Test: Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen - Sotschi 2014

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Lange ist es her, da haben wir Winter Games bzw. Summer Games auf dem Commodore 64 gezockt, bis die Joysticks in die Knie gingen. Nintendo bietet mit „Mario und Sonic bei den Olympischen Spielen“ seit einigen Jahren eine vergleichbare Kost auf den jeweils aktuellen Plattformen an. Nun gesellt sich eine erste Wii U-Umsetzung hinzu, natürlich passend zu den anstehenden olympischen Winterspielen 2014 in Russland, „Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen - Sotschi 2014“. Um es vorwegzunehmen, der Titel hat uns sehr enttäuscht. Warum? Lest selbst.

Potential genutzt?

Touchscreen, zweiter Bildschirm, Motioncontrol und Unterstützung alter Peripherie – das klingt doch nach einem Fest für die Entwickler einer Minispielsammlung. Noch dazu kann man von den Erfolgen bzw. Misserfolgen der bereits erschienenen Minispielesammlungen auf Wii U doch einiges lernen. Die Möglichkeiten jedenfalls scheinen unbegrenzt. Zwar waren die „Mario und Sonic bei den Olympischen Spielen“-Games nie rekordverdächtig gut, aber bei so vielversprechenden Möglichkeiten waren wir erst einmal positiv gestimmt. Da stört es uns auch nicht, dass die Remote+ zwingend vorausgesetzt wird.

Doch schon im Menü von "Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen - Sotschi 2014" haben wir nur noch Fragezeichen über den Köpfen schweben. Sowohl auf dem TV als auch auf dem Tablet-Controller befindet sich ein Menü. Vielleicht dasselbe? Offenbar nicht. Es hat ein wenig gedauert, bis der Groschen gefallen ist aber es ist wie folgt: Das Menü auf dem Tablet-Controller führt euch durch verschiedene Bereiche in denen Ihre Rekorde, Punkte, Statistiken einsehen könnt. Auf dem TV hingegen navigiert ihr durch die Spielmodi, übrigens insgesamt fünf. Nun gut.

Wir haben alle Zeit der Welt. Oder?

Wir starten mit dem Standard-Modus „Einzelmatch“, bei denen ihr die Disziplinen frei auswählen könnt. Unter den insgesamt zehn olympischen Disziplinen erwarten euch beispielsweise Skilaufen, Eiskunstlauf sowie Snowboard-Slopestyke, dass in Sotschi sein olympisches Debüt feiert. Nach und nach arbeiten wir uns durch das gebotene Programm und haben dabei leider keinen bis sehr wenig Spaß. Das geht schon damit los, dass wir uns, um überhaupt einmal spielen zu können, durch einen unendlichen Menüdschungel arbeiten müssen. Alles muss bestätigt werden, beispielsweise auch jedes Mal die Anzahl der Spieler. Warum fragt man das nicht einmalig ab? Anderes Beispiel: Nachdem wir eine neue persönliche Bestzeit errungen haben, müssen wir jedes Mal erneut bestätigen, dass dieser ins Web hochgeladen werden darf. Noch dazu erscheint nach dem bejahen ein Ladebalken, der natürlich binnen einer Sekunde gefüllt ist. Wozu das alles?

Weiter geht der Spaß im Tutorial von "Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen - Sotschi 2014", welches jeweils vor jeder Disziplinen stattfindet. Es ist langweilig gestaltet und viel zu Zeitaufwändig. Am Ende bestätigen und verfolgen wir 5 Minuten jeglichen Menüschmarn um letztendlich 30 Sekunden lang eine Skipiste herunterzusausen. Traurig und nervig. Leider sieht es beim Gameplay nicht viel besser aus. Die Steuerung setzt bei fast allen Spielen auf Bewegungssteuerung, meist mit der Remote+, in einigen Fällen auch mit dem Tablet-Controller. Zweiter Bildschirm und Touchscreen werden fast nicht genutzt, und wenn, dann absolut unkreativ und nicht spaßfördernd.

Nein danke!

Trotz der besseren Remote+ haben wir nur selten das Gefühl, die Figur auf dem Bildschirm zu steuern. Alles scheint wie auf Schienen zu laufen. Selbst ohne großartige Interaktion kommen die Athleten gesund und munter im Ziel an. Beispielsweise ist es nicht möglich, sich beim Skifahren lang zu machen. Nun gut, es handelt sich um ein Titel für Kinder – aber selbst die sind nicht ganz gaga und können mit Misserfolgen gut umgehen. Positiv aufgefallen ist uns lediglich Hockey, welches jedoch auf eine herkömmliche Steuerung setzt. Zwar haben wir hier keinen spielerischen Tiefgang wie bei einem NHL von EA, trotzdem hatten wir hier wirklich einmal Spaß an "Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen - Sotschi 2014".

Etwas gewagter wurden die Entwickler bei den sogenannten Traum-Disziplinen. Es handelt sich dabei um abgedrehte Wettbewerbe die mit Olympia nicht mehr ganz so viel zu tun haben. Insgesamt gibt es hier acht Disziplinen, etwa Schneeball-Getümmel, bei dem ihr euch mit Schneekanonen bewaffnet auf Punktejagt begibt. Oder Kugelwillis-Schlittenrennen, was uns stark an das Pod-Rennen aus StarWars erinnerte. Die Traum-Disziplinen sind etwas spaßiger, in Sachen Steuerung aber ebenfalls nicht ausgereift. Einige Ideen wären abgespeckt besser in einem Mario Party untergebracht gewesen.

Die anderen Modi in "Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen - Sotschi 2014" sind kaum der Rede wert. Am Ende des Tages spielt ihr doch die Disziplinen aus dem „Einzelmatch“-Modus, nur eben in vorgegebener Reihenfolge bzw. gegen euer Schattenselbst. Einzig der Online-Modus ist eine Erwähnung wert, da dieser erstmalig dabei ist. Leider werden aber lediglich vier Disziplinen angeboten und die virtuelle Kontrahentenschlange ist quasi nicht vorhanden. Schade.

Mario! Sonic! Nervensäge!

Auf den ersten Blick macht das Spiel immerhin einen guten Eindruck. Grafisch fallen gerade die Charaktere positiv auf, aber auch die Umgebung geht soweit klar. Bei näherer Betrachtung fehlt es aber letztendlich an Details. Auch in Sachen Animationen hätten wir uns mehr gewünscht. Die Charaktere scheinen lediglich eine neutrale sowie eine Gewinner bzw. Verliererpose zu besitzen. Interaktionen, etwa ein Schulterklopfer, zwischen den Charakteren gibt es nicht. Musikalisch bekommen wir es in "Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen - Sotschi 2014" mit Serientypischen aber leicht angepassten Songs zu tun - absolut okay. Ohrenbluten verursachte bei uns nur der Sprecher, der lediglich Namen oder Schlüsselbegriffe in der immer selben Tonlage in ein Megafon zu schreien scheint. Hilfe!

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