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Twitch kündigt 400 Mitarbeiter – Was bedeutet das für die Streaming-Plattform?

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Von: Josh Großmann

In einer internen Nachricht an die Mitarbeiter gibt der neue Twitch-CEO Dan Clancy bekannt, dass 400 Mitarbeiter gehen müssen, um Kosten zu sparen.

San Francisco, Kalifornien – Twitch gibt bekannt, dass 400 Stellen abgebaut werden sollen. Die Meldung folgt nur wenige Tage nach dem Rücktritt des alten CEO und Twitch-Mitgründers Emmet Shear. Als Gründe nennt die Tochtergesellschaft von Amazon die Folgen von Fehlkalkulationen während der Corona-Pandemie. Streamer äußern ihre Sorgen wegen des neuen Twitch-Chefs Dan Clancy.

Name des UnternehmensTwitch Interactive, Inc.
HauptsitzSan Francisco, Kalifornien
Gründung6. Juni 2011
DachorganisationAmazon.com, Inc.
Gründer*innenJustin Kan, Emmett Shear, Michael Seibel, Kyle Vogt

Neuer Twitch-CEO feuert 400 Mitarbeiter – 20 Prozent der Arbeitskraft werden entlassen

Was ist passiert? Am 16. März gab der frühere CEO und Twitch-Mitgründer Emmet Shear seinen Rücktritt bekannt. Nun, kurz darauf am 20. März, sollen unter der Führung des neuen CEOs Dan Clancy ganze 400 Mitarbeiter entlassen werden. Das bringt die Entlassungen bei Amazon auf etwa 27.000 seit Dezember 2022. Berichten zufolge entsprechen 400 Mitarbeiter bei Twitch etwa 20 Prozent der gesamten Arbeitskraft.

Logo von Twitch auf Flammen
Twitch feuert 400 Mitarbeiter – Streamer haben Angst vor neuem Chef: „Hat nicht mal Twitter“ © Twitch/Unsplash (Montage)

Der Grund: Als Grund werden Fehlkalkulationen während der Corona-Pandemie genannt. In einer internen Nachricht und im offiziellen Twitch-Blog schreibt Dan Clancy: „Wie viele andere Firmen auch, ist unser Geschäft von der aktuellen makroökonomischen Umgebung beeinträchtigt und Nutzer- sowie Einnahmen-Wachstum haben sich nicht so entwickelt, wie wir es erwartet haben.“ Zwar sei die Firma im Lockdown 2020 und 2021 rapide gewachsen, doch stelle sich nun wieder ein langsameres Wachstum ein.

Diese Kostensparmaßnahme startete in 2022 als wir uns dafür entschieden haben, Rekrutierungsprozesse zu verlangsamen und wurde 2023 mit Budgetkürzungen fortgesetzt. Dies war nötig und hat signifikante Auswirkungen auf unsere Kosten gehabt. Um jedoch unser Geschäft noch nachhaltiger zu führen, haben wir die schwierige Entscheidung getroffen, unsere Arbeitskraft zu verkleinern, welche die höchsten Kosten für unsere Firma sind.

Dan Clancy, CEO von Twitch

Was bedeutet das? Welche Folgen das für Zuschauer und Streamer hat, ist nicht ganz klar. Twitch kürzte Top-Streamern das Gehalt und will künftig neue Wege finden, um mehr Werbung zu schalten. Es ist denkbar, dass die Sparmaßnahmen für Veränderungen auf der Nutzerseite sorgen und auch für Handlungsbedarf bei Streamern sorgen.

Twitch-Entwicklung während der Corona-Pandemie

Mit Beginn der ersten Einschränkungen zur Corona-Pandemie Anfang 2020 explodierten die Zuschauerzahlen auf Twitch. 2019 wurden vierteljährlich knapp 3 Milliarden Stunden auf Twitch zugesehen, was sich in 2020 auf über 5 Milliarden Stunden erhöhte. Im ersten Halbjahr 2021 erreichte Twitch mit etwa 6,5 Milliarden gestreiften Stunden seinen Höhepunkt und seitdem sinken die Zahlen wieder. Ende 2022 bleiben die Zuschauerzahlen mit knapp 5,5 Milliarden Stunden aber weiterhin so hoch wie zu Beginn der Pandemie.

Twitch entlässt 400 Mitarbeiter – Streamer haben Angst vor ihrem neuen Chef

Streamer melden sich zum neuen Boss: Schon vor der Hiobsbotschaft der Entlassungen, teilten große Twitch-Streamer ihre Sorgen über Dan Clancy. Emmet Shear habe als CEO schon wenig Bemühungen gezeigt, um mit Creators und Streamern in Kontakt zu treten, jedoch soll es mit dem knapp 20 Jahre älteren Chef noch schlimmer aussehen. Top-Streamer MoistCritkal erklärte auf YouTube: „Dan ist fast 20 Jahre älter als Emmet Shear – er ist 59 und er hat keinen Twitter-Account oder generell wenig Social Media.

IRL-Streamer Jakenbake traf Dan Clancy auf der TwitchCon und äußerte Bedenken: „Ich fühle mich nicht zuversichtlich als Streamer auf einer Plattform, mit jemandem, der so wenig Bezug hat“. Wie schlimm es für Streamer und Streamerinnen wirklich wird, lässt sich nur ausmalen. Auch viele weitere Twitch-Stars klagten über den neuen CEO und haben nach Shears Rücktritt auf eine neue Ära gehofft. Streamer Asmongold drückte den Geld-Knopf auf Twitch – mehr solcher Monetisierungsoptionen sind durchaus denkbar.

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