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Flugzeug-Absturz von YouTuber – Fake-Anschuldigung mit neuen Beweisen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Janik Boeck

Der YouTuber Trevor Jacob soll einen Flugzeug-Absturz für Klicks gefaked haben. Nun gibt es neue Beweise, welche die Anschuldigungen verhärten.

Update vom 25.01.2022: Nach dem gefilmten Absturz seines Flugzeugs steht der US-YouTuber und ehemalige olympische Snowboarder Trevor Jacob weiter stark unter Verdacht. Ihm wird vorgeworfen, den Unfall nur inszeniert zu haben, um so möglichst viele Klicks auf sein YouTube-Video zu erhalten. Neue Hinweise bestärken nun die starken Zweifel.

Vollständiger NameTrevor Jacob
Geburtstag6. August 1993
GeburtsortWest Hills, Kalifornien
Follower auf YouTube127.000 (Stand 6. Januar 2022)
Follower auf Instagram85.400 (Stand 6. Januar 2022)

Kurz vor dem vermeintlichen Triebwerksausfall sei laut Kritikern die Cockpit-Kamera, die das Armaturenbrett zeigt, deaktiviert worden, berichtet The Drive. Demnach wollen diese erkannt haben, dass das Kraftstoffventil für die Treibstoffzufuhr abgeschaltet worden war. Dementsprechend hätte der „Ausfall“ durch zu wenig Treibstoffzufuhr simuliert werden können.

YouTuber stürzt mit Flugzeug ab: War es Absicht? Kritiker weisen auf weitere Ungereimtheiten hin

Des Weiteren hatte Jacob wohl auch sein Headset gar nicht angeschlossen. Das könnte laut den zitierten Kritikern ein Hinweis darauf sein, dass er bereits vorher von dem Absturz gewusst hatte. Denn so konnte er einfacher aus dem Flugzeug aussteigen. Auch ein möglicher Notruf oder das Abarbeiten einer üblichen Checkliste für solche Fälle, waren im Video ebenfalls nicht zu sehen.. Obendrein hätte der YouTuber keinen Landeplatz gesucht, obwohl er laut Experten noch ca. 20 Kilometer weiter segeln hätte können.

Auf jeden Fall scheint die Echtheit des Flugzeugabsturzes immer unwahrscheinlicher zu werden. So hatte sich auch die US-Bundesluftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) der Sache angenommen und bereits eine Untersuchung eingeleitet. Sollte Trevor Jacob den Unfall tatsächlich gefakt haben, drohen ihm rechtliche Konsequenzen.

Erstmeldung vom 06.01.2022: Lompoc City, Kalifornien – Auf Plattformen wie YouTube und Twitch gibt es allerlei Kuriositäten zu sehen. Menschen, die sich beim Schlafen filmen, Tiervideos oder Sportclips – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Einzige Bedingung: gesehen werden. Dass einige Menschen dabei auch bereit sind, eine Grenze zu überschreiten, zeigte nun ein YouTuber. Der ließ scheinbar absichtlich sein Flugzeug abstürzen und veröffentlichte das Video dann.

YouTuber zeigt Flugzeugabsturz: das ist passiert

Wer ist der YouTuber? Bei dem YouTuber handelt es sich um Trevor Jacob. Der 28-jährige US-Amerikaner war früher olympischer Snowboarder und startete 2014 bei den olympischen Winterspielen in Sotschi für die USA. Inzwischen betreibt er unter anderem den YouTube-Kanal Trevor Jacob und hat dort 127.000 Abonnenten.

Was ist im Video zu sehen? Das Video des Flugzeugabsturzes veröffentlichte er am 24. Dezember 2021. Es trägt den Titel „I Crashed My Plane“, was übersetzt so viel bedeutet wie „Ich habe mein Flugzeug gecrasht“. Darin ist zu sehen wie Jacob mit einem Fallschirm auf dem Rücken vor einem Flugzeug steht und verkündet, zum Paragliden in die Berge zu fliegen. Dabei wolle er die Asche eines verstorbenen Freundes verstreuen.

YouTuber Trevor Jacob springt aus seinem fliegenden Flugzeug
Trevor Jacob springt in seinem YouTube-Video aus seinem Flugzeug © YouTube: Trevor Jacob (Montage)

Nach einer kurzen Erwähnung seines Sponsors für das Video beginnt er seinen Flug und erfreut sich des schönen Wetters. Wenig später ist im Video zu sehen wie der Motor des Flugzeugs scheinbar ausfällt, während Jacob ein Gebirge überquert. Daraufhin hört man Jacob fluchen. Direkt im Anschluss beginnt er die Tür zu öffnen, woraufhin er aus dem fliegenden Flugzeug springt und das Gefährt zum Absturz sich selbst überlässt. Einen ähnlich unangenehmen Flug hatte übrigens ein Paar, dass sich im Flugzeug mit einem randalierenden Mann rumschlagen musste*.

Was passiert nach dem Flugzeugabsturz? Im Rest des Videos sucht der YouTuber nach seiner Landung mit dem Fallschirm zunächst das Wrack des abgestürzten Flugzeugs auf. Anschließend beginnt er eine Wanderung ums Überleben, auf der Suche nach Wasser und Menschen, die ihm helfen können – Handyempfang hat er laut eigener Aussage nicht. Wer im Gegensatz dazu weit erfolgreicher fliegt, ist eine 19-jährige Pilotin, die mit einem Flugzeug die Welt umrundet*.

YouTuber lässt Flugzeug möglicherweise absichtlich abstürzen

Deshalb könnte der Absturz absichtlich gewesen sein: Das YouTube-Video von Trevor Jacob hat zum jetzigen Stand (06. Januar 2022, 13:30 Uhr) beinahe 440.000 Aufrufe erzielt. Sein dazugehöriger Post auf Instagram hat fast 7.500 Likes und über 1.000 Kommentare angesammelt. Dort scheinen aber viele davon überzeugt zu sein, dass er den Flugzeugabsturz absichtlich verursacht hat.

Auch auf YouTube meldeten sich einige Menschen und Piloten wie Trent Palmer mit einem Reaction-Video zu Wort und analysierten den Flugzeugabsturz. Dort deuteten sie auf sämtliche Ungereimtheiten im Video. Hier finden Sie eine Liste einiger Dinge, die laut Piloten keinen Sinn ergeben:

So reagiert der YouTuber: Seit das Video veröffentlicht wurde ließ Trevor Jacob kein Wort mehr verlauten. Auch auf Instagram ist nach dem 24. Dezember kein Foto mehr gepostet worden. Stattdessen hat er die Kommentare unter dem YouTube-Video zum Flugzeugabsturz deaktiviert. Auf Instagram hat er das Selbe getan.

Das droht dem YouTuber: Ein Flugzeug absichtlich abstürzen zu lassen, ist laut den YouTubern, die Trevor Jacobs kritisiert haben, eine Straftat. Aus diesem Grund läuft gegen Jacob auch eine Ermittlung der Federal Aviation Administration, der Bundesluftfahrtbehörde in den USA. Ein Ergebnis dieser Ermittlung steht noch aus. Das Strafmaß lässt sich also nicht bestimmen. Die Tatsache, dass er im Falle eines absichtlichen Absturzes in Kauf genommen hat, dass jemand am Boden hätte verletzt werden können, dürfte aber schwer wiegen. *Frankfurter neue Presse ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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