Test: Might & Magic X Legacy

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Aus alt mach neu! Greift diese Formel auch bei einem schon fast vergessenen Spiel? Ubisoft hat sich mit dem deutschen Unternehmen Limbic Entertainment zusammengetan, und Might & Magic in der Form von Might & Magic X Legacy nach ganzen 12 Jahren wieder Leben eingehaucht. Doch wie spielt sich der zehnte Ableger dieser alten Spieleserie? Kommen hier nur Alteingesessene auf ihre Kosten, oder ist das Spiel auch für die jüngere Generation geeignet? Unser Test verrät es euch!

Auf nach Karthal!

Might & Magic X entführt euch auf die Agyn Halbinsel, wo ihr die Kontrolle über vier Helden übernehmt, die mit einer letzten Aufgabe bedacht wurden. Sie sollen die Asche ihres Lehrers und Ausbilders in die Stadt Karthal bringen. Doch so leicht wie die Aufgabe klingt, ist sie leider nicht. Wie das Schicksal es so will, sollen die vier von euch geschaffenen Streiter erst einige Prüfungen bestehen. Angekommen in einer kleinen Hafenstadt macht ihr euch auf den Weg gen Schicksal. Was birgt euer Schicksal? Es liegt an euch es herauszufinden, es zu schmieden.

Doch leicht wird es nicht, werdet ihr doch schnell im politischen Gefüge verstrickt, und Intrigen offenbaren sich als hinterhältige Fallen, die euch das Leben schwer machen. Zu Beginn bietet sich einem die Möglichkeit zwischen dem normalen und schweren Modus zu wählen. Die Wahl beeinflusst stark, wie sehr Gegner einem zusetzen, und nur die erfahrensten Spieler sollten sich an dem Experten-Modus versuchen.

Anschließend erstellt man sich aus vier Rassen mit unterschiedlichen Klassen-Optionen seine Truppe, die in die Schlacht ziehen wird. Die Geschichte wird klassisch über Text-Boxen vermittelt. Vertont wurde nicht viel, und wenn, dann auch nur in englischer Sprache. Über ein kleines Auswahlfenster könnt ihr mit der Maus oder der entsprechenden Zahl die Konversationen vorantreiben. Für manch einen wirkt das sehr altbacken. Das ist es auch, soll es aber auch sein.

Und so hangelt man sich von Konversation zu Konversation, bis man endlich den richtigen NPC gefunden hat, der die erste Aufgabe für uns bereit hält. Markiert sind Quest-NPC nicht, und so gestaltet sich die Suche gelegentlich schon recht mühselig - weiß man so doch nicht, welcher NPC die entsprechende Aufgabe vergibt. Die Fortbewegung ist ebenfalls sehr traditionell gehalten: Ihr bewegt euch auf einem Schachbrett strukturiertem Feld vorwärts, und geht so Kästen für Kästen durch die Orte und Dungeons. Per Knopfdruck lässt sich auch eine Karte einblenden, die eine Übersicht über die Umgebung gibt, Koordinaten bereit hält, und mit Notizen versehen werden kann. So ist es einem selbst überlassen wichtige NPC mit einer Notiz auf der Karte zu markieren.

Die Städte wirken allesamt recht liebevoll gestaltet, doch ziemlich verlassen. Das ist dem Fakt geschuldet, dass die NPC´s fest auf ihrem Feld verankert sind, und so keinerlei Bewegung ins Stadtbild kommt. Doch egal in welchem Gebiet ihr euch befindet, es gibt viel zu entdecken, was den Forscherdrang fördert und befriedigt. Es sei aber um Acht gebeten, hinter manch einem Eingang lauert ein Gegner, dem ihr euch lieber nicht zu früh mit stolzer Brust gegenüberstellt. Ihr könntet fix das Zeitliche segnen. Insgesamt 20 Dungeons halten euch in Might & Magic X Legacy ordentlich auf Trab.

Spinnen! Überall Spinnen!

Doch bevor ihr in verfallene Schlösser, Banditen-Verstecke und geheimnisvolle Verliese eindringt, gilt es eurer Arachnophobie den gar auszumachen. Das Tutorial-Dungeon geizt nicht mit Spinnengetier, und schon gar nicht mit negativen Status-Effekten. Wer hier kein Gegengift zur Hand hat, wird qualvoll dahingerafft. Aber ist es ein guter Einstieg das Kampfsystem zu lernen. Ein kleines rotes Lämpchen am oberen Bildschirmrand signalisiert den Übergang in den Kampfmodus.

Taktierer kommen hier voll auf ihre Kosten: Welche Schwäche hat der Gegner? Wen lasse ich den Gegner auf sich ziehen? In welcher Reihenfolge greifen meine Recken an? Diese Dinge entscheiden darüber, ob ihr siegreich aus dem Kampf gehen werdet. Ist ein elementarer Zug fehlgeschlagen, oder der Gegner landete einen kritischen Treffer, sehen sich vor allem Genre unerfahrene Spieler mit einem Problem konfrontiert. Das Spiel ist erbarmungslos, und bestraft jeden taktischen Fehler. Hier entstehen potentielle Frustmomente, die schnell in Wut übergehen, wenn es auch im hundertsten Versuch nicht klappt. Hier kann der Wechsel des "Buffs" Wunder wirken.

Gelegentlich findet sich ein treuer Weggefährte, der zwar nicht aktiv im Kampf teilnimmt, aber mit einer speziellen Fähigkeit euch unter die Arme greift. Die Palette der "Buffs" reicht von erhöhter Aufmerksamkeit bei Feinderkennung bis hin zu werte- beeinflussenden Effekten. Je nach Klasse und Verteilung der Fertigkeitspunkte erlernt euer Recke unterschiedliche Zauber, Angriffe und dergleichen beim entsprechenden Lehrmeister. Diese sind mitunter gut versteckt, und bedürfen intensiver Suche. Vorher sollte man sich allerdings bei anderen Gesellen der Lehrkunst in Klatsch und Tratsch versuchen, mit Glück erhaltet ihr wertvolle Informationen zum Aufenthaltsort eines Lehrmeisters.

Sound hui! Grafik pfui!

Eine grafische Glanzleistung wird mir Might & Magic X Legacy nicht abgeliefert. Von matschigen Texturen, Clipping-Fehlern bis hin zu Pop-Ups und der ohnehin nicht mehr zeitgemäßen Grafik-Engine ist die Welt von Agyn wahrlich keine Augenweide. Doch weiß die akustische Untermalung zu überzeugen. Die Musik ist passend auf ein Rollenspiel alter Schule geschustert, und lässt euch in die Welt von Agyn eintauchen.

Die Animationen sind altbacken, erfüllen aber ihren Zweck. So ist ein Angriff mit dem Feuerball auch als dieser zu erkennen, ein Partikel-Feuerwerk ist es dennoch nicht. Die Portraits eurer Helden spiegeln ihren gesundheitlichen Zustand wider: Ist einer vergiftet, fällt es garantiert auf, und entsprechende Maßnahmen können ergriffen werden.

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