Final Fantasy 14: Shadowbringers in der Vorschau – Alles zur neuen Erweiterung

Final-FantasyXIV-Story

In Shadowbringers werdet ihr zum Krieger der Dunkelheit

Diese Vorschau basiert auf einem development build von Final Fantasy XIV: Shadowbringers. Spielinhalte können bis zur finalen Version Änderungen unterliegen.

Rund zwei Jahre nach der letzten Erweiterung „Stormblood“ haben Freunde gepflegter Japano-MMOs endlich wieder Grund zu feiern: Final Fantasy XIV bekommt eine brandneue Expansion. Hinter dem vielsagenden Titel“Shadowbringers“ verstecken sich zwei neue Klassen, Rassen und vieles mehr. Wir sind für euch nach London gereist und konnten die Erweiterung rund vier Stunden anspielen – hier unser Ersteindruck.

Das Gleichgewicht wahren

Im Gegensatz zu vielen anderen MMORPGs kann Final Fantasy 14 aus einem tiefgreifenden Fundus an Lore schöpfen und so streiten Story und Gameplay regelmäßig um den Platz an der Sonne des Spiels. Auch in Shadowbringers soll sich daran nichts ändern, denn das Ende von Stormblood hat eine ganze Reihe offener Fragen hinterlassen. Die klassische Geschichte vom strahlenden Helden dreht die neue Erweiterung jedoch kurzerhand um und verwandelt euch vom Streiter des Lichts in einen Krieger der Dunkelheit.

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Norvrandt wird vom Licht verschluckt

Grund dafür: Nach den Ereignissen von Stormblood ist die Welt aus dem Gleichgewicht geraten und wird von einer alles verschlingenden Flut aus Licht heimgesucht. Eure Aufgabe ist es nun, zum ersten Mal in der Geschichte des MMORPGs Eorzea zu verlassen, um einen anderen der 14 uralten Shards zu besuchen, die versprengt durch das Universum treiben. In diesem Fall begebt ihr euch in den sogenannten First, eine Abspaltung der Region Norvrandt, um dort die Truppen des Lichts zurückzuschlagen und Stück für Stück die Dunkelheit wiederherzustellen.

Auf der Jagd nach dem eigenen Schatten

Final-FantasyXIV-Crystarium

Story-Quests sollen den Kampf zwischen Licht und Schatten dynamisch beleuchten

Im Gespräch mit Naoki Yoshida, Producer und Director von Shadowbringers, konnten wir bereits herausfinden, dass nicht nur die Geschichte selbst sich Tropen und Themen von Licht und Schatten zunutze machen wird. Auch die Inszenierung baut darauf, sodass ihr in den fünf Gebieten, mit denen die Erweiterung an den Start geht, wohl zunächst auf lichtdurchflutete Szenerien, blühende Landschaften und strahlende Kreaturen treffen dürftet.

Im Verlauf der Erweiterung sollen sich diese hellen Grundtöne jedoch sukzessive ausbalancieren und Platz machen für deutlich düstere Abschnitte, Storylines und Charaktere. Der Clou: Das Ganze soll dynamisch für jeden Charakter funktionieren, sodass jeder Spieler seinen ganz eigenen Kampf zwischen Licht und Dunkel erleben darf. Für den Anfang präsentieren sich die neuen Areale in jedem Fall als nette, lichte Abwechslung zum üblichen MMO-Bombast anderer Titel. In unserer Anspiel-Session konnten wir zwei der fünf Gebiete, eine von zwei Hauptstädte sowie einen Dungeon ausgiebig erkunden.

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In Lakeland dominiert sattes Violett

Violetter Wildwuchs und die Heimat der Fae

Im Lakeland haben allerlei magische Kreaturen ein pink-leuchtendes Zuhause gefunden. Von putzigen Pilzwesen über surrende Insekten bis hin zu steinernen Riesen: Rund um den gigantischen, glitzernden See im Zentrum des Gebiets gibt es viel Raum für die überarbeiteten FATEs. Diese sollen ab 5.0 nämlich nicht mehr nur als XP-Grind fungieren, sondern euch das Gebiet, in dem sie stattfinden, näherbringen. Ob über Zwischensequenzen, Textboxen , Dialoge oder anderweitig, konnten wir bislang allerdings nicht herausfinden.

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Il Mheg: Die atemberaubende Heimat der Fae

Mit dem zweiten neuen Gebiet, Il Mheg, wird ein weiteres Mysterium von Final Fantasy XIV gelüftet: Die Herkunft der Fae. Am Fuße des riesigen Schlosses Lyhe Ghiah haben die hilfreichen kleinen Wesen eine zweite Heimat gefunden. Auch hier trefft ihr auf satte Farben, allerdings sind die weiten, wild wuchernden Felder gesäumt von Bergen, sodass Il Mheg fast wie eine Art abgekapseltes Paradies wirkt – Urlaub in MMO-Form eben. Hier liegt auch der Eingang zum ersten Dungeon von Shadowbringers, Dohn Mheg.

Gruppenkeile im Heckenlabyrinth

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So sieht der erste Dungeon in Shadowbringers aus

Ganz im Stil der Fae-Lore taucht ihr zunächst in eine Art Heckenlabyrinth ein, das ihr von wahnsinnig gewordenen Pflanzen und ihren schwebenden Meistern befreien müsst. Auch wenn Shadowbringers kaum etwas am extrem linearen Verlauf der Dungeons ändert, hat uns der Trip ins Feenland gut gefallen. Im Verlauf von rund 30 Minuten dürft ihr euch an 3 recht knackigen Bossen austoben, bis ihr am Ende ein magisches Artefakt in Händen haltet, den ersten Schlüssel, um euch Zugang zum Schloss in Il Mheg zu verschaffen.

Die Mechaniken der Gegner und Bosse scheinen im ersten Durchlauf auf Stufe 80 und normaler Schwierigkeit gut ausbalanciert und belohnen die clevere Nutzung von Gruppen-Cooldowns. Der visuell wie auditiv großartig umgesetzte Kampf gegen den Endboss von Dohn Mheg setzt dem Ganzen allerdings die Krone auf. Wir wollen euch die Überraschung an dieser Stelle nicht verderben, seid aber gewiss, dass euch hier eine Spielmechanik erwartet, die wir so kreativ umgesetzt noch in keinem anderen MMORPG gesehen haben.

NieR: Automata x Final Fantasy XIV: Raidtauglich?

Final-FantasyXIV-Dark-Apocalypse

YoRHa: Dark Apocalypse: Yoko Taro meets Naoki Yoshida

Im Bereich Endgame-Content hat Square Enix zusätzlich bereits zwei brandneue Raids angekündigt. Für Spieler, die eine besondere Herausforderung suchen, ist der High-Level-Raid „Eden“ interessant, an dem unter anderem auch Final Fantasy-Altmeister Tetsuya Nomura mitgewirkt hat. Viele Informationen zum Schlachtzug gibt es allerdings noch nicht.

Für etwas frischen Wind könnte jedoch der Alliance-Raid sorgen, den Naoki Yoshida in Zusammenarbeit mit NieR-Schöpfer Yoko Taro Wirklichkeit werden lässt. Auf die Frage, ob wir in „YoRha: Dark Apocalypse“ auch spielerische Elemente des RPG-Bullethell-Hybriden zu sehen bekommt, ließ sich Yoshida ein breites Lächeln entlocken und die Bestätigung, dass Yoko Taro seine ganz eigenen Elemente in den Crossover-Raid bringen wird.

Auf Vertrauensbasis mit NPCs

Gehört ihr zu den vielen Spielern, die Final Fantasy XIV vor allem aufgrund der dichten und komplexen Story feiern, dann kommen in Shadowbringers einige Features hinzu, von denen vor allem Solisten enorm profitieren. Allen voran das Trust-System. Wolltet ihr die Atmosphäre und Lore eines Dungeons erfahren oder unbekannte Builds üben, wart ihr bislang gezwungen, euch eine Gruppe zu suchen. Das Trust-System hingegen gibt euch die Möglichkeit, Dungeons allein zu bestreiten – lediglich mit NPCs statt echten Spielern an eurer Seite.

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Das Trust-System: Besonders für Solo-Spieler interessant

Das funktionierte in unserer Vorabversion erstaunlich gut und bringt viele Vorteile mit sich. Zum einen sorgt das Trust-System dafür, dass die Rollenspiel-Aspekte des MMORPG deutlich mehr zum Vorschein kommen, denn bei euren Gruppenmitgliedern handelt es sich nicht um seelenlose Bots, sondern echte Figuren aus der Final Fantasy Lore wie z.B Thancred oder Alisae. Außerdem verhalten sich die NPCs ihren Charakterzügen im Spiel entsprechen, wenn ihr sie in eure Gruppe holt.

Besonders praktisch ist das neue System auch, weil es euch ohne Druck erlaubt, völlig neue Jobs auszuprobieren, von denen es inzwischen stolze 17 gibt. Ganz ohne Probleme kommt das Trust-System jedoch nicht aus. Vor allem bei komplexeren Bossmechaniken kann es passieren, dass eure Gruppenmitglieder nicht registrieren, was zu tun ist, was in einigen Kämpfen zum sofortigen Wipe der Gruppe führen kann. Logischerweise fallen auch die Belohnungen deutlich geringer aus als wenn ihr mit vier Mitspielern aus Fleisch und Blut anmeldet. Wer seinen Progress also maximieren will, bleibt weiterhin beim klassischen System.

Bollwerk mit Gunblade

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Dem Gunbreakers Werkzeug der Wahl: Das Gunblade

Die wohl größten Neuerungen von Final Fantasy XIV: Shadowbringers liegen im Job-System begründet. Mit Gunbreaker (Revolverklinge) und Dancer (Tänzer) kommen nämlich gleich zwei neue Klassen hinzu, die das Balancing des Spiels ordentlich durcheinanderwirbeln. Der Gunbreaker ist ein waschechter Tank, gesellt sich als vierter im Bunde als zu Paladin, Krieger und Dunkelritter. Natürlich basiert sein Design auf bekannten Trägern des ikonischen Gunblade wie etwa Squall. Er setzt auf eine Vielzahl an Single-Target-Kombo-Buildern, die er in der Regel mit einem großen Knall und mächtigem Flächenschaden beendet.

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Der erste Tank mit Möglichkeiten im Fernkampf

Obwohl Yoshida und sein Team situativen Fähigkeiten in der Vergangenheut einen Riegel vorgeschoben haben, verfügt der Gunbreaker über eine ganze Menge Fähigkeiten, die in bestimmten Situationen deutlich besser sind als in anderen. Dabei geht es natürlich hauptsächlich darum, eingehenden Schaden zu vermeiden und die Aufmerksamkeit von Mobgruppen zu halten. Dementsprechend stellt er stellt eine recht flexible Mischung aus Main- und Offtank dar und könnte aufgrund einiger Fernkampffähigkeiten gut in der Lage sein, mehrere Gegner auf Distanz zu bearbeiten und zu kiten.

Choreographie mit Schadenspotenzial

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Der Dancer: Tanzen für Schadensspitzen

So klar die Zugehörigkeiten beim Gunbreaker, so überraschend wirbelt der Dancer heran. Denn bei ihm handelt es sich nicht, wie von vielen angenommen, um eine Support-Klasse wie etwa den Barden, sondern um einen Damage-Dealer par Excellence. Auf mittlere Entfernung bedeckt der Dancer seine Gegner mit physischem Schaden und verfügt über einige Mechaniken, die ihm in Final Fantasy XIV eine einzigartige Rolle einräumen. Statt nämlich allein seinen tödlichen Tanz aufzuführen, kann er sich mit einem Partner verbinden, der die Angriffe des Dancers passiv nachahmt. Das Ergebnis: Ein Schadensboost für beide Tanzpartner.

Auch die Kombos des Tänzers sind ein Novum in der Welt von Final Fantasy XIV. Hier gilt es, nicht wie üblich, Fähigkeiten in einer festgelegten Reihenfolge zu aktivieren, sondern diese in einer Art Quicktime-Event zum perfekten Zeitpunkt zu starten. Dabei verfügt der Danzer über einen einfachen sowie einen erweiterten Tanzschritt. Der einfache Tanzschritt verlangt, dass ihr zwei seiner Basisfähigkeiten zum richtigen Zeitpunkt betätigt, um anschließend per Knopfdruck die finale Kombo auszulösen. Beim erweiterten Schritt steigt die Zahl der zu treffenden Skills auf Vier.

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Der Dancer setzt auf durchchoreographiertes Timing

Mit der Implementierung von Gunbreaker und Dancer geht außerdem eine ganze Reihe genereller Veränderungen am Job-System einher. Das System rund um HP, TP und MP bekommt eine Grundüberholung spendiert, sodass TP mit Shadowbringers komplett wegfällt, während die Manapunkte nun für alle Klassen auf den festen Wert von 10.000 skaliert sind. Damit wollen die Entwickler mehr taktische Optionen geben und Ressourcenmanagment auf ein Minimum beschränken. Gerade für Heiler tritt jedoch genau der gegenteilige Effekt ein. Bis zum Release am 02. Juli darf hier gern noch am Balancing geschraubt werden.

Von Fell und Hasenohren

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Lange gefordert: Jetzt sind die Viera endlich angekommen

Zu guter Letzt kommen Lore-Fans und Liebhaber altbekannter FF-Rassen in Shadowbringers auf ihre Kosten, denn neben den neuen Jobs finden auch zwei taufrische Völker ihren Weg in das MMORPG mit 16 Millionen registrierten Nutzern: Viera und Hrothgar.

Bereits seit Tactics Advance tummeln sich die mit Hasenohren versehen Viera im Final Fantasy Universum und gehören zu den absoluten Fan-Lieblingen. Keine Überraschung also, dass Yoshida und sein Team sich dazu entschieden, die anmutigen Geschöpfe auch im MMO spielbar zu machen – allerdings ausschließlich in ihrer weiblichen Form. Als Hüter der Bäume sind sie eher friedliche Zeitgenossen, die ihre Heimat im idyllischen Ivalice gefunden haben.

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Bullig und gehörnt: Das sind die Hrothgar

Das Male-only-pendant dazu sind die wuchtigen Hrothgar, die von den weit entfernten Stränden Ilsabards stammen und euch genau wie bei den Viera die Wahl aus zwei Völkern geben. Die Umsetzung beider Rassen ist wirklich gelungen und hält sich recht nah an den ersten Auftritten in anderen Ablegern des Franchise. Mit wechselbarer Fellfarbe, Akzenten auf den Ohren bis hin zu Stoßzähnen verfügen die beiden Rassen in FFXIV jedoch über genug eigene Identität, um sie auch langfristig zu einem echten Mehrwert für alle Spieler zu machen.

Vielversprechend

Christian Böttcher

Shadowbringers macht seine Kreuze bei all den Elementen, die ein MMORPG für gute und moderne Erweiterungen braucht. Auch wenn wir mit drei Stunden Spielzeit nur an der Oberfläche von Story, Endgame und spielerischer Vielfalt kratzen konnten, lassen uns die zwei einzigartigen neuen Jobs und Rassen mit unbändiger Vorfreude auf den 02. Juli zurück. Das Spiel mit Licht und Schatten, nicht nur in Sachen Inszenierung, sondern auch Lore, macht einen erfrischenden Eindruck und ermöglicht Naoki Yoshida und seinem Team enorm viel kreative Freiheit. Hinzu kommen durchdachte Änderungen am Balancing und das Trust-System als Alternative für Solisten. Stimmen am Ende des Tages Geschichte und Endgame, sind wir mit an Bord, wenn die Krieger der Dunkelheit für ein neues Gleichgewicht sorgen.
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