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Xbox: Dreister Betrug bei Microsoft – Millionär durch Gutscheincodes

  • Janik Boeck
    VonJanik Boeck
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Mit Betrugs-Masche zum Millionär. Ein ehemaliger Microsoft-Mitarbeiter verkaufte Xbox-Gutscheincodes und verdiente sich damit eine goldene Nase.

Redmond, Washington – Da war die Gier wohl größer als der Verstand. Volodymyr Kvashuk, ein ehemaliger Mitarbeiter bei Microsoft, hat einen technischen Fehler ausgenutzt, um sich um 10 Millionnen US-Dollar zu bereichern. Mithilfe von Gutscheincodes, die unter anderem für die Xbox Series X verwendet werden können, häufte er ein Vermögen an. Doch Geld war nicht das einzige, woran es nicht mangelte. Auch Ausreden hatte der Betrüger parat.

Name des UnternehmensMicrosoft
HauptsitzRedmond, Washington, USA
Gründung04. April 1975
GeschäftsführungSatya Nadella
GründerBill Gates, Paul Allen
Umsatz143 Milliarden US-Dollar

Xbox: Ehemaliger Mitarbeiter stiehlt über 10 Millionen US-Dollar mit Gutscheincodes

Mit Betrug will der Konzern aus Redmond nichts zu tun haben. So feuerte der Xbox-Chef beispielsweise gegen Sony und bezeichnete deren Geschäftsmodell als Abzocke. Der Coup von Volodymyr Kvashuk allerdings lässt sich von seinem Ausmaß bis zu den Rechtfertigungen des Betrügers nur als eines beschreiben: Filmreif. Der Gauner erbeutete über einen Zeitraum von zwei Jahren laut Bloomberg insgesamt 10,1 Millionen US-Dollar durch den Verkauf von Xbox Gutscheincodes. Von dem Geld gönnte er sich einen Tesla, ein Haus am See und weitere Luxusgüter. 2020 wurde er schließlich verurteilt. Doch wie kam es dazu?

Kvashuk, der 2015 aus der Ukraine in die USA reiste, um die Hochzeit seiner Tante zu besuchen, bekam dort 2016 einen Job bei einer Firma, die Aufträge für Microsoft erledigte. 2017 wurde er schließlich Festangestellter bei Microsoft selbst und erhielt dort ein Jahresgehalt von 116.000 US-Dollar. Seine Aufgabe bestand darin die Infrastruktur der e-commerce-Systeme von Microsoft zu kontrollieren.

Dazu erhielten er und sein Team gefälschte Accounts, mit denen Transaktionen simuliert wurden. Kvashuk und sein Team untersuchten diese Interaktionen anschließend auf Fehler. Die Accounts, die das Team von Microsoft gestellt bekam wurden vom System bei einer solchen Transaktion erkannt, sodass eine getätigte Bestellung gar nicht erst ausgeliefert wurde. Mit Gutscheincodes für die Xbox verhielt sich das allerdings anders.

Xbox: Mitarbeiter beklaut Microsoft in Millionenhöhe

Während seiner Arbeit für Microsoft fiel Kvashuk ein Glitch auf. Bei jeder simulierten Transaktion mit einem Gutscheincode für die Xbox oder einen anderen Shop von Microsoft generierte das System einen 25-stelligen Code, der tatsächlich einsetzbar war. Statt den Fehler seinen Vorgesetzten zu melden, hatte er aber eine andere Idee. Geblendet von den Dollar-Zeichen in den Augen, begann er Unmengen solcher Codes zu generieren.

Xbox: Mitarbeiter erleichtert Microsoft um 10 Millionen Dollar

Die generierten Codes verkaufte er auf der Plattform Paxful für Bitcoin. Sein erster Verkauf brachte ihm 27.848 US-Dollar für 300 Xbox-Codes ein. Um bei Microsoft nicht aufzufallen, nutzte er die Fake-Accounts seiner Kolleg:innen für das Generieren der Codes. Dafür fand er deren Passwörter (kein Scherz, eins davon war „VerySecret1“) heraus. Über den Verlauf von etwa zwei Jahren ergaunerte er so 10 Millionen US-Dollar von Microsoft.

Gegenüber den Finanzbehörden und seiner Bank erklärte Kvashuk, die hohen Summen wären Geldgeschenke eines Verwandten. Für den Anfang schien seine Schwindelei nicht aufzufallen. Lange ließen die Probleme allerdings nicht auf sich warten. Als nämlich die ersten Empfänger:innen seiner generierten Xbox-Codes sich bei Microsoft beschwerten, weil sie nicht funktionierten, wurde die Luft dünn.

Xbox: Microsoft kommt dem Betrug langsam auf die Schliche

Unabhängig von den Beschwerden über nicht funktionierende Xbox-Codes kam Microsoft dem Betrüger auch alleine langsam auf die Schliche. Im Februar 2018 ermittelte das unternehmenseigene Betrugsteam FIST (Fraud Investigation Strike Team) in der Sache. Dieses hatte einen unerklärlichen Anstieg im Online-Verkauf mit Gutscheincodes festgestellt. Nach einiger Zeit der Ermittlung hatte das Team den Betrüger schließlich gestellt.

In seiner Befragung behauptete Kvashuk, er habe ungefähr 600 Xbox-Codes generiert, die er zum Ausleihen von Filmen genutzt habe. Er und seine Freundin hätten diese Codes über der Xbox im Wohnzimmer aufgehängt und durchgestrichen, sobald einer verbraucht war. Vier Wochen nach der Befragung bei Microsoft entließ ihn der Konzern aus Redmond.

Betrüger verkauft Xbox-Codes von Microsoft für digitale Inhalte und mehr

Erst im Sommer 2019 hatten auch die Behörden ihren Weg zu Kvashuk gefunden und sein Haus durchsucht. Dort fanden Sie etliche Beweise, darunter Datenträger mit weiteren Xbox-Codes. Im Februar 2020 ging es unter anderem wegen Geldwäsche, Identitätsdiebstahl und Betrugs vor Gericht. Der ehemalige Microsoft-Mitarbeiter war sich keiner Schuld bewusst. Da es sich um gefälschte Accounts gehandelt habe, könne er keinen Identitätsdiebstahl begangen haben.

Xbox: Microsoft wird betrogen und der Schuldige will sich rausreden

Seine Verteidigung ließ außerdem verlauten, dass er die Xbox-Codes nur generiert und günstig verkauft habe, um die Beliebtheit von Microsoft zu steigern. Er könne außerdem kein Geld gestohlen haben, weil es sich bei den Xbox-Codes nicht um eine echte Währung gehandelt habe. Sowohl der Richter als auch die Geschworenen hielten diese Rechtfertigungen für absolut lächerlich. Kvashuk wurde in allen Anklagepunkten für schuldig befunden.

Das Urteil für den ehemaligen Microsoft-Mitarbeiter lautet neun Jahre Haft, 8,3 Millionen US-Dollar Strafe und vermutlich eine Abschiebung in die Ukraine, sobald die Haftstrafe abgesessen ist. Ob sich das für ihn letztendlich gelohnt hat, weiß nur er. Microsoft hingegen wird von der Partnerschaft nicht besonders begeistert sein. Eine Partnerschaft, die für Microsoft hoffentlich ertragreicher ist, ist die Kooperation zwischen Battlefield 2042 und der Xbox Series X.

Rubriklistenbild: © dpa: Ted S. Warren/Pixabay (Montage)

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