ist im Spiel dabei noch der Einzelspielermodus „Bowsers Turm“. So etwas in einer Review zu einem Mario Party Spiel zu sagen irritiert mich beinahe selbst, aber es ist die Wahrheit. Denn zumindest hier bekomme ich mal ein paar mehr Minispiele zu Gesicht als in den Party-Modi. 30 Etagen hat Bowsers Turm und jede davon stellt euch vor ein Minispiel gegen Bowsers Schergen. Schwierig ist das zwar nicht, aber die Boss-Minispiele gegen König Bob-Omb oder Knochen-Bowser sind dennoch richtige Highlights und machen extrem viel Spaß. Nach 90 Minuten ist jedoch auch dieser vorbei und man hat eigentlich alles gesehen was es auf der Party-Insel zu entdecken gibt.

Optik wird zur Nebensache

Ich könnte euch jetzt noch lang und breit erzählen, wie gut das Spiel optisch gelungen ist und auch, dass die Musik durchaus ihren Zweck zu erfüllen weiß, aber über die Mängel am eigentlichen Spiel kann das leider nicht hinweg täuschen. Wie für Nintendo typisch wurde viel auf Details geachtet und die akustische Untermalung ist stimmig wie es sich für ein Spiel mit dem schnauzbärtigen Klempner gehört. Obligatorisch kann man sich gegen verdiente Party-Punkte auch in der Sammlung die Musikstücke und Soundeffekte frei nach Belieben anhören.

Nettes Gimmick, dennoch bleibt der Umfang des Spiels zu gering und der Spaß zu oft auf der Strecke. Immerhin: Mir nur einer Kopie des Spiels könnt ihr per Downloadspiel zu viert in vollem Umfang spielen. Natürlich nur falls man auch drei Personen mit 3DS im näheren Umfeld hat, denn einen Online-Modus gibt es nicht.

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