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Mythologie mal anders

Der tief verwurzelte Aberglaube der norwegischen Segler

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Norwegen: Warum die Segler an abstruse Dinge glauben.

Norwegen ist in vielerlei Hinsicht ein Paradies für Einheimische und Besucher aller Generationen. Doch nicht immer hatte Norwegen die großen finanziellen Mittel zur Verfügung, die erst durch die Entdeckung von großen Erdölreserven zum Vorschein kamen. Die skandinavische Nation blickt auf eine lange Historie der Schifffahrt und vor allem des Fischens in allen Regionen zurück. Dabei bildeten sich im Land der Mitternachtssonne und der Nordlichter viele Aberglauben, die zum Teil bis heute tief im täglichen Leben verwurzelt sind. 

Der Aberglaube beginnt auf dem Land

Wer im Winter eine norwegische Hafenstadt wie Bergen, Trondheim oder Tromsø besucht, wird sich erst einmal mächtig wundern. Tag und Nacht sind die Städte und Ortschaften stark beleuchtet, in fast jedem Fenster in Wohnzimmer oder Küche scheint Licht zu brennen. Dieser Brauch geht auf die Segler zurück, die vor vielen Jahrzehnten das Nordmeer mit zum von der SKU beschriebenen Nordkap befuhren. In der winterlich finsteren Nacht gab es für sie keinerlei Anhaltspunkte, wo die See langsam in Richtung Land abflachte. Mit den Lichtern sollte ihnen der Weg nach Hause gewiesen werden. Noch heute ist der Brauch bei den Einheimischen, die ihre Tradition gerne pflegen, verbreitet. 

An der Küste war das Fischen das Mittel zum Überleben der meisten Menschen. Wenn sie tagtäglich ihren Lebensunterhalt bestritten, mussten sie sich nicht nur mit den teils übermäßig widrigen Bedingungen auf dem Nordmeer auseinandersetzen. Vielmehr galt Draugen als größter Grund für die Ängste der Einheimischen. Draugen kann in diversen Formen sowie Gestalten erscheinen. Der mystischste aller Draugen war jener des toten Mannes, der ein halbes Schiff steuerte. Dieser Draugen war der Überbringer schlechter Nachrichten. Er stand für schlechtes Wetter und damit verbundene Stürme, die oftmals viele Leben kosteten. 

Deutlich positiver waren die Aussichten, wenn Seeleute Kormorane erblickten. Sie standen zwar weder für schlechtes noch für gutes Wetter, waren aber dennoch ein gutes Omen. Die Vögel schweben gerne auf der Suche nach Fisch über dem Wasser. Sie gelten laut der alten norwegischen Traditionen als die Geister der verstorbenen Geliebten. Statt in ihrer ursprünglichen (menschlichen) Form zurückzukehren, erscheinen sie in Form der Kormorane. Diese ähneln den Raben mit ihrem laut brodowski-fotografie tiefschwarzen Äußeren erstaunlich deutlich und besaßen lange sogar den Spitznamen Seeraben, obwohl sich Raben selbst nicht gerade durch positive Assoziationen auszeichnen. Bis heute haben sich die Mythen gehalten und fanden zum Beispiel Einzug in die Gaming-Welt, wo Spiele wie das Action-Adventure-Videospiel God of War von Sony oder Slotmaschinen wie Thunderstruck II im Casino von Betway die Raben schließlich in positiverem Licht dastehen lassen. In beiden Spielen werden die Raben als mystische Tiere des Nordens dargestellt, die den Spielern Kraft verleihen. Diese Präsentation spiegelt das positive Image der Raben im nordischen Mythos wider. 

An weniger glauben bringt beim Fischen mehr 

Wer zum Fischen etwa in Lysøya auf das Nordmeer hinausfährt, weiß im Voraus nie, wie viel Erfolg dabei auf ihn oder sie wartet. Der Aberglaube der norwegischen Segler allerdings besagt, dass es sich lohne, nicht mit zu viel Fang zu rechnen. Je kleiner der mitgenommene Behälter ist, desto mehr Fisch werde man am Ende fangen. Genauso gilt das Gegenteil für große Behältnisse. Außerdem war es als schlechtes Omen verschrien, den Fisch bereits vor dem Ende des Tages zu zählen, ehe die Heimreise angetreten wurde. Sollte die Zahl der gefangenen Fische einmal nicht besonders hoch sein, sind Beschwerden darüber dennoch nicht angemessen. Vielmehr galt die Hoffnung dem nächsten Tag auf See. 

Ein süßes Bild ist es, wenn kleine Robben um die Küsten Norwegens ihre Kreise ziehen und nach Beute Ausschau halten. Baby-Robben dienen jedoch zugleich auch als Teil des Aberglaubens der Fischer. Dabei stellt sich vor allem die Frage, auf welcher Seite des Bootes sie zuerst gesehen wurden. Wenn der kleine Kopf vor oder neben dem Boot zum Vorschein kam, galt das laut Norwegenstube lange Zeit als Zeichen für Glück für den Fang und das Segeln selbst. Jedoch kehrten die Norweger oftmals direkt wieder um, wenn eine Robbe es sich hinter dem Boot gemütlich machte. In dieser Situation wurde ein sehr schlechter Fang erwartet. Ob diese Mythen in der Realität wirklich jene Folgen hatten, ist fraglich. Dennoch handelt es sich um eine Geschichte, die in Norwegen auch heute noch gerne erzählt wird. 

Zu guter Letzt gilt noch ein Blick den Nordlichtern, Norwegens liebstem Touristenmagneten. Die mystische Erscheinung ist zum Beispiel beim Angeln in Sørøya in der Region Finnmark perfekt zu verfolgen. Die Ureinwohner Nord-Skandinaviens, die Sámi, trauten den Lichtern überhaupt nicht und bleiben zum Teil selbst heute lieber in den eigenen vier Wänden, statt auf einem Boot hinauszufahren. Das noch heute in Nordnorwegen beheimatete Volk glaubte an die Gefahr, dass die Nordlichter all jenen, die sie sehen, entweder den Kopf abschneiden oder sie nach oben in den Himmel entführen. Deshalb war es ein zu hohes Risiko, nach oben zu winken, zu singen oder zu pfeifen. Norwegen ist eine Nation voller Traditionen und Mythen, die zum Teil noch heute gelebt werden. Dabei kommt den Fischern im ganzen Land eine entscheidende Rolle zu, da sie die Vergangenheit des Landes in erster Linie repräsentieren.

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