Test: Rayman Legends UPDATE: Xbox One & PS4

  • INGAME Redaktion
    VonINGAME Redaktion
    schließen

Nach dem Start einer neuen Konsole wird es in der Regel erst einmal mau mit neuen Veröffentlichungen. Alle Entwickler wollen ihre Titel schließlich in den gewinnbringenden Release-Tagen veröffentlichen. Bald sorgt Ubisoft jedoch für den bitter nötigen Software-Nachschub für Xbox One und PS4. Rayman Legends: Definitive Edition! Realistische Bluteffekte, realer wirkende Haut der Protagonisten, sich bewegende Bäume und doppelter Umfang!

Rayman goes Next-Gen

Scherz beiseite, der Titel heißt schlicht und einfach Rayman Legends und damit dürfte auch klar sein was ihr erwarten könnt. Nämlich Rayman Legends! Der ursprünglich für Wii U exklusiv angedachte Titel erschien trotz Protest der Nintendo-Fans im letzten Jahr auf allen Plattformen. Das ist soweit bekannt und in unseren Test der PS3 Version (ingame: 9.0) könnt ihr nachlesen was Ubisoft uns hier vorgesetzt hat. Nicht weniger als ein Jump'n'Run der Extraklasse. Und genau das bieten auch die Next-Gen Versionen. Die Anpassungen und zusätzlichen Inhalte sind nur marginal.

Denkt man darüber nach, erscheint das auch logisch. Viele Gamer haben in den letzten Monaten ihr Geld gespart, um sich die Next-Gen Konsole ihres Herzens leisten zu können. Das heißt im Umkehrschluss, dass Rayman bei diesen Personen in den Regalen stehen blieb. Ubisoft bietet mit der vermutlich kostengünstigen Portierung eben jenen Titel für diese und noch folgende Next-Gen Besitzer an.

Was gibt's Neues?

Aber worin liegen nun genau die Unterschiede? Von der neuen Hardware-Power erwarten viele natürlich eine entsprechende visuelle Präsentation, die aber war ja schon auf der „alten“ Generation erste Sahne. Ubisoft verspricht für die Next-gen komplett unkomprimierte Grafiken und damit noch mehr Detailtiefe. Uns liegt die Xbox One Version vor und ja, der Unterschied fällt bei näherer Betrachtung auf. Das Spiel wirkt nun noch knackiger. 60 fps und 1080p, wohl DAS Thema dieser Generation, werden natürlich auch geboten – ja, auch auf Xbox One. Das hat die UbiArt-Engine aber auch schon auf Xbox 360, PS3 und Wii U geschafft.

Erfreulich ist außerdem, dass die Ladezeiten komplett verschwunden sind. Springt ihr in ein Gemälde, startet auch gleich das entsprechende Level.  Auch wenn die Ladezeiten nie wirklich lang waren, ganz ohne spielt es sich einfach flüssiger. Das waren auch schon die nennenswerten Anpassungen der Next-Gen-Version. Nicht wirklich nennenswert, aber wir wären ja nicht ingame, würden wir nicht darüber berichten, sind die zusätzlichen Xbox One und PS4 Neuerungen.

So gibt es neue Helden-Kostüme, jeweils eigene für jede Plattform. Auf Xbox One dürft ihr euch unter anderem mit Splinter-Ray, auf der PS4 mit Assassin-Ray durch die Level kämpfen. Bekanntlich hat das Outfit aber keinen Einfluss auf das eigentliche Spiel, was es lediglich zur netten Dreingabe macht. Auf Xbox One gibt es außerdem exklusive, zeitlich begrenzte Erfolge, auf PS4 eine Unterstützung des Touchpads zum Freirubbeln der Glückslose sowie ein Fotomodus - immerhin.

Next-Gen Fazit

Alles in allem ist es also das identische Spiel. Wer es schon auf der alten Generation genießen durfte, der kann sein Geld sparen. Alle die Rayman Legends bislang aus dem Weg gegangen sind, die sollten… nein, die MÜSSEN zugreifen! Ob Next Gen oder Last Gen ist, wie gesagt, egal. Lasst euren Geldbeutel entscheiden, denn UbiSoft verlangt für die Next Gen Titel rund 40 € zum Release.

Vorgänger Rayman Origins (ingame Test: 8.5) ist wohl das Beste, was dem Jump’n’Run-Genre in den letzten Jahren wiederfahren ist. Durch charmanten Stil, liebevoll designte Level und fordernden Schwierigkeitsgrad hat sich der Rayman-Reboot in unsere Herzen gespielt. Mit Rayman Legends soll der Kult um das gliedlose Ubisoft-Maskottchen jetzt weiter reifen. Doch ist nach „Origins“ überhaupt noch Luft nach oben?

Jump Feel Good’n’Run!

Ja. Rayman Legends ist an eben jenen Stellen ein stärkeres Spiel, an denen der Vorgänger noch strauchelte. Während Rayman und seine schnarchenden Kumpanen die Welt vor Albträumen retten müssen, haben wir die wohl unterhaltsamste Zeit, die wir in einem 2D-Plattformer dieses Jahr und viele Jahre davor hatten. Die tolle Präsentation, die sich irgendwo zwischen Lava-Lava!-Zeichentrick und klassischem Disney-Film einordnen lässt, ist daran nicht ganz unbeteiligt. Jeder Level strotzt vor Details, jeder Bildausschnitt wirkt wie ein kleines Gemälde und kaum eine Spielminute verstreicht, in der wir nicht durch eine witzige Animation ins Schmunzeln geraten. Die Detailvielfalt zieht sich dabei nicht nur durch das offensichtliche Bildschirmgeschehen; Hintergründe sind oft belebte Panoramen, in denen wir zum Beispiel Gegner beim Angriff auf eine Festung beobachten können oder sich seltsame Fabelwesen im Geäst eines Waldes verstecken. Stilistisch wurde im direkten Vergleich mit „Origins“ nachgebessert: Hübsche 3D-Effekte, ein filigraner Zeichenstil und neue Bewegungsabläufe runden ab, was eigentlich kaum einer „Abrundung“ bedurfte. Atemberaubend!

Wem sich die Unterwasser-Melodien von Rayman Origins nicht ins Herz gespielt haben, hat keine Seele. Zu diesem Ergebnis bin ich nach meinem Test des Vorgängers gekommen. Und ähnliches suggeriere ich auch in Sachen Rayman Legends. Der Soundtrack ist ein Knaller, verwertet hier und da bekannte Harmonien, wertet sie aber immer durch eigene Kompositionen auf. Die Klänge kennen dabei keine Genre-Grenzen und vermischen geschmackvoll Klassik, Rock und Jazz zu einem musikalischen Leckerbissen mit „Feel Good“-Vibe.

Das Spielgefühl in zwei Worten: „Woo Hoo“

In Sachen Leveldesign darf darüber gestritten werden, ob Rayman Legends wirklich essentiell etwas besser macht, als sein Vorgänger. Unterschiede stellen wir aber in jedem Fall fest. War es in Origins bei der Highscore-Jagd noch wichtig, schnell zu sein, darf sich bei Legends jetzt Zeit gelassen werden. Die „Lums“, die als Punkte-Währung dienen, müssen für eine doppelte Punktzahl nicht mehr schnell, sondern lediglich in richtiger Reihenfolge eingesackt werden. Das entspannt das Erkunden der Level und der Spielfluss wirkt homogener. Zum Ausgleich gibt es Level, in denen Gegner verfolgt oder das Ziel in einer bestimmten Zeit erreicht werden wollen. Hier fährt Rayman Legends dann wieder zum bekannten, flinken Spielgefühl auf. Ganz und gar neu sind die Musiklevel: Das Bildschirmgeschehen ist hierbei ganz und gar auf einen im Hintergrund spielenden Song abgestimmt. „Eye of the Tiger“ oder „Woo Hoo“ im Rayman-Remix sind nicht nur unheimlich witzig, sondern spielen sich auch noch ganz hervorragend. Eines der Highlights von Rayman Legends!

Durch eure Leistungen in den Leveln lassen sich dieses Mal zahlreiche Goodies freischalten. Neben neuen Charakteren gilt es „Klassik-Level“ aus Origins in einer überarbeiteten Fassung sowie Stofftiere freizuschalten. Erstere dienen zur weiteren Punktejagd, um weitere Level der Kampagne zu eröffnen. Die Stofftiere wiederum gehen in eure Sammlung über, und werfen weitere Extras ab. Richtig gut gefallen hat uns der zusätzliche Modus „Kung Foot“ (mit „Kick-Boxen“ leidlich ins Deutsche übersetzt): Nach dem Prinzip eines Fußballspiels gilt es einen Ball in das Tor des (menschlichen) Gegners zu katapultieren. Dabei darf geschlagen und getreten werden, was das Pad hergibt. Spätestens mit vier Mitspielern ist hier, ob des chaotischen Treibens auf dem Bildschirm, kein Halten mehr. Schade nur, dass es keine weiteren Variationen ins Spiel geschafft haben. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Beat’em Up-Modus gewesen?

Der Schwierigkeitsgrad fällt erneut knackig aus. Gerade die finalen Level werden Neulinge in den Wahnsinn treiben. Komplizierte Sprungpassagen und knappe Zeitlimits richten sich ganz klar an Profis. Nur wer am Ball bleibt und die Abschnitte verinnerlicht, hat eine Chance das Ende zu Gesicht zu bekommen. Des einen Leid ist des anderen Freud: Weniger erfahrene Spieler sollten sich nach Möglichkeit mit einem Jump’n’Run-Kenner zusammentun. Denn anders als zum Beispiel bei New Super Mario Bros. U (ingame Test: 7.5) sind sich hier die bis zu vier Mitspieler (Wii U = fünf) nicht im Weg. Wir können unsere Mitstreiter weder durch einen fehl platzierten Sprung, noch durch ungeschickte Bewegungen von einer Plattform drängen. Rayman, Globox und Co. kommen sich während des Spielgeschehens nur in die Quere, wenn eine Aktion durchgeführt wird. Zu viert vor dem Bildschirm können im Gewusel unkoordinierte Schläge zwar auch zum Bildschirmtod führen, die Frustration hält sich aber angenehm in Grenzen.

Zum Berühren verpflichtet

Ganz klare Empfehlung in diesem Punkt: Spielt Rayman Legends mit euren Freunden! Gerade zu zweit wird’s ungemein launig, da das Vorankommen leichter und die Koordination einfacher fällt. Schade allerdings, dass das Online-Spiel erneut vernachlässigt wurde. Sofern die Mitspieler nicht neben euch auf der Couch Platz nehmen, gibt es keine Möglichkeit gemeinsam Level in Angriff zu nehmen oder eine Partie „Kung Foot“ zu spielen. Einzig der Herausforderungs-Modus erlaubt das Kräftemessen mit euren Freunden. Allerdings strikt asynchron. Dabei wird in verschiedenen Arealen nach unterschiedlichen Regeln gespielt. Mal gilt es in einem Endlos-Level so weit zu kommen wie möglich und ein anderes Mal möglichst viele oder möglichst schnell Punkte zu erzielen. Das ist nett und motiviert Dank eines Levelsystems, aber die fehlende Online-Komponente macht dies leider nicht wett.

Die bewegte Geschichte von Rayman Legends als einstiges Wii U-Exklusivspiel hat leider ebenfalls seine Spuren hinterlassen. In vielen Momenten kann das Spiel nicht verschweigen, dass es auf die Touchpad-Steuerung optimiert ist. Der froschige Kollege Murfy wurde zuvor einzig für die Eingaben per Wii U-Gamepad hinzugezogen. Hindernisse in der Levelarchitektur und kleinere Rätsel sollten so per Fingerdruck bewältigt werden. Nicht so allerdings auf den anderen Plattformen: Hier müsst ihr per Druck auf einen zusätzlichen Button dafür sorgen, dass euch der fliegende Gehilfe unterstützt. Das macht schwierige Sprungpassagen wesentlich komplizierter, da ihr euch nicht nur auf eure Spielfigur, sondern auch auf die Umgebung konzentrieren müsst. Solltet ihr das Spiel mit einem weiteren Mitspieler in Angriff nehmen, heißt es deshalb: Greift nach Möglichkeit zur Wii U-Version.

„Redaktions Tipp“-Disclaimer: So charmant und liebevoll wie kaum ein Spiel davor!

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare