Test: Super Mario Galaxy

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Lange war es still um ein 'richtiges' Abenteuer des weltbekannten Klempners Mario. Doch nun trumpft Nintendo mit Maßstäben aus einer anderen Galaxie auf. Seit dem revolutionierenden 3D-Kracher "Mario 64" wollten viele Fans der Serie den Cube-Nachfolger "Super Mario Sunshine" nicht wahr haben und sehnten sich bereits damals nach einem "Mario 128", der die Jump'n'Run-Geschichte auf ein Weiteres neu erfinden soll. Mit dem Titel hat es zwar nicht geklappt, denn Nintendos neustes Wunderwerk hört auf den Namen Super Mario Galaxy, doch neue Maßstäbe werden hier in Unmengen gesetzt, die einfach nicht von dieser Welt sind.

Story

Die Story von Super Mario Galaxy könnte in einem Satz erläutert werden, denn auch im neusten Ableger handelt es sich um die Standard-Geschichte: Ausgerechnet zum Tag einer großen Feierlichkeit erscheint Bowser zusammen mit einer Luftschiff-Flotte und entführt die Gastgeberin, Prinzessin Peach. Hierbei lässt sich Marios Erzfeind jedoch nicht lumpen und schleudert das gesamte Schloss ins Weltall, während er den Mützenträger ins dunkle Nichts katapultiert. Mario erwacht schließlich auf einem kleinen Planeten, bewohnt von drei knuffigen Hasen, die es zunächst zu fangen gilt. Einige Planeten später wurde der Klempner mit der Wirbelattacke und der restlichen Steuerung vertraut gemacht, woraufhin er auch schon den Ersten von 120 Powersternen ergattert.

Gameplay

Nun seid Ihr auf der Sternenwarte, oder altmodisch gesagt auf der Oberflächenwelt, von der ihr sämtliche Levels freispielen und betreten könnt. Zunächst führt Euer Weg zu Rosalina, die von den kleinen Lumas liebevoll als Mama bezeichnet wird. Neben eurem primären Ziel, die Prinzessin zu retten, wird auch Rosalinas Geschichte von Stern zu Stern weiter erzählt. 60 von diesen güldenen Zackenitems gilt es zu finden, um das Spiel absolvieren zu können, doch die exakt doppelte Menge gibt es insgesamt. Was damals in Mario 64 die Bilder waren, sind in Super Mario Galaxy nun Kuppeln, welche vertraute Bezeichnungen wie "Badezimmer" oder "Küche" tragen. Nach jeder Begegnung mit einem Bowser Jr. oder dem Vater Himself eröffnet sich für den Klempner eine neue Räumlichkeit. Innerhalb der Kuppel bekommt man zunächst einen Überblick zu den vorhandenen Galaxien, die sich je nach aktueller Sternenanzahl betreten lassen. In einer Galaxie gibt es schließlich die begehrten Powersterne, wobei sich die Anzahl unterscheidet: Bowser- und Geschicklichkeitswelten beinhalten nur Einen, während große Welten meistenfalls sechs mit sich tragen, die größtenteils auch sehr gut versteckt sind oder erst in einem späteren Spielverlauf erreichbar sind. Wer nun denkt, die Welten durch das öftere Besuchen in- und auswendig zu kennen, liegt falsch. Denn anders wie bei Mario 64, verändert sich der Weg innerhalb der Galaxie je nach Sternsuche gravierend, wodurch der Spieler quasi mit jeder Mission ein neues Spiele-Erlebnis geniesen darf.

Eine große, nahezu revolutionäre Neuerung im neusten Klempner-Abenteuer ist das Level-Design und das dadurch resultierende Gameplay. Totbringende Abgründe sind Schnee von gestern, ein Sprung hinter den Weltenrand katapultiert Mario auf die andere Seite des Planeten, sofern dieser über eine eigene Schwerkraft verfügt. Vereinzelt symbolisieren schwarze Löcher letztendlich doch einen sicheren Tod beim Versuch in die Tiefe zu springen. Die Tatsache, dass man jedoch viele Planeten um ihre gesamte Achse erforschen kann, bringt jede Menge Endeckerlaune ins Zockerherz. Obwohl es durch dieses Feature zur Tagesordnung gehört, dass Mario mal kopfüber oder mit einer ständig wechselnden Schwerkraft umher rennt, funktionieren die Steuerung und die Kameraperspektiven perfekt und bieten für Genre-Neulingen einen schnellen Einstieg ins Spielgeschehen. In den seltensten Fällen justiert die Kamera zwar nicht den optimalen Blickwinkel, doch dies ist dank selbst-drehbaren Perspektiven nicht der Rede wert.

Ansonsten beweist sich die Steuerung als sehr einstiegsfreundlich, insbesonders für alte Mario-Veteranen. Mit dem Nunchuck wird die Figur bewegt, die sich ähnlich weich und geschmeidig lenken lässt wie bei Mario 64 oder Mario Sunhine. Auf der Wiimote könnt ihr Mario schließlich zum Hüpfen veranlassen, erfreulich daran: Sämtliche bekannte Sprünge, beispielsweise der Dreifach-, Seitwärts-, Rückwärts- oder Wandsprung sind wieder mit von der Partie. Dank zahlreich neuer Kostüme ändern sich Marios Fähigkeiten natürlich wieder erheblich. Als Bienen-Mario summt Ihr fröhlich von Blume zu Blume, müsst Euch jedoch von Wasser in Acht nehmen. Geistermario scheut stattdessen nur das Licht, kann sich jedoch im Gegenzug unsichtbar machen und so beispielsweise Gitter hindurch fliegen.

Im späterem Verlauf wird es natürlich auch wieder möglich sein, in die Höhe zu springen und davon zu fliegen. Diese und weitere genialen Kostüm-Features sind während dem Spielverlauf nur vereinzelt an passenden Ortschaften vorzufinden, wodurch es eine willkommene Abwechslung gegenüber der Urform bietet. Doch nicht nur Verwandlungen ändern das vielfältige Gameplay, in Geschicklichkeitslevels entsteht beispielsweise Golf-Atmosphäre, wenn Mario auf einer Kugel balancieren muss oder auf einem Rochen eine Runde Wellenreiten betreibt. Bei diesen Minispielchen kommt schließlich der Sensor der Wiimote zum Einsatz, der ebenfalls einwandfrei und sehr zielgenau funktioniert. Ansonsten dient der Sensor lediglich eurem Sternen-Cursor, mit dem es möglich ist die zahlreichen Sternenteile zu sammeln. Diese können mittels der Z-Taste wieder verballert werden, um Feinde zu lähmen - Die Restlichen werden auf ein Konto gut geschrieben, die man dank der verfressenen Gourmet-Lumas auch in Mengen gebrauchen kann. Füttert man sie, entstehen in den meisten Fällen neue Planeten, die einen weiteren optionalen Stern beinhalten.

Bis auf diese Ausnahmen verhält sich die Sternensuche sehr linear. Zwar hat man dank des doppelten Puffers eine große Auswahl, welche Mission man in Angriff nehmen möchte. Doch einmal gewählt ist dies dann auch der einzige Stern, den man finden kann. Dieser lineare Ablauf stört jedoch nicht im Geringsten, da man im Gegenzug bei jeder Mission neue, innovative Situationen erlebt, ganz gleich wie oft man die Galaxie bereits besucht hat. Gelegentlich wird eine Welt letztendlich mit einem Bossfight abgeschlossen, was sehr kreativ und wahnwitzig ausgefallen ist. Egal, ob ihr die gefährlichen Kugelgeschosse des König Ota zurückschleudern müsst (was sich zwangsläufig wie eine Runde Tennis spielt!) oder Baby Piranha den eigenen Schwanz ins Blumengesicht schleudert, die Bossfights runden das ohnehin schon geniale Design ab und bereiten einfach unglaublichen Spaß.

Grafik und Sound

Auch optisch gesehen ist Super Mario Galaxy das farbenfroheste und schönste, was die Wii bisher bieten konnte. Gewiss kann man die Performance nicht mit den anderen High-End Konsolen vergleichen, hier zählt viel mehr die Liebe ins Detail und eine stets flüssige Framerate, was bei so manchen powergeladenen Szenen schon sehr beachtlich ist. Leider sind sämtliche Charaktere der Sprache nach wie vor nicht mächtig und äußern nur vereinzelte Worte, wie wir es von der Serie gewohnt sind. Doch in Sachen Musik bohrte Nintendo ordentlich nach: Orchestrale neue Klänge ertönen aus der TV-Anlage, bei der jeder Track Potenzial zu einem neuen Ohrwurm hätte. Natürlich sind auch wieder haufenweise altbekannte Melodien mit dabei, die jedem Retro-Fan ein Lächeln ins Gesicht zaubern werden. Besonders musikalisch geht es jedoch bei den Ausseinandersetzungen gegen Bowser zur Sache, die sich je nach Kampfsituation anpassen.

Langzeitmotivation

Das einzigst richtige Manko bei Super Mario Galaxy befindet sich beim Schwierigkeitsgrad, der insgesamt zu einfach gehalten wurde. Während Mario 64 eine ausgewogene Norm anbot und sich Mario Sunshine zu schwer ansiedelte, bietet der neuste Ableger kaum richtige Herausforderungen. Sicherlich sind manche Powersterne schwieriger zu erreichen, doch nach einigen Versuchen ist der Spieler Herr der Lage. Langzeitmotivation ist dennoch geboten, denn sollten die Elite-Sammler das Sternenkonto komplettiert haben, können sie das Spiel mit Luigi und einen leicht veränderten Gameplay nochmals durchspielen. Auch spaßig ist ein kleiner integrierter Zwei-Spieler-Modus, denn jederzeit kann sich ein Freund in das Geschehen einklinken und mittels einer zweiten Wiimote beim Sternenteile  sammeln/verballern aushelfen. Dies lässt den zweiten Spieler zwar nicht völlig ins Geschehen einwirken, dient jedoch als nette Dreingabe.

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