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The Callisto Protocol im Interview– Das Spiel, vor dem selbst die Schöpfer Schiss haben

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Von: Joost Rademacher

The Callisto Protocol wird eine verstörende Erfahrung. Wir haben auf der Gamescom Entwickler Mark James getroffen und ihn über das Horrorspiel ausgefragt.

Köln – Wenige Monate vor dem Release von The Callisto Protocol liegt das Horrorspiel bereits unter dem Mikroskop der Horrorfans. Die Erwartungen sind hoch, immerhin entsteht das Spiel unter der Aufsicht von Dead-Space-Mastermind Glen Schofield. Wie gruselig soll The Callisto Protocol also werden? Kann so ein Sci-Fi-Spiel im Jahr 2022 wirklich noch schocken, und wenn ja, wie schaffen die Entwickler*innen das überhaupt? Wir haben auf der Gamescom 2022 mit Mark James, dem Chief Technology Officer von Striking Distance, über die Technik hinter dem Horror gesprochen.

Name des SpielsThe Callisto Protocol
Release2. Dezember 2022
PublisherKrafton
EntwicklerStriking Distance Studios
PlattformPS5, Xbox Series X, PC
GenreSci-Fi-Horror

The Callisto Protocol: Perfekt geplanter Grusel dank Horror-Engineering

Mit The Callisto Protocol tritt das Team rund um Glen Schofield und Mark James in große Fußstapfen. Immerhin war der Sci-Fi-Klassiker Dead Space das letzte Horror-Projekt des Creative Directors und bildet eine wichtige Blaupause dafür, was Fans bei Callisto dieses Mal erwarten. Allem voran steht für viele die Frage, ob The Callisto Protocol denn in Sachen Horror auch an Dead Space heranreichen kann, das für viele eines der gruseligsten Spiele aller Zeiten ist. Um dazu mehr zu erfahren, haben wir Mark James gefragt, wie das Entwicklerstudio mit Horror in Spielen umgeht.

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Striking Distance Studios hat sich eingehend Gedanken darüber gemacht, wie das Team dieses Mal für zünftigen Horror sorgen will. Die Entwickler*innen holen den Grusel von The Callisto Protocol nicht einfach aus starken Gegnern und stumpfen Jumpscare-Momenten mit lautem Knall. Stattdessen stützt das Studio sich auf ein Kernkonzept namens „Horror-Engineering“ als treibende Kraft hinter dem Schrecken. Mark James erklärt:

Wir verteilen die Angst in unserem Spiel in Maßen und wir spielen mit verschiedenen Typen von Angst. Manche haben vielleicht eine gewisse Angst vor großen Höhen, oder Klaustrophobie und wir schaffen verschiedene Ängste zu verschiedenen Zeiten. Wir bauen diese Schockmomente erst auf, wie ein Druckventil, und entladen den Druck dann in einem großen Schreck.

Mark James – CTO, Striking Distance

Das würde laut dem Entwickler vermeiden, dass Spieler*innen sich an den Grusel gewöhnen könnten. Er meint, dass The Callisto Protocol in seiner Struktur sehr anders sei, als andere Horrorspiele: „Wenn du den Spieler einfach konstant erschreckst, wird er irgendwann immun gegen den Horror. Dieser Aufbau der Anspannung bis zum tatsächlichen Schock ist ein wichtiger Punkt bei unserem Horror-Engineering“. Striking Distance will die Spieler*innen ständig in einem Gefühl von Anspannung fangen, auch wenn eigentlich noch nichts passiert. Die Angst vor dem Unbekannten und Ungewissen ist eben immer noch die effektivste.

The Callisto Protocol Screenshot
Interview zu The Callisto Protocol – Das Spiel, vor dem selbst die Schöpfer Schiss haben © Krafton/Striking Distance Studios

The Callisto Protocol: Selbst das Entwicklerteam hat noch Angst beim Zocken

Eine gewisse Unberechenbarkeit schwingt bei The Callisto Protocol aber ebenfalls mit. Besonders das Verhalten der Gegner spielt da eine große Rolle, was sogar die Mitarbeiter*innen von Striking Distance Studios immer wieder kalt erwischt. Im Spiel sollt ihr nämlich nicht einfach von bescheuerten Gegnerhorden überrannt werden, die „Biophage“ genannten Monster sind da ein wenig cleverer, wie Mark James enthüllt:

Wenn eine Biophage sieht, dass du andere Gegner um sie herum tötest, dann wird sie vor dir flüchten und in einen Lüftungsschacht verschwinden, um einen anderen Angriffsweg zu finden, ohne dass du sie sehen kannst. Es ist zum Fürchten und unsere armen QA-Leute haben immer noch Schiss vor dem Spiel.

Mark James

Der bloße Gedanke, dass ein Gegner in einem Horrorspiel sich neu positionieren will, um aus dem Hinterhalt angreifen zu können, ist schon schlimm genug. Umso grauenhafter noch, wenn die Monster in The Callisto Protocol einem durch ihr bloßes Aussehen schon Bremsstreifen in die Hose treiben. Im Black Iron Prison steht ihr nicht etwa Aliens oder anderen fantastischen Wesen gegenüber, nahezu alle Gegner waren in irgendeiner Weise mal menschlich:

Wir setzen uns tatsächlich hin und studieren Referenzmaterial wie medizinische Aufzeichnungen, um herauszufinden, wie sich menschliche Haut verhält und die Biophage realistisch darzustellen. (...) Diese Viecher sind mutierte Menschen und wir wollen, dass sie noch menschliche Eigenschaften zeigen – selbst unsere „Rusher“, unsere Spinnenmonster, haben noch ein Gesicht, wenn man genau hinsieht

Mark James

Wer also die Necromorphs aus Dead Space schon schlimm fand, darf sich auf einen Haufen von morbide mutierten Monstern in The Callisto Protocol freuen. Wer genauer wissen will, was das Horrorspiel von Striking Distance Studios auf dem Kasten haben wird, sollte einen Blick in unsere Preview zu The Callisto Protocol werfen. Auf der Gamescom 2022 haben wir neben unserem Gespräch mit Mark James auch eine brandneue Gameplay-Präsentation aus dem Spiel sehen dürfen, zu der ihr in der Vorschau mehr erfahren könnt.

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