Test: Xbox One

  • INGAME Redaktion
    VonINGAME Redaktion
    schließen

Es gibt Momente, die sind derart episch und bedeutend, dass wir sie nur einmal in vielen Jahren miterleben dürfen. Zumindest für die Gaming-Branche und unzählige Spieler auf der ganzen Welt ist so ein Moment nun endlich gekommen, denn die nächste Konsolengeneration mit "Xbox One" und PlayStation 4 löst nach acht langen Jahren ihre Vorgänger ab. Zu viele theoretische Worte wurden im Vorfeld bereits gewechselt, Zeit also für echte Erfahrungen, echte Eindrücke und unseren Test der "Xbox One". Was hat Microsofts Entertainment-Station auf dem Kasten?

[Der Ersteindruck] | [Lieferumfang] | [Verarbeitung und Design] | [Hardware] | [Controller] | [Interface und Bedienung] | [Games] | [Weitere Features] [Wertungen der Redaktion] | [Test der PlayStation 4]

Der Ersteindruck

Nach einer gefühlt viel zu langen Wartezeit ist die Next-Generation-Konsole "Xbox One" endlich in der ingame-Redaktion eingetroffen. Und bevor ihr am Freitag losrennt oder mit zitternden Händen auf den Postzusteller wartet, haben wir die angepriesene Wunderkiste für euch unter die Lupe genommen. Der E3-Schock inklusive DRM-Wahnsinn, Gebrauchtspiel-Sperre und Ländercode-Abfrage ist glücklicherweise Geschichte, wir – und ihr – können uns also voll und ganz auf das Wesentliche konzentrieren.

Nach dem Öffnen der knatschgrünen Verpackung „strahlt“ uns die neue Kinect-Kamera entgegen. Mach schon einen recht wuchtigen Eindruck, das Ding. Daneben das heiß ersehnte neue Gamepad, das mit perfekter Ergonomie und dem richtigen Gewicht einen sehr wertigen Eindruck hinterlässt.  Und darunter dann die Kiste selbst. Das Gerät hat im Vergleich zur Xbox 360 noch einmal deutlich an Größe und Gewicht zugelegt, auch das Netzteil ist ein echter Klopper. Wohl dem, der das Ding hinter seinem Fernsehschrank verstecken kann. Die "Xbox One" selbst ist jetzt nicht unbedingt ein Hingucker, ist im Vergleich zum Plastik-Look der 360 eine konsequente Weiterentwicklung. Auch wenn das Gerät recht klobig und kantig wirkt. „Aus einem Guss“ ist was anderes, aber letztlich zählt, was „hinten“ rauskommt. Aber seht euch das ganze doch in unserem Video an!

[youtube Zzr94xwxwx4 nolink]

[Zurück]

Lieferumfang

- Xbox One Konsole mit 500 GB Festplatte - Kinect 2.0 Sensor - Xbox One Wireless Controller inkl. 2 AA-Batterien - Xbox One Chat Headset - HDMI-Kabel - Netzteil

[Zurück]

Verarbeitung und Design

Die Hülle der Xbox One besteht aus überkreuzt angeordneten schwarzen Kunststoff-Kacheln. Diese haben entweder ein mattes Design mit diagonal verlaufenden tiefen Rillen (den Lüftungsschlitzen) oder ein Klavierlack-Finish erhalten, was die Konsole hochwertig und modern wirken lässt. Einziges Manko ist die Kratzempfindlichkeit der lackierten Oberflächen, in denen selbst das leichte Wischen mit normalem Stoff oder einem Microfasertuch zu kleinen Einschnitten in der Oberfläche führen kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Xbox One nicht gereinigt werden kann. Ein Versuch mit einem Staubtuch einer bekannten Marke bekam die Oberfläche kratzerfrei sauber und konnte gleichzeitig auch prima die Rillen entstauben. Auch das ausgelagerte Netzteil hat dieses Design erhalten, allerdings besitzt es keine Rillen, sondern ist schlicht matt gehalten.

Am aufregendsten ist das Xbox-Logo an der Front, welches gleichzeitig den An und Aus-Knopf darstellt. Eine Anzeige, wie viele der insgesamt 8 möglichen Controller angeschlossen sind und welche davon auch eingeschaltet, so wie es bei der Xbox 360 war, gibt es nicht mehr. Nachdem ihr die Konsole dann angeschaltet habt, beginnt dieses Logo dann auch weiß zu leuchten. Um Blu-rays oder Spiele nicht in den falschen Schlitz zu schieben, wurde der Einschub für des Blu-ray Laufwerk mit einem Chrom-Rahmen versehen, welcher sich stimmig in das Gesamtkonzept einfügt. Innerhalb des Rahmens für das Laufwerk befindet sich rechts eine Eject-Schaltfläche und links umseitig der Synchronisierungsknopf für den oder die Controller. Auf der Rückseite befinden sich die obligatorischen Anschlüsse. Erstmals besitzt die Xbox One neben dem HDMI-Ausgang auch einen HDMI-Eingang, an den sich fast alle Geräte anschließen lassen, die mit einem HDMI-Kabel verbunden werden können.

Die Konsole zeigt nicht mehr an, wie viele der insgesamt acht möglichen Controller an die Konsole angeschlossen sind, wie es noch bei der Xbox 360 der Fall war. Auch eine Anzeige am Controller selbst fehlt. Abgesehen vom weiß leuchtenden Startknopf, strahlen bei der Xbox One noch ein kleiner weißer Streifen am Netzteil und der Home-Button des Controllers in einem weißen Licht. Am Kinect-Sensor leuchten ganz schwach drei kleine rote Punkte. Das Design der Konsole an sich ist erst einmal gewöhnungsbedürftig. Die Xbox One wirkt auf den ersten Blick groß, klobig und kantig und ist es auch. Obwohl es natürlich bei einer Konsole nicht nur um die Äußerlichkeiten geht, scheint die Optik einen Rückschritt darzustellen, denn das geschwungene Design der Xbox 360 war deutlich ansehnlicher. Die Xbox One ist eine der größten Konsolen der letzten Jahre und kommt mit folgenden Maßen daher: Länge: 33,1 Centimeter, Breite: 27,3 Centimeter und Höhe: 8 Centimeter. Trotz dieser Größe wiegt die Xbox One ohne Netzteil nur knapp 3,2 Kilogramm. Das ausgelagerte Netzteil stellt auch kein optisches Highlight dar. Hier hätten wir uns eine Lösung gewünscht, die das Netzteil in die Konsole integriert.

[Zurück]

Hardware

Die Hardware gehört zu den großen Problemen, die die Xbox One im Vergleich zur Konkurrenz hat. Das System setzt auf acht x86-Jaguar-Kerne, die etwas höher getaktet sind als jene der PS4. Allerdings wurde bisher nicht offiziell angegeben, wie hoch die Taktrate genau ist. Entlastet wird der Prozessor zusätzlich durch einen Audiochip von Tensilica und mehrere Data Move Engines. Dazu kommen 8 GB DDR3-RAM und 32Mbyte Embedded-SRAM, wodurch die Datentranferrate erhöht wird. Allerdings unterstützt die Konsole angeblich kein so genanntes "Huma" wodurch es möglich ist, Prozessor und Grafikeinheit gleichzeitig anzusprechen, was das programmieren von Spielen erleichtern würde. Die Grafikleistung der GPU bringt es auf insgesamt 1.310 Gflops.

Auch wenn es ein Großteil der bisher veröffentlichten Spiele nicht widerspiegelt, besitzt die Xbox One durchaus die Möglichkeit, Spiele auch in flüssigen 60FPS bei 1080p darzustellen. In der Theorie wären auch Spiele in 4K-Optik möglich. Dazu kommt, dass viele kleine Rechenprozesse an die Cloud ausgelagert werden können und somit die Hardware entlasten. Diesem Prinzip muss jedoch erst einmal ein Beweis folgen, da momentan unklar ist, ob Microsoft ihr Versprechen von der allmächtigen Cloud wahr machen kann. Sollte es jedoch funktionieren, wären die technischen Möglichkeiten der Xbox One quasi unendlich, wodurch sie, in der Theorie, auch an einen High-End-PC herankommen kann. Dass aktuelle Spiele grafisch noch unter dem erwarteten Niveau liegen hat zwei Gründe: Zum einen hat Microsoft bereits angekündigt, dass sie den Entwicklern, anders bei der 360, keinen Pixel-Zwang auferlegen wollten und lieber mehr Details pro Pixel haben wollen, als auf Zwang mehr Pixel. Der zweite Grund ist jedoch, dass die Hardwarestruktur der Xbox One insgesamt zwar ebenso kraftvoll ist, wie die der PlayStation 4, durch verschiedene Kompromisse aber schwieriger zu programmieren. Daher fehlt z. B. die Zeit für die Grafik. Zukünftige Spiele sollen aber, sobald die Entwickler eins mit dem System geworden sind, deutlich besser aussehen und in konstanten 60FPS laufen.

Bisher gibt es an der Hardware also nicht so viel auszusetzen. In den Menüs und beim Start ist die Xbox One deutlich flotter als die Xbox 360, wenngleich der Kaltstart bis zu einer Minute dauern kann. Startet man ein Spiel hängen die Ladezeiten selbstredend auch vom Spiel ab. Alleine die scheinbar unendlichen Einblendungen der verschiedenen beteiligten Parteien ziehen deutlich an der Ladezeit und bringen ein Call of Duty - Ghosts mal eben auf 41:65 Sekunden vom Start bis zur Aufforderung, die Menü Taste zu drücken. Need for Speed - Rivals bringt es dagegen auf schlankere 31:58 Sekunden. Die Konsole selbst startet in knapp 20 Sekunden, manchmal sogar noch ein wenig fixer.

Das im Lieferumfang enthaltene Headset kommt mit einem nicht mehr biegbarem Mikrophon daher, welches allerdings auch nicht mehr gebogen werden muss. Die Audioqualität ist ausgezeichnet und Kristallklar. Die Reichweite ist sogar so gut, dass ohne Probleme das Klackern des Controllers gehört werden kann. Hier sahen wir uns aber ach mit dem ersten Problem konfrontiert, denn durch die hohe Wahrnehmung hört das Mikrophon auch den Ton aus dem Kopfhörer, wodurch ein unschönes Echo entstehen kann.

[Zurück]

Controller

Bereits die Xbox 360 hatte einen herausragenden Controller und die Nase gegenüber dem Dualshock 3 nicht nur aufgrund seiner Robustheit vorne. Auch die freundlicher platzierten Sticks und die Größe im Zusammenspiel mit dem Gewicht waren hervorragend. Kaum zu glauben, dass Microsoft den Controller noch optimieren konnte. Der Xbox One Controller ist nun etwas kleiner und leichter, die Sticks sind griffiger und auch die Trigger haben ein Update erhalten. Insgesamt liegt der Controller nun noch besser in der Hand als sein Vorgänger. Der klobige Kasten unter dem alten Wireless-Controller in den entweder die Batterien oder der Akku untergebracht wurde, ist verschwunden und verschafft dem Steuerungsgerät nun eine ebene und angenehme Unterseite. Das Batteriefach ist zu unserer Freude in den Controller selbst integriert.

Wahlweise kann der Xbox One Controller mit zwei AA-Batterien oder einem Akku (separat erhältlich) bedient werden. Beides kann aber auch weggelassen und einfach ein handelsübliches Micro-USB-Kabel angeschlossen werden. Wir haben es noch nicht getestet, aber wir würden zunächst davon abraten, euer Handy-Ladekabel über die Steckdose an den Controller anzuschließen, ein USB-Kabel an der Box selbst sollte aber funktionieren. Vom Design her passt sich der Xbox One Controller an die Konsole an. Er ist größtenteils Matt, der Bereich um Bumper, Trigger und den Home-Button ist in Klavierlack-Optik gehalten.

Die Eingaben werden schnell umgesetzt und sorgen insbesondere in den Spielen für ein sehr viel besseres Gefühl für die Steuerung. Auch die zusätzlich zu den normalen Motoren eingebauten Trigger-Motoren, die dafür sorgen, dass ihr direkt unter den nun auch viel breiteren Triggern von einander unabhängige Rumble-Effekte spüren könnt, verrichten ihre Arbeit zufriedenstellend. Dennoch ist auch hier zu Beginn etwas Eingewöhnungszeit nötig, da es doch etwas ungewohnt ist, direkt an den Zeigefingern eigene Vibrationen zu spüren. Der Rest des Controllers vibriert aber wie gehabt mit mehr als genug Power.

Manko am Steuerungsgerät der Xbox One sind jedoch die Sticks selbst. Ihre Position ist zwar hervorragend für die Hände geeignet, allerdings sind die Köpfe nun mit Vorkehrungen versehen, die ein Abrutschen der Daumen im Betrieb verhindern sollen. Diese Vorkehrung äußert sich im Rahmen einer Kule, die bei unserem Testgerät jedoch recht grobe Kanten hat und daher bei größerem Druck einen Abdruck am Daumen hinterlassen kann. Drückt man etwas stärker auf den Stick, kann man diese Kanten auch deutlich spüren. Das D-Pad ist dagegen nicht mehr rund, sondern ein klassisches Kreuz. Das ist eine deutliche Verbesserung, da nun auch präzisere Eingaben möglich sind.

[Zurück]

Interface und Bedienung

Die Bedienung ist recht vielseitig. Wie ja bereits bekannt sein dürfte, lässt sich die Xbox One sowohl mit dem Controller als auch per Sprach- und Gestensteuerung bedienen. Befehle des Controllers werden zielgerichtet umgesetzt, während es bei der Sprachsteuerung noch ein wenig hakelt. Nicht jeden Befehl erkennt die Xbox One sofort, reagiert aber ebenso zügig wie der Controller, sofern sie euch verstanden hat. Die Gestensteuerung ist ein nettes Gimmick, war bisher aber noch nicht zu gebrauchen. Mehr als scrollen kann man damit nach bisheriger Erfahrung nicht. Zusätzlich lässt sich die Xbox One auch noch mit der Smartglass-App für Windows, Android und iOS bedienen. Auch hier werden die Eingaben schnell umgesetzt und können sogar in einigen Anwendungen genutzt werden.

Das Interface ist im ersten Moment recht unübersichtlich und wechselhaft. Kaum hat man sich an die Anordnung bestimmter Anwendungen gewöhnt, sind sie auch schon woanders, weil die Xbox One die Reihenfolge nach einem bestimmten Muster erstellt. Überhaupt muss man sich erst einmal an das Interface, die Steuerung und die Funktionen gewöhnen. Eine gewisse Einarbeitungszeit wird sich nicht umgehen lassen, wenn man das Menü verstehen möchte. Es ist ein schmaler Grat zwischen einem am Nutzer vorbei entwickelten Interface und dem, was auf der Xbox One vorzufinden ist. Doch das Interface steht gerade noch auf der richtigen Seite dieses Grats und erweist sich letztlich als durchaus nutzerfreundlich. Trotz der Einarbeitungszeit richtet sich das Menü nach euren Wünschen aus und zeigt euch stets das, was euch am Meisten interessieren könnte.

[Zurück]

Games

Die Spielauswahl der Xbox One zum Launch ist noch recht überschaubar. Spricht man jetzt nur von reinen Vollpreistiteln, bringt es die Xbox One auf stolze 15 Spiele. Insgesamt sind es 22, davon 11 Exklusive. An vorderster Front stehen dabei die Rennsimulation Forza Motorsport 5, das Zombie-Gemetzel Dead Rising 3 und der Historienkracher Ryse: Son of Rome. Einen eigenen Shooter gibt es dieses Mal nicht zum Launch, allerdings warten 2014 unter anderem Titanfall und Halo 5 auf die Käufer der Xbox One. Dazu gesellen sich noch speziell für Kinect entwickelte Spiele wie Powerstar Golf, Xbox Fitness oder Zumba Fitness: World Party. Hinzu kommen hochrangige Multiplattform-Titel wie Battlefield 4, Need for Speed: Rivals, Assassin's Creed IV: Black Flag und FIFA 14, sowie einige kleine Download-Spiele wie Killer Instinct, LocoCycle oder Crimson Dragon.

Die Spiele-Auswahl ist ausreichend groß und es ist für jeden etwas dabei. Qualitativ gibt es aber große Unterschiede. Hier wurden insbesondere Crimson Dragon und Ryse: Son of Rome in den bisherigen Tests negativ bewertet. Dead Rising 3 und Forza Motorsport 5 haben dafür andererseits gute Wertungen erhalten. Im Endeffekt muss jeder für sich wissen, ob ihm ein Spiel gefällt. Die Ansprüche an die "Next-Gen" dürfen auch für beide Konsolen nicht zu hoch sein, denn das volle Spielpotential werden beide wohl erst in der Zukunft aufzeigen.

Unsere Tests:

Ryse - Son of Rome Dead Rising 3 Forza Motorsport 5 Assassin's Creed 4 Battlefield 4 Call of Duty - Ghosts Need for Speed - Rivals FIFA 14

Besonders erwähnenswert ist jedoch die Steuerung der Spiele. So lassen sich für fast alle Spiele Elemente finden, in denen die Sprachsteuerung von Kinect unterstützt wird. Dies lässt euch noch tiefer in die Spielwelt eintauchen und gestaltet eure erfahrungen noch realistischer. Musste man früher bei FIFA noch das Spiel unterbrechen um einen Spieler zu wechseln oder die Formation zu ändern, so kann man jetzt einfach während das Spiel läuft sagen, was man möchte, wie in der Realität. Auch in Battlefield 4 könnt ihr nun aktiv Angriffe befehlen oder einen Sanitäter rufen, als stündet ihr mitten auf dem Schlachtfeld.

[Zurück]

Weitere Features der Xbox One

Das große All-in-One-Paket der Xbox One ist in Europa leider noch nicht so groß, soviel muss vorweg gesagt sein. Während die Käufer in den USA sich vom Start weg über fast das komplette Angebot an Apps und Möglichkeiten freuen dürfen, werden einige Features hierzulande erst nachgereicht, oder fallen komplett weg. Andererseits ist die Auswahl an Features auch Open-Source, wodurch im Laufe des Lebenszyklus immer mehr dazu kommen und das vorhandene Angebot verbessert wird.

Wenn es um die aktuellen Features der Xbox One geht, steht Kinect 2.0 im Vordergrund. Die Kamera, die jeder Xbox beiliegt, kann euch nicht nur erkennen, sondern nimmt auch im Dunklen auf und verfügt über ein Wärmebild. Mit Kinect 2.0 könnt ihr Spiele spielen, die Xbox One und einige Spiele per Sprache oder Geste steuern und zum Beispiel euren Fernseher bedienen. Das ganze klappt momentan allerdings eher durchwachsen. Kinect erkennt eure Sprachbefehle zwar meistens sehr gut und setzt diese schnell um, allerdings muss man sich gelegentlich wiederholen oder etwas lauter sprechen. Die Gestensteuerung hat eine leichte Verzögerung und wir konnten noch nicht herausfinden, wie wir die Gestensteuerung für mehr nutzen, als nur zu scrollen. Grunsätzlich sind die Möglichkeiten mit Kinect aber hervorragend und faszinierend. Wir persönlich können uns nicht vorstellen, keine Gespräche mehr mit meiner Konsole zu führen. Die Lautstärke spielt aber eine wichtige Rolle, denn Kinect hat umso mehr Probleme, wenn das TV-Gerät zu laut eingestellt ist. Insbesondere Spiele sprechen dann umso seltener auf Befehle an, auch wenn die Xbox selbst euch noch versteht.

Kinect 2.0 erkennt euch. Auch das Feature, automatisch angemeldet zu werden haben wir getestet. So besitzt die Xbox One die Möglichkeit, selbst beim Übergeben des Controllers das angemeldete Profil zu wechseln, wenn Übergeber und Empfänger ein mit Kinect angemeldetes Profil auf der Konsole gespeichert haben. Der Wechsel klappt einwandfrei, wird aber während eines laufenden Spiels nicht immer unterstützt. Ansonsten gibt es trotz der anfänglichen Worte einige Apps und Features die es auch hierzulande gibt. Dazu gehören Skype, Machinima, Twitch, Zattoo TV, Xbox eigene Dienste Xbox Music und Xbox Video, Youtube und das Upload-Studio, mit dem bis zu fünf Minuten lange Aufzeichnungen eures Gameplays bearbeitet und an SkyDrive hochgeladen werden können. Später soll auch die Möglichkeit folgen, Livestreams über Twitch anzubieten oder Skype anzudocken. Gegenwärtig kann Skype nicht mit Video genutzt werden, wenn ihr gleichzeitig spielen wollt. Eine Sprachverbindung ist aber dennoch möglich.

Die Xbox One bietet so viele Funktionen, dass eine Review nicht reicht, um alle zu benennen. Noch dazu hatten wir bisher auch nicht die Zeit und Möglichkeit sie alle umfangreich zu testen. Weiterhin erwähnt werden muss aber das Andock-Feature, die TV-Bedienung und der HDMI-In-Anschluss. Die Andock-Funktion erlaubt es, neben dem Spiel, Film, TV-Programm, Internet Explorer und anderen Anwendungen eine weitere App im rechten Viertel des TV-Geräts zu nutzen. So kann gleichzeitig gespielt und im Internet gesurft oder fern gesehen werden. Skype lässt sich wie gesagt leider noch nicht andocken, aber wir sind von dieser Bild-in-Bild-Funktion begeistert und sie funktioniert sehr gut. Einzig der Wechsel zwischen großem Bild und angedockter App ist etwas holprig. Bisher haben wir nur zwei Wege in Erfahrung bringen können, um die Anwendungen zu wechseln. Entweder über den Home-Button und einen Abstecher auf den Startbildschirm oder über den Sprachbefehl "Xbox, Wechsel".

Kinect ist auch eine Fernbedienung, die mittels eines IR-Boosts zum Beispiel euren Fernseher steuern kann. Über den Befehl "Xbox, leiser" stellt sie die Lautstärke des Fernsehers niedriger. Auch das Aus- und Einschalten des Tons funktioniert einwandfrei. Ein über den HDMI-In-Anschluss verbundener Receiver lässt sich aber nur unter bestimmten bedingungen steuern. Der getestete Kabelreceiver von Sky funktionierte leider nicht, allerdings soll es vor allem mit Sateliten-Receivern klappen können. Ob Kinect auch mit einem TV-Gerät mit eingestecktem CI+ Modul funktioniert, konnten wir bisher noch nicht testen.

Zuletzt noch ein Wort zum HDMI-In-Anschluss der Xbox One. An diesen lässt sich so ziemlich alles anschließen, was sich mit einem HDMI-Kabel verbinden lässt, selbst wenn diese Verbindung nur durch Adapter möglich wird. So soll es bereits Menschen gegeben haben, die eine Dreamcast oder eine originale Xbox mit der Xbox One verbunden haben. Für Spielekonsolen ist dieser Anschluss aber bewusst nicht beworben worden. Es ist auch nicht zu empfehlen diese dort anzuschließen, da das Signal eine recht große Latenz aufweist und somit nicht ohne Verzögerungen und Lags spielbar ist. Für Rennspiele, Shooter und andere Spiele in denen auf schnelle Reaktionen ankommt, ist der Anschluss also ungeeignet. Tatsächlich dient er vor allem dem Anschluss eines Receivers, dessen TV-Signal über die Xbox One wieder gegeben werden kann. Die Bildqualität war im Testversuch jedoch noch nicht optimal. Auch hier ist fraglich, ob es mit einem Satelliten-Receiver besser funktioniert

[Zurück]

Wertungen der Redaktion zum Launch

Marco K.: Mit der Xbox One versuchen die Redmonder das Home-Entertaiment auf die nächste Ebene zu hiefen. Dies gelingt ihnen aber nur teilweise, denn besonders die TV-Features lassen sich in unseren Längen und Breiten noch gar nicht nutzen. Ein weiteres Features mit dem ich mich nie anfreunden werde ist der Kinect Sensor. Ich möchte weder mit meiner Konsole reden, noch selbst der Controller werden, besonders dann nicht wenn es zur Konsole ein so tolles Eingabegerät wie den Xbox One Controller gibt.

In Sachen Spiele zeigen besonders Forza 5 und Dead Rising 3 was Next-gen heißt und welches Potenzial unter der schnittigen Haube liegen. Doch dann klafft auch schon ein großes Loch im Launch Line-up. Wirklich stoßen tue ich mich nur am Betriebssystem der Konsole. Unter den großen und kleinen Kacheln fühlt sich alles sehr verschachtelt und tabletartig an, da fehlt es einfach an Eigenständigkeit. Nun aber zur Gretchenfrage: Würde ich sie mir kaufen? Nein, noch nicht. Fazit: 8.0

Martin W.: Wertungen sind für mich immer auch eine Kaufempfehlung. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Sache für mich eindeutig: Die Xbox One ist momentan keine Notwendigkeit, es mangelt schlicht an Gründen! Zu vieles fühlt sich noch nicht stimmig an und die zum Launch erschienen Titel rechtfertigen bei Weitem noch keinen Kauf. Sicherlich macht Microsoft vieles richtig. Die verstärkte Verknüpfung von Entertainment- und Gaming-Features, sowie zahlreichere Online-Optionen sind definitiv ein Schritt in die Zukunft, von der bislang kaum geforderten Hardware ganz zu schweigen.

Leider ist es aber auch dieser Spagat zwischen Spielen und Unterhaltung, der erst im Laufe der Zeit sein Potential entfalten wird und zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht gelingt. Wartet noch ein wenig und die Xbox One wird gemeinsam mit der PS4 die Vollendung des Home-Entertainments sein. Weiterer Vorteil für geduldige Spieler: In einem halben Jahr wird eher abzusehen sein, welche Konsole bei den Games die Nase vorne hat! Fazit: 6.5

Cliff A.: Ich muss ehrlich mit euch sein: Mein persönlicher Favorit war von Anfang an die PlayStation 4. Die E3 2013 war für Sony in jeder Hinsicht ein voller Erfolg. Doch die Zeit verging und damit änderte sich auch das Image der Konsole. Jetzt ist die Xbox One hier und ich muss sagen: Well done, Microsoft! Die neue Maschine macht wirklich den Eindruck einer Next-Gen-Konsole. Zu schade, dass diverse Anwendungen wie die Twitch-App noch nicht vollends funktionsfähig sind.

Die Sprachsteuerung reagiert nicht immer wie sie sollte und Kinect - na ja, Kinect halt. Solange nur eine Handvoll Titel mit der Kinect-Funktion ausgestattet sind, sehe ich keinen Mehrwert darin, mir eine Kamera ins Wohnzimmer zu stellen. Loben muss ich an dieser Stelle das Launch-Line-Up. Ja, es gab bereits bessere, doch mit Dead Rising 3, Ryse: Son of Rome und diversen Sporttiteln, ist dem Spieler zumindest für die Anfagsphase der Xbox One Beschäftigung gesichert. Fazit: 7.0

Marco S.: Die Xbox One ist ihrer Zeit voraus. Vielleicht sogar zu weit voraus, denn das volle Potential der Konsole wird längst nicht genutzt. Es fehlt noch an Apps und Features und auch Kinect ist noch nicht die Wundertechnik, die man hätte erwarten können. Dennoch ist die Xbox One ihr Geld in jedem Fall wert. Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt und wenn erst einmal ein paar Updates gelaufen sind, wird sie vielleicht auch nahezu perfekt sein können. Das Potential dazu ist jedenfalls jetzt schon vorhanden und wer nicht warten kann, macht mit einem Kauf auch nichts falsch. Fazit: 8.5

Ole S.: Da ist sie nun, die Xbox One! Doch so richtig weiß ich nicht, was ich mit ihr anfangen soll. Das Launch-Lineup haut mich nicht vom Hocker und auch die anderen Features sind nicht so meins. Ich bin Zocker durch und durch und da brauche ich vor allem eines: geniale Spiele. Doch leider gerade an diesem Punkt hapert es: Was soll ich mit einer x-ten Auflage von Forza, die wieder richtig gut geworden ist, wenn ich keine Rennspiele mag? Der Rest ist leider nicht das Gelbe vom Ei und ansonsten sind es Multiplattform-Titel. Fazit: 7.0

Johannes G.:  Seit kurzem ist sie hier, die Xbox One. Ich kann nur sagen, dass ich zu Anfang nicht besonders angetan war von Microsoft´s Konsole. Negative Publicity, zu unästhetisches Design, zu wenig interessante Launch-Titel und fehlende Apps wie Twitch-Streams zu Hosten sind mir ein Dorn im Auge. Dennoch haben mich erste praktische Erfahrungen mit der Konsole ein wenig “bekehrt“. Der Controller ist, trotz ungewöhnlicher LB und RB-Buttons vor allem wegen des neuen Digipads eine echte Bereicherung gerade für Prügelspiel-Fans. Und Killer Instinct ist ein Titel, denn ich als Beat´em Up-Veteran schon gerne mein eigen nennen würde.

Außerdem ist die Navigation im Dashboard überschaubarer gehalten als auf der Xbox 360, dank einer einfachen drei-fach Einteilung des Menüs(Pins, Home und Store). Sprachbefehle mit Kinect sind ein nettes Feature, aber wirklich von Nöten ist dies nicht. Wenn nur nicht der Stolze Preis von knapp 500 Euro wäre, hätte ich vielleicht schon zugeschlagen. Summa summarum: Für Fans ein muss, alle anderen sollten erst einmal abwarten. Fazit: 7.5

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare