Wird es in FIFA eines Tages nur noch Online-Modi geben?

  • Roberto Quentin
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Viele langjährige FIFA-Spieler sind unzufrieden. Zur Veröffentlichung kam FIFA 20 gar nicht gut an, wenn man nicht gerade Ultimate Team spielt. Einzelspielermodi wie die Karriere waren praktisch unspielbar und sorgten für einen großen Aufschrei in der Community. Der Vorfall zeigte klar, wo die Prioritäten von EA liegen. Wird es in Zukunft Spiele wie FIFA gar komplett ohne Offline-Modi geben?

60 Euro im Jahr sind vielen zu viel

FIFA 21 erscheint demnächst von EA Games

Wer sich im Besitz des aktuellen FIFA-Spiels befindet, wird sich schnell klar, worauf EA Sports besonderen Wert legt. Der Modus heißt Ultimate Team und ist im Grunde ein Sammelkartenspiel. In diesem geben Nutzer allerdings so viel Geld aus, dass es sich für EA um eine wahre Goldgrube handelt. Einen anderen Weg gibt es überhaupt nicht, um online konkurrenzfähig zu sein. Nur die besten virtuellen Teams, die eben die Sonderkarten wie zum Team of the Year enthalten, haben eine Chance. Diese sind entsprechend teuer und müssen entweder per Coins oder Packs gekauft werden. Sicherlich handelt es sich hierbei um ein Konzept, das altbewährt ist und sich für EA lohnt. FUT war 2019 für 28 Prozent des Gesamtumsatzes des Unternehmens verantwortlich - eine riesige Zahl, die in der Gaming-Welt ihresgleichen sucht.

Wenn die Online-Welt so viel Umsatz abwirft, ist verständlich, warum Offline-Modi aus geschäftlicher Hinsicht einen weniger zentralen Platz einnehmen. Enttäuschend ist die Entwicklung dennoch für all diejenigen, die sich das Online-Gaming nicht leisten möchten oder können. Immerhin kostet es den stolzen Betrag von 59,99 Euro im Jahr, nur um das ohnehin bereits im eigenen Besitz befindliche Spiel vollständig ausnutzen zu können. In der Standard-Edition für PS4 und Xbox One kostete FIFA 20 zum Release-Termin weitere 69,99 Euro. Knapp 130 Euro also für ein Videospiel, wenn sonst keines online genutzt werden sollte.

Wie sieht die Zukunft aus?

Mobile Games wie Pokemon Go werden immer erfolgreicher

Völlig zu Recht stellen sich angesichts der jüngsten Entwicklung viele die Frage, wie die Zukunft in der Gaming-Industrie aussehen wird. Dass das Internet die Hauptrolle einnehmen wird, scheint derweil klar zu sein. Der Trend der Mobile- und Browserspiele zeigt dies eindrucksvoll. Immer mehr sind umfangreiche Spiele ohnehin nicht mehr im Trend. Stattdessen suchen die Gamer nach den Spielen, die sie bequem in einer Pause während der Arbeit oder im Bus nutzen können. Schon früh hatten Unternehmen wie Facebook mit Spielen wie Farmville diesen Trend erkannt, ehe andere nachzogen. Eine dieser Branchen ist die der Online Casinos. In einem solchen Casino ist es längst möglich, eine Vielzahl von Spielen auszuprobieren. Dazu gehören Slot-Klassiker, aber auch hochmoderne Live-Games. In diesen sitzt dem Spieler etwa beim Roulette ein Croupier per Webcam gegenüber. Soziale Interaktion fehlt hingegen bei Spielen wie FIFA meist völlig. Genau diese ist in der zunehmend schnelllebigen Welt aber im Interesse von Nutzern.

EA versucht den Community-Aspekt mit Online-Modi wie FUT abzudecken. Das gelingt zwar nur mäßig gut, hat aber dennoch Zukunft. Für Offline-Spiele bedeutet das wenig Gutes, aber dennoch nicht das Ende. Vor allem in großen Reihen wie FIFA sind für Offline-Modi wie die eigene Karriere keine großartigen Veränderungen nötig, wenn die Entwickler das nicht möchten. Die Datenbank der Spieler und Vereine wird durch die anderen Modi ohnehin aktualisiert, sodass am Ende abseits einiger optischer Veränderungen derselbe Modus entsteht. Die zunehmend frustrierten Offline-Spieler überhört EA Sports dabei gekonnt. Auch 2021 wird keine große Verbesserung zu erwarten sein. Das liegt vor allem daran, dass EA schon jetzt mit Hochdruck am Sprung auf PS5 und Xbox Series X arbeiten muss, um nicht wie beim letzten Wechsel der Konsolengeneration ein unfertiges Produkt zu präsentieren. Da im kommenden Jahr allerdings nicht einmal Konamis Pro Evolution Soccer erscheint, werden selbst die Karrieremodus-Fans am Ende wieder auf FIFA 21 zurückgreifen müssen. Schade eigentlich, denn die Möglichkeiten zur Verbesserung sind allgegenwärtig.

Rubriklistenbild: © EA Sports

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