Genug gehatet?

YouTube: Zeit des Dislike-Buttons abgelaufen – Hass soll keinen Platz mehr finden

  • Joost Rademacher
    vonJoost Rademacher
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YouTube möchte den Dislike-Button in der bisherigen Form abschaffen. Der Community und den Streamern auf der Video-Plattform gefällt die Vorstellung nicht.

Hamburg – Der Dislike-Button bei YouTube ist schon lange nicht mehr nur dazu gedacht, die Qualität eines Videos zu bewerten. Nutzer:innen der Plattform gebrauchen den hinunter zeigenden Daumen aus weitaus vielfältigeren Gründen. Sei es als kritisches Statement gegenüber gewissen Sponsorings und Unternehmen, oder als Mittel der immer mehr verbreiteten Cancel Culture – häufig steht ein größerer Gedanke hinter einer Reihe von Dislikes. Daher hat YouTube angekündigt, ein neues System für Dislikes zu testen. Gezielte Dislike-Attacken auf einzelne Accounts und Videos sollen so in Zukunft vermieden werden.

HauptsitzSan Bruno, Kalifornien
Gründung2005
GründerChad Hurley, Steve Chen, Jawed Karim
CEOSusan Wojcicki
Websitewww.youtube.com

YouTube: Experimentelles Feature zeigt Dislikes nicht mehr öffentlich an

Über Twitter erklärt YouTube, die Plattform habe sich das Feedback von ihren Nutzer:innen zu Herzen genommen und wolle ein paar neue Designs testen. Besonders von denen, die Videos veröffentlichen, ist in letzter Zeit offenbar gehäuft Feedback rund um ihr Wohlergehen und gezielte Dislike-Kampagnen gekommen. Daher ist ein neues, experimentelles Feature für einige wenige Nutzer:innen eingeführt worden, bei dem die Menge an Dislikes nicht mehr öffentlich angezeigt wird.

Dadurch werden Dislikes aber nicht komplett verschwinden. Zuschauende können den Videos weiter eine negative Bewertung geben, um deren Schöpfer:innen ein entsprechendes Feedback zu geben. Das volle Verhältnis von Like zu Dislike und die genauen Zahlen negativer Bewertungen können in Zukunft nur noch diejenigen einsehen, die das jeweilige Video hochgeladen und veröffentlicht haben. So wird für die Öffentlichkeit nur noch der Like-Button mit einer einsehbaren Anzahl guter Bewertungen gezeigt, während der Dislike-Button nur noch für sich steht.

YouTube: Dislike-Bomben wie beim Infinite Warfare-Trailer sollen bald versteckt bleiben

Mit dieser Maßnahme will YouTube das immer mehr zunehmende Problem der Cancel Culture und der gezielten Dislike-Attacken auf einzelne YouTuber:innen auf der eigenen Plattform etwas besser eindämmen. Personen, die gecancelt werden, werden meistens von der Community gezielt auf gewisses Fehlverhalten hingewiesen und anschließend boykottiert. Ein prominentes Beispiel wäre der kürzliche Shitstorm gegen eine Puls-Reportage zum Thema Sexismus. Bei diesen Aktionen spielt das aktive und massenhafte Disliken von Videos eine durchaus zentrale Rolle. Die Ankündigung über das neue Feature von YouTube trifft allerdings auf wenig Zustimmung.

YouTube: Community und Content Creatoren sind nicht happy über das neue Feature

Okay, wenig Zustimmung trifft es vielleicht nicht ganz. Viel mehr sind weite Teile der YouTube-Community verständnislos für die Entscheidung, die Menge an Dislikes in Zukunft nicht mehr zu zeigen. Jacksepticeye zum Beispiel zeigt sich unter dem Tweet besorgt wegen der Videos, die objektiv schlecht und schädlich für die Zuschauer:innen sein könnten. Gerade Videos, die Betrugsversuche enthalten, führt er dazu an. Auch Joe Vargas von der AngryJoeShow äußert sich dazu und meint, die Maßnahme wäre faul. Ein viel größeres Problem würden Accounts darstellen, die fälschliche Urheberrechtsverletzungen gegen andere Kanäle einreichen.

YouTube: Dislikes bald Geschichte? Hasskampagnen sollen vermieden werden

An anderer Stelle beschweren sich Fans, dass das Entfernen von Dislike-Zählern YouTube zu einer weniger sozialen Plattform machen würde. Ein Konsens darüber, welche Inhalte die Community sich gerne anschaut, könnte ohne die Dislikes nicht erreicht werden. Außerdem würden Hasskampagnen sich durch die Maßnahme wohl nicht vermindern, sondern die Angriffe würden sich von den Dislikes in Richtung der Kommentare verlagern. YouTube selbst hat sich auf das überwältigend negative Feedback noch nicht wieder geäußert, womöglich könnte das Feature aber wieder deaktiviert werden.

Rubriklistenbild: © dpa/Carsten Rehder

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