Vorschau: Bear with me – The Lost Robots

 

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Bear with me: Düster und doch drollig

Wer einen versoffenen, griesgrämigen Teddybär-Kommisar, eine berührende Geschichte und klassisches Point & Click Adventure-Gameplay kombiniert, kann eigentlich gar nichts falsch machen. Das dachte sich auch Indie-Entwicklerstudio Exordium Games und verband besagte Faktoren. Dieses Paket verschnürten sie mit einer gesunden Portion Wortwitz und schmückten es mit einem Hauch an augenzwinkerndem Charme. Heraus kam das Noire-Adventure Bear with me, das in Episodenform erscheint. Wir durften die neue Episode 4 – The Lost Robots bereits kurz anspielen und haben für euch in der Vorschau unseren Eindruck zusammengefasst.

Spielzeug mit Säuferlebär

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Im vierten Teil spielen wir zur Abwechslung Flint

In den ersten drei Episoden spielten wir Amber, die auf der Suche nach ihrem Bruder Flint Hilfe von ihrem ausgestopften Teddybär Ted E. Bear erhielt. The Lost Robots dreht den Spieß um, denn dieses Mal spielen wir Flint und suchen Amber. Dabei stellt der neue Teil die Vorgeschichte zu den drei bereits existierenden Teilen dar. Wen wir spielen ist aber eigentlich gar nicht so wichtig, der Star des Spiels ist sowieso der Plüschtier-Polizist. Mit seiner markant-raspelig tiefen Stimme, coolen Sprüchen und einer klassischen Detektiv-Backstory, stiehlt unser Kuschel-Kamerad die Show. Dabei erzählt Bear with me seine Geschichte auf zwei Ebenen: die Fantasie, in der die Kinder ihre Gefühle und echte Geschehnisse verarbeiten und die dazugehörige Realität.

Zum Bärsten gefüllt mit Stimmung & Wonne

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Einfallswinkel…

Die große Stärke von Bear with me ist seine besondere Atmosphäre. Mit genau so viel Witz wie Eleganz schickt uns das Spiel durch düstere, schwarz-weiße Räume und Gegenden mit stimmungsvollen Hintergründen und spannenden Charakteren. Die Schauplätze werden normalerweise nicht recycelt, wir bewegen uns in der Story also immer weiter nach vorne. Es gibt allerdings auch eine Übersichtskarte, über die wir zu alten Gegenden zurückkehren können.

Zusätzlich zur schönen grafischen Umsetzung begleitet uns ein angenehm unterschwelliger Jazz-Soundtrack, der wunderbar zur Stimmung des Noire-Adventures passt. Die Vertonung der Charaktere ist wechselhaft, Teds Stimme gefällt uns sehr, Flint klang in der Testversion stellenweise leider sehr leise und unspektakulär. Dazu muss gesagt werden, dass Bear with me nicht auf Deutsch übersetzt ist. Wer der englischen Sprache nicht mächtig ist, muss sich also mit deutschen Untertiteln begnügen.

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…gleich Ausfallswinkel

Zu viel Erklärbär?

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In typischem Adventure-Stil setzen wir einen Brief zusammen…

Die Rätsel sind im Regelfall in klassischer Point & Click-Manier gehalten, ergaben in unserer Testversion aber durchweg Sinn und sind kreativ gestaltet. Dabei treten sie nicht in die Falle übertriebener Abstraktheit, wie es bereits so vielen Adventure-Spielen zuvor erging. Es soll kein wirres Trial and Error bis zur Lösung geben, die Rätsel bleiben eingänglich. Eine Extra-Hilfestellung gibt es im Regelfall auch aus den Dialogen.

In den ersten paar Gebieten gab es von diesen Hilfestellungen unserer Meinung nach sogar etwas zu viel. Wir würden uns wünschen, dass Bear with me dem Spieler hier und da ein wenig mehr zutraut. Auch hat uns keines von den Rätseln bisher wirklich weggeblasen. Vieles war gewitzt, nichts war wirklich bahnbrechend.

Eine bärwegende Geschichte

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…oder verbinden Kabel

Bear with me hat seit dem Release der ersten Episode eine kleine aber feine Fanbase versammelt. Das ist auch der mitreißenden Story und der sympathischen Charaktere zuzuschreiben. Die vierstündige Geschichte erzählt das Adventure nicht nur über Dialoge, sondern auch durch Zwischensequenzen im Comic-Stil, in denen Stofftier-Schnüffler Ted uns per Voice-Over Erlebnisse aus seinem Leben schildert. Diese sind so herrlich amüsant und schön aufgezogen, dass jedem Noir- oder Comic-Fan das Herz aufgehen sollte.

Plattformübärgreifender Spielspaß

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Die Charaktere sind eine der großen Stärken des Spiels

Bear with me – The Lost Robots soll am 9. Juli erscheinen. Zusätzlich zu Steam könnt ihr die neue Episode und alle bisherigen nun auch über Xbox One und Playstation 4 spielen. Auf Steam gibt es die erste Episode sogar kostenlos.

Vielversprechend

Tobias Hauser

Bear with me ist eines dieser Spiele, bei dem man durchgehend ein Lächeln auf den Lippen hat. Die intelligenten, witzigen Dialoge, die vielseitigen, gut durchdachten Charaktere und die kreativen und doch eingängigen Rätsel, versprechen ein spaßiges Erlebnis. Wir hoffen, dass der Schwierigkeitsgrad im Spielverlauf die Balance zwischen Anspruch und Frustration hält und das Bear with me über die gesamten ca. 4 Stunden Laufzeit gleichbleibend amüsant und charmant bleiben kann. Dann haben wir nämlich keine Zweifel, dass Exordium Games uns wieder ein bäre...bockstarkes Adventure präsentieren wird!
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