Erste Aufarbeitung der Geschehnisse

Ubisoft: Aufarbeitung des Missbrauchs-Skandal – Ein Viertel von Befragten betroffen

  • Jonas Dirkes
    vonJonas Dirkes
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Nach der öffentlichen Entschuldigung von Yves Guillemot im September veröffentlichte Ubisoft nun eine anonyme, interne Befragung zum Missbrauchs-Skandal des Unternehmens.

  • Nach der Enthüllung des Missbrauchs-Skandals bei Ubisoft gelobte CEO Ives Guillemot Besserung.
  • Nun veröffentlichte die Firma aus Paris eine anonyme, firmeninterne Befragung zur Aufarbeitung der Fälle von Diskriminierung und Belästigung im Unternehmen.
  • Ein Viertel der Befragten gaben an Fehlverhalten bei Ubisoft wahrgenommen zu haben.

Paris, Frankreich – Seit dem Sommer steht Ubisoft in scharfer Kritik. Innerhalb des Unternehmens soll es zu Belästigungen gekommen sein. Generell solle die Firma aus Paris von tief verwurzelten toxischen Strukturen durchzogen sein. Im September gelobte CEO Ives Guillemot öffentlich Besserung und Transparenz. Nun lässt Ubisoft Taten folgen und veröffentlichte die Ergebnisse einer firmeninternen Befragung – ein Viertel der anonym befragten Beschäftigten nahmen Fehlverhalten innerhalb des Unternehmens wahr.

SpieleentwicklerUbisoft
Umsatz1,732 Milliarden EUR (2018)
ZentraleMontreuil, Frankreich
CEOYves Guillemot (2000-)
Tochterunternehmen\tUbisoft Montreal, Massive Entertainment und mehr
GründerYves Guillemot, Michel Guillemot, Christian Guillemot, Gerard Guillemot, Claude Guillemot

Ubisoft: Yves Guillemot gelobte Besserung nach Missbrauchs-Skandal

Bereits Anfang September entschuldigte sich Ubisoft CEO Ives Guillemot im Zuge der zweiten Ubisoft Forward öffentlich via Twitter für die Missbrauchs-Fälle innerhalb Ubisofts. Damals gab Guillemot bekannt, dass Täter mit Kündigungen oder Sanktionen zu rechnen haben. Man würde fortan nicht mehr stillschweigend wegsehen. Die Diversität und Inklusive im gesamten Unternehmen solle gestärkt werden. Als oberstes Ziel setzte Guillemot für die Zukunft des Unternehmens die Maxime, dass jeder sich willkommen, respektiert und sicher bei Ubisoft fühlen solle.

Bereits kurz nach Veröffentlichung der Entschuldigung hagelte es Kritik: Anstatt die Botschaft im viel geklickten Ubisoft Forward Stream zu verbauen, veröffentlichte man sie still und heimlich via Twitter – als würde man das heikle Thema schnell und ohne großes Aufsehen abhaken wollen. Wie die Kollegen von Kotaku berichten, veröffentlichte nun aber das offizielle Ubisoft PR-Team (nicht selbstorganisierte Mitarbeiter) eine anonymisierte firmeninterne Befragung zum Missbrauchs-Skandal. Die amerikanische Gaming-Seite hatte bereits im August eine lesenswerte Reportage zum Thema veröffentlicht.

Ubisoft: Ein Viertel nahmen laut firmeninterner Befragung Fehlverhalten innerhalb des Unternehmens war

Ganze 25% der Befragten gaben an, Fehlverhalten innerhalb Ubisofts aus erster Hand erfahren zu haben – sei es als Opfer oder Zeuge. Einer aus fünf Angestellten fühle sich außerdem „nicht vollständig respektiert oder sicher in der Arbeitsumgebung“, die Ubisoft für sie geschaffen habe. Für Frauen in der Firma wäre es um ganze 30% wahrscheinlicher, Diskriminierung zu erfahren oder Zeuge von ihr zu sein. Bei Mitarbeitern mit nichtbinärer Geschlechtsidentität läge der Wert sogar bei ganzen 43%.

Außerdem fühlen nur 66% aller vom Missbrauchs-Skandal betroffenen Mitarbeiter, dass sie die notwendige Unterstützung seitens Ubisoft in der Aufarbeitungsphase erhalten hätten. Laut Guillemot weise die Studie darauf hin, dass es noch immer Defizite in führenden Positionen bei Ubisoft gäbe. Diese Mitarbeiter müssten unterstützt werden, um ein besseres Vorbild innerhalb der Firma zu geben. Durchgeführt wurde die Befragung übrigens nicht von Ubisoft direkt, sondern einer unabhängigen Firma. 

Ubisoft: Neues Komitee soll unangebrachte Veröffentlichungen verhindern

Nachdem der Missbrauchs-Skandal an die Öffentlichkeit gelangte, häuften sich Pannen und problematisches Verhalten bei Ubisoft. Erst im September veröffentlichte man beispielsweise einen Trailer Zusammenschnitt aller Assasin’s Creed Teile, ließ aber jeglichen spielbaren weiblichen Charaktere im Video weg.

Zuvor nutze man eine nach oben gestreckte Faust – ein beliebtes Symbol der Black Lives Matter Proteste in Amerika – als Erkennungszeichen einer terroristischen Gruppe in einem Tom Clancy-Handyspiel. Um solche Fiaskos in Zukunft zu verhindern und alle Produkte im Einklang mit den Firmenwerten „Respekt und Fairness“ zu halten, soll ein Ubisoft-Komitee ins Leben gerufen werden. Als zusätzliches paar Augen, soll besagtes Komitee alle Veröffentlichung noch einmal kontrollieren.

Ubisoft: Missbrauchs-Skandal – Interne Umfrage legt Erschreckendes offen

Erst Mitte September gab man zusätzlich bekannt, dass Rayman-Schöpfer Michel Ancel nach fast 30 Jahren Ubisoft und die Videospiel-Industrie verlassen werde. Jetzt steht allerdings auch Ancel im Fadenkreuz: Angeblich soll der Game Designer durch eine toxische Führerschaft über die Entwicklung von Beyond Good and Evil 2 geschaltet und gewaltet haben. Ancel bestreitet das. Der Missbrauchs-Skandal ist also noch lange nicht durchstanden und wird Ubisoft wohl noch lange begleiten. 

Rubriklistenbild: © Ubisoft Montreal

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