1. ingame
  2. Gaming News

Ukraine-Krieg: Virale Gefechtsaufnahmen stellen sich als Videospiel-Clip heraus

Erstellt:

Von: Adrienne Murawski

In der Ukraine tobt Krieg und Gefechtsaufnahmen gehen viral. Ein Video sorgt nun für einen handfesten Skandal. Der Clip zeigt Szenen aus einem Videospiel.

Kiew, Ukraine – Es waren die wohl erschreckendsten Nachrichten seit langem. Am 24. Februar 2022 ist Russland in die Ukraine einmarschiert. Seitdem herrscht Krieg im Osten von Europa. Russland hat bereits mehrere Städte in der Ukraine angegriffen, darunter auch die Hauptstadt Kiew. Immer wieder kursieren Videos und Bilder in den sozialen Medien. Doch vor dem Teilen sollte man diese eingehend überprüfen. Eine virale Gefechtsaufnahme hat sich nun nämlich als Clip aus einem Videospiel herausgestellt.

Name des SpielsArma 3
Release (Datum der Erstveröffentlichung)12. September 2013
Publisher (Herausgeber)Bohemia Interactive
SerieArma
PlattformenPC
EntwicklerBohemia Interactive
GenreTaktikshooter, Militärsimulation

Ukraine-Krieg: Virales Raketengefecht stammt aus einem Videospiel

Um welchen Clip geht es? Auf Facebook Gaming gingen gestern einige Videos viral, die angeblich Szenen aus der Ukraine zeigten. Darauf zu sehen war ein Kampfjet, der abgeschossen wurde. Auf Twitter wurde das Video mit dem Text „Die Ukraine feuert Raketen ab, um das Artilleriefeuer russischer Flugzeuge abzufangen“ gepostet. Der Tweet wurde mittlerweile vom Unternehmen gelöscht und auch Facebook versucht gegen diese Clips vorzugehen. Bei diesem Video handelt es sich nämlich nicht um Aufnahmen aus der Ukraine, sondern um Clips aus dem Militärshooter Arma 3. Aktuell kursieren zahlreiche fürchterliche Videos zum Krieg in der Ukraine*.

Mensch schaut Video auf PC
Ukraine-Krieg: Gefechtsaufnahmen gehen viral – stammen aus Videospiel © pexels/Arma 3 (Montage)

Das ist auch nicht das erste Mal, dass das Spiel von Bohemia Interactive als „Kriegsaufnahme“ missbraucht wird. Bereits 2018 veröffentlichten russische Medien Clips aus dem Spiel und schrieben, dass es sich bei dem Gezeigten um Aufnahmen aus dem Krieg in Syrien handeln würde. Kotaku berichtete bereits damals über den Vorfall. Diese Karte zeigt, wo es bereits zu Angriffen in der Ukraine* gekommen ist.

Wie viele Menschen haben den Clip gesehen? Wie Bloomberg berichtet, wurden die viralen Gefechtsaufnahmen, die aus Arma 3 und nicht der Ukraine stammen, von mehr als 110.000 Zuschauer*innen verfolgt und mehr als 25.000 Mal geteilt. Der oben genannte Tweet konnte vor der Löschung über 11.000 Likes und 2.000 Retweets sammeln.

Laut Bloomberg wurden die Videoclips aus Arma 3 sogar mit „Breaking“-Bannern belegt und hatten wohl oftmals arabische Titel. Der Top-Livestream zeigte wohl ein Flugzeug, das eine Küstenlinie beschießt. Auch dieses Video stammt aus dem Game Arma 3. Der Kanalbesitzer, der sich Naruto nennt, bat seine Zuschauer*innen während des Streams immer wieder, seinen Kanal zu abonnieren.

Ukraine-Krieg: Facebook will gegen falsche Informationen vorgehen – Richtet Special Operations Center ein

Was will Facebook gegen solche falschen Videos tun? Facebook kämpft schon lange gegen Falschinformationen an, zuletzt vor allem gegen falsche Informationen bezüglich der Coronapandemie. Als Antwort auf die aktuelle Situation in der Ukraine hat Meta, der Mutterkonzern von Facebook, nun ein „Special Operations Center“ eingerichtet, das Videos, Clips und andere Posts zum Ukraine-Krieg in Echtzeit überprüfen soll. So postete Nathaniel Gleicher, Kopf von Metas Sicherheitspolitik, auf Twitter, dass das Special Operations Center mit Expert*innen besetzt werden würde, darunter auch Muttersprachler*innen.

Wie kann man sich gegen Falschinformationen schützen? Dieses Beispiel zeigt abermals, dass man Postings in den sozialen Medien ganz genau überprüfen muss und man aktuell leider nicht vor Falschinformationen geschützt ist. Für Gamer*innen mag es einfach sein, diese Clips als Videospielaufnahmen zu enttarnen. Viele andere haben dieses Wissen jedoch nicht und je schlechter die Qualität der Aufnahmen ist, desto eher können sie als „echt“ wahrgenommen werden. Im Live-Ticker zum Ukraine-Krieg* bleibt ihr immer auf dem aktuellen Stand.

Daher sollte man vor dem Teilen von Informationen und Clips zum Krieg in der Ukraine stets die Quellen überprüfen. Eine vertrauenswürdige Quelle ist unter anderem die Tagesschau. Melina Borcak hat ebenfalls wertvolle Tipps zur Berichterstattung im Ukraine-Krieg geteilt. *merkur.de und tz.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant