Riot Games will besser durchgreifen

Valorant: Giftige Community — Riot Games geht gegen toxische Spieler vor

  • vonJanik Boeck
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In Valorant kommt es im Voice-Chat immer häufiger zu Beleidigungen von Spielern. Entwickler und Publisher Riot Games will nun gegen toxisches Verhalten vorgehen. Die Maßnahmen sind jedoch umstritten.

Los Angeles, USARiot Games hat große Neuerungen angekündigt. Der Publisher von League of Legends und Valorant, plant Änderungen seiner Nutzungsbedingungen und Datenschutzerklärung. In einem Blog-Eintrag erklärt die Firma, dass damit Fehlverhalten besser bestraft werden soll.

Name des SpielsValorant
Release (Datum der Erstveröffentlichung)2. Juni 2020
Publisher (Herausgeber)Riot Games
PlattformPC
EntwicklerRiot Games
GenreTaktik-Teamshooter

Valorant: Diese Schritte hat Riot Games geplant

Valorant setzt, anders als beispielsweise League of Legends, auf einen umfassenden Voice-Chat. Dieser wirkt sich maßgeblich auf den Erfolg eines Matches aus. Voice-Chats werden aber auch immer wieder für Beleidigungen oder anderes Fehlverhalten missbraucht. Anders als beim Chat ist es hier allerdings deutlich schwerer, solches Fehlverhalten zu ahnden. Riot Games plant daher den Voice-Chat aufzuzeichnen und auszuwerten. Hierzu werden die Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien geändert.

Riot Games reagiert damit nach eigener Aussage auf zunehmende Beschwerden aus der Community. Das Ziel sei es, störendes Verhalten auszumachen und zu bestrafen. Die Aktualisierung der Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien betrifft dabei alle Titel von Riot Games. Das Aufzeichnen des Voice-Chats sei allerdings vorerst nur für Valorant vorgesehen. Für alle anderen Titel gäbe es dazu bisher keine Pläne.

Valorant: Wie genau will Riot Games den Voice-Chat aufzeichnen?

Die wichtigste Frage zuerst: Hört bei Valorant ständig jemand im Voice-Chat mit? Nein. Riot Games analysiert Aufzeichnungen des Voice-Chats nur dann, wenn ein Report vorliegt. In diesem Fall werden die Aufzeichnungen der betreffenden Spieler:inn zur Verfügung gestellt. Sobald die Daten nicht länger benötigt werden, werden sie gelöscht.

Wie genau die Daten ausgewertet werden, steht noch nicht fest. In einem Interview mit Tech Crunch erklärten Riot Mitarbeiter, dass man verschiedene technische Lösungen teste. Dabei wird das System vorerst nur auf den nordamerikanischen Valorant-Servern in Betrieb genommen. Sobald das der Fall ist, werden die Spieler:innen im Client darüber informiert, dass eine Aufnahme gestartet wurde.

Riot Games sorgt mit Änderungen um „Valorant“ für Wirbel.

Anschließend will Riot Games das System auf weitere Regionen und Sprachen ausweiten. In Bezug auf den europäischen Datenschutz äußerte sich ein Riot Mitarbeiter auf reddit. Riot Games habe die Datenschutzbestimmungen von Anfang an mit in die Planung einbezogen. Man habe sich dazu mit Datenschutz-Experten und Expertinnen zusammengetan, um Probleme zu vermeiden.

Valorant: Riot Games bietet eine Alternative zur Aufzeichnung des Voice-Chats

Hierbei hält es Riot Games wie Peter Lustig am Ende jeder Sendung: abschalten. Wer nicht möchte, dass der Voice-Chat in Valorant aufgezeichnet wird, muss ihn deaktivieren. Wer den Voice-Chat nutzt, muss damit leben, dass Gespräche aufgezeichnet werden. Riot Games geht damit einen äußerst gewagten Schritt. Denn gespeicherte Daten sind vor allem für Nutzer:innen ein sensibles Thema. Diese Erfahrung durfte der Publisher mit dem Release von Valorant machen. Damals geriet Riot Games wegen der Anti-Cheat-Software Vanguard in Valorant stark in die Kritik.

Valorant: Riot Games sorgt erneut für Kontroverse – die Community diskutiert erregt

Der Publisher aus Los Angeles ist freilich kein unbeschriebenes Blatt, wenn es um Skandale geht. Erst in diesem Jahr sorgte Riot Games durch Sexismus-Anschuldigungen gegen einen hochrangigen Mitarbeiter für Schlagzeilen. Kein Wunder also, dass auch die neuste Ankündigung zu Valorant auf reddit heiß diskutiert wird. Während einige Nutzer:innen das neue System begrüßen, fürchten andere eine Überwachung durch Staatsorgane. User:in „naexta“ geht sogar so weit, zu behaupten, dass NSA und China sich Zugriff zu den Daten verschaffen könnten. Inwieweit solche Befürchtungen eintreffen, bleibt aber abzuwarten. Fürs erste verspricht Riot Games jedenfalls eine transparente Testphase.

Rubriklistenbild: © Riot Games

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