Vorschau: Deus Ex Mankind Divided

Als vor rund 16 Jahren der erste Teil des Deus Ex Franchises auf den Markt kam, wirkten Nanotechnologie und Augmentationen, also technologische Implantate zur Wiederherstellung oder gar Verbesserung von Körperfunktionen, wie reinste Science Fiction. Dass diese Dinge heutzutage nicht nur in greifbare Nähe gerückt sind, zeigen moderne Prothesen, Implantate, die Blinden das Sehen ermöglichen, und zahlreiche andere Beispiele. Aber was für langfristige biologische und vor allem gesellschaftliche Folgen kann eine derartige künstliche Entwicklung haben? Dies ist eine Frage, die sich in Deus Ex Mankind Divided stellt, denn hier haben sich in einer dystopischen Zukunft zwei sehr unterschiedliche Lager der Rasse Mensch aufgetan.
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Die Kluft zwischen den Menschen…

Deus Ex Mankind Divided spielt rund zwei Jahre nach den Ereignissen des Vorgängers Human Revolution, in dem die geheimnisvolle Gruppe der Illuminati versucht hat alle Augmentierten Menschen durch einen groß angelegten Hack zu beherrschen. Dieses Ereignis, welches im Endeffekt dank unseres Protagonisten Adam Jensen abgewendet werden konnte, führte allerdings zu einem sehr starken Umschwung innerhalb der Gesellschaft. Wenn auch nur kurzfristig, sorgte dieser Hack für einen Ausbruch an unkontrollierter Gewalt. Die hieraus entstandene Kluft, die sich in den zwei Jahren nach und nach ausweitete, führte zu einer zunehmenden Unterdrückung augmentierter Menschen und zu zahlreichen Konflikten.

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Diese Barrieren zwischen den Menschen konnten wir auch in einer Gameplay Session vorfinden, in der sich Adam kurz nach einen Anschlag in Paris in einem Unterschlupf in der Prager Altstadt wiederfindet. Auf dem Weg zu einem Kontakt im Untergrund, der seine Augmentationen prüfen soll, da diese über gewisse Fehlfunktionen verfügen, werden wir abermals auf die Situation in der Welt aufmerksam. Es gibt unterschiedliche Eingänge für die sogenannten „Naturals“ und „Augs“ und auch finden verstärkt Sicherheitskontrollen statt, die es offenbar insbesondere auf augmentierte Bürger abgesehen haben.

Im Verlauf der Geschichte soll der Spieler immer wieder auf Ereignisse stoßen können, die unterschiedliche Ansätze für eine Lösung bieten. Manche von diesen sollen dabei eine schnelles Vorankommen offenbaren, wie beispielsweise das Zahlen einer Bestechung, um in neue Gebiete zu gelangen. Andere Wege hingegen sollen zwar aufwändiger und riskanter sein, allerdings kann der Spieler auf diesem Weg oft auch neue Erkenntnisse über die Geschehnisse in der Welt sammeln und erfahren, warum gewisse Dinge überhaupt geschehen.

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Neue Fähigkeiten, neuer Modi

Wie sich im Verlauf der Geschichte von Deus Ex Mankind Divided herausstellen wird, verfügt Adam über Augmentationen, von denen er nichts wusste. Entsprechend erhält der Spieler so Zugang auf viele neue Gadgets und Systeme, die sich insbesondere beim Ausschalten von Gegnern und dem Umgehen dieser als nützlich erweisen sollen. So wird es nicht nur möglich seine Feinde durch Wände hindurch zu erspähen, sondern es können auch nähere Infos über diese gesammelt werden. Dies betrifft dabei insbesondere deren Bewaffnung und die Frage, ob diese auch zusätzliche Objekte wie Sicherheitsausweise mit sich tragen.

Was die Bewaffnung selbst angeht, so dürfen sich Fans nun auf die Tesla Gun freuen, mit der bis zu vier Gegner gleichzeitig betäubt werden können. Eine leichtere Version dieser Waffe stellt die Stun Gun dar, mit der ein einzelner Gegner aus kurzer Distanz ausgeschaltet werden können. Das „Blade“ ist hingegen eine etwas rabiatere Waffe, die insbesondere im letalen Bereich Anwendung findet. Das Besondere an diesem verschießbaren Stück Metall ist nicht nur seine Anti-Personen Eigenschaft, sondern auch, dass sie individualisiert werden kann. Dazu gehört zum Beispiel die Möglichkeit das Blade mit Sprengstoff zu versehen, um so aus der Ferne gezielte Explosionen auslösen zu können.

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Aber nicht nur spielerisch hat sich einiges getan, auch dürfen sich Fans der Serie auf einen gänzlich neuen Modus freuen: Breach! In diesem finden wir uns mit einem digitalen Alter-Ego in einer virtuellen Welt wieder, die wir sozusagen hacken müssen. Der Modus selbst ist dabei dem eigentlichen Spiel nicht ganz unähnlich, erinnert aber allein schon vom Leveldesign sehr an eine Deus Ex-Version der Tron Filme. Das Ziel in Breach ist es, Datenfragmente zu sammeln. Um an diese zu gelangen, müssen Abwehrsystem umgangen oder ausgeschaltet werden, die in Form von Geschützen, Drohnen und Sentries daherkommen. Neben Stealth-Elementen stehen dem Spieler hier zahlreiche Waffen zur Verfügung, die von digitalen Schrotflinten bis hin zu Granatwerfern reichen.

Durch das Abschließen von Breach Missionen erhält der Spieler Erfahrungspunkte und Credits, die für mächtigere Augmentationen und Waffen ausgegeben werden können. Durch Modifier ist es sogar möglich die Level schwieriger zu gestalten, was wiederum direkten Einfluss auf die Belohnungen am Ende haben wird und auch wichtig für die Ranglisten sein soll. Spielerisch macht Breach zudem bislang einen recht guten Eindruck, jedoch bleibt es vorerst abzuwarten, ob der Modus eine lohnende Erweiterung des Spielerlebnisses sein wird, da dieser aktuell eher als Minigame wirkt.

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Willkommen in Dubai!

Im Rahmen des Hands-On durften wir eine Mission in Dubai spielen, in dem wir zusammen mit einer Gruppe an Soldaten in einem früheren Luxushotel einen Waffendealer gefangen nehmen sollen. Das Level selbst konnte zwar nicht visuell bestechen und wirkte im Großen und Ganzen auch recht schlicht, dafür gab es allerdings durchweg ausreichend Gelegenheiten die Stealth-Elemente des Titels auszutesten. Wer bereits beim Vorgänger Freude am intensiven Schleichen gefunden hat, der wird auch im neuen Ableger gut bedient werden. Was die optische Seite des Geschehens angeht, so sei hier  allerdings direkt vorweggenommen, dass in andere Level wesentlich attraktiver als Dubai daherkommen.

Zu Ende der Dubai Mission und nach dem Ausschalten sowie Umgehen zahlreicher Gegner, konnten wir das eigentliche Ziel der Mission ausfindig machen. Zu unserer Überraschung endete diese Mission allerdings nicht mit einer erfolgreichen Dingfestmachung des Übeltäters, sondern mit dem Angriff einer hier noch unbekannten Gruppe, die im späteren Spielverlauf noch öfter angetroffen werden kann. Eines sei vorweggenommen: Freundlich sind sie uns nicht gesinnt!

Vom Spielgefühl her kommt Deus Ex Mankind Divided sehr solide daher, und man fühlt sich diesbezüglich auch sehr stark an den Vorgänger erinnert. Durch die Verwendung der eigenen Augmentationen gilt es Gegner ausfindig zu machen und entsprechend vor diesen in Deckung zu gehen, um sie so unbemerkt zu umgehen – vorausgesetzt man wählt nicht brachiale Waffengewalt als Vorgehensweise. Um dies zu bewerkstelligen stehen dem Spieler nicht nur zahlreiche Ecken und Winkel auf den Karten zur Verfügung, auch kann man sich durch Lüftungsschächte zwängen und weitere alternative Wege einschlagen um zu seinem Ziel zu kommen. Was uns dabei insbesondere auffiel ist, dass die Stealthaction schon relativ anspruchsvoll daherkommt und der Spieler viele Dinge gleichzeitig im Auge behalten musste. Kameras und andere Sicherheitssysteme machen einem dabei zusätzlich das Leben schwer. Dazu zählen auch Laserschranken, die sich durch ein kurzes Hacking-Minispiel allerdings deaktivieren lassen.

Als einziges wirkliches Manko mussten wir eine leichte Verzögerung bei den Eingaben des Gamepads sowie diverse Framerateeinbrüche erfahren. Diese Probleme sollen laut Eidos allerdings an der aktuell noch frühen Version liegen. Die PC Version war im Vergleich zur Xbox One Version davon zum Beispiel nicht betroffen.

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Zahllose Gadgets und Augmentationen
Anspruchsvolle Stealth-Action
Viele Herangehensmöglichkeiten an Probleme
Solider neuer Spielmodus "Breach"
Karges Dubai-Level
Spielerischer Tiefgang noch schwer zu erfassen
Performance Probleme der Konsolen-Version
Vielversprechend

Daniel M.

Mit Deus Ex Mankind Divided präsentiert uns Square Enix wieder einen sehr soliden Stealth-Titel, der nicht nur nah an den Geschehnissen des Vorgängers, sondern auch an dessen Gameplay-Mechaniken angesiedelt ist. Viele neue Spielzeuge und Fähigkeiten dürfen genauso erwartet werden wie eine Übernahme des bisher gelungenen Spielgefühls des Vorgängers. Bleibt nur zu hoffen, dass der Titel auch auf über längere Zeit zu begeistern weiß, insbesondere da der Vorgänger im Laufe der Geschichte einen teils ermüdenden Eindruck vermittelt hat. Die ersten Einblicke lassen zumindest aufs Beste hoffen!
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