Frisch von der Gamescom: Shadow Ghost

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Shadow Ghost: Kleine Box, die Großes leistet

Bereits im April hatten wir die Möglichkeit dem Hause Blade im Herzen von Paris einen Besuch abzustatten. Damals hatte uns die neue Herangehensweise an das Thema Streaming merklich beeindruckt: Anstatt nur Musik oder Filme von einem Ort zum anderen zu schicken, machten es sich die Franzosen mit ihrem Service Shadow zur Aufgabe, gleich einen ganzen virtuellen Computer in eure vier Wände oder wo auch immer ihr euch befindet, zu streamen.

High End Netbooks

Für Shadow wird eine monatliche Gebühr von Knapp 30€ fällig, welche dann die Anschaffung eines teuren High End PCs für euch überflüssig macht. Die eigentliche Arbeit findet in einem von Blades Rechenzentren statt, ihr bekommt das Ergebnis per Video auf euren Bildschirm der Wahl gestreamt. Das kann euer Fernseher sein, das nächstgelegene Handy oder euer altes Netbook, das vorher schon bei einer hitzigen Partie Minesweeper ins Schwitzen gekommen ist. Genutzt werden kann Shadow dann wie ein ganz normaler PC auch: Schneidet und rendert ein Filmprojekt in Premiere, surft normal im Web oder spielt eine Runde Witcher 3 auf Steam – Wie gesagt, alles auf dem Handy wenn ihr denn wollt.

Damit ihr immer auf dem aktuellen Stand bleibt und theoretisch nicht mehr über einen neuen Heimcomputer nachdenken müsst, versprechen die Jungs und Mädels von Blade ihren Service stets mit aktueller Hardware zu füttern. Wenn es beispielsweise merkliche Grafiksprünge im Gamingmarkt gibt, wird eine neue Grafikkarte in das System eingespeist. Ein aktueller, virtueller Shadow Computer besitzt derzeit 12 GB DDR4 RAM, eine GeForce GTX1080, 8 dedizierte Threads auf einem Intel Xeon Server und 256 GB Arbeitsspeicher.

Gespenstiger Fortschritt

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Auf der diesjährigen Gamescom trafen wir die Köpfe hinter Blade erneut. Der Deutschlandstart des Service steht mittlerweile kurz bevor. Schon am 4. September wolle man auch hierzulande mit Shadow online gehen. Dazu hatte man passend zur Gamescom aber gleich noch einen neuen Hasen aus dem Hut gezaubert. So stellte man den Shadow Ghost dem brennenden Licht der Öffentlichkeit vor. Die kleine Box sieht nicht nur ziemlich stylisch aus, sondern soll auch die alte Shadow Box ersetzen. Auf Windows, Mac OS und mittlerweile auch einer Beta Version für Ubuntu lässt sich Shadow ohne zusätzliches Zubehör einfach per Client bedienen. Für alle anderen Bildschirme nutzte man zuvor die etwas klobige Shadow Box.

Die Ghost stellt dazu die logische Weiterführung da und hat es ganz schön in sich. Die kleine Konsole verspricht 4K bei 60 FPS, hat einen integrierten Ethernet Eingang, 2x USB 3.0, 2x USB 2.0 und einen HDMI 2.0 Port. Also perfekte Vorraussetzungen, um selbst vier Controller an der Ghost unterzubringen. Zudem kommt der gespenstische Name auch nicht von Irgendwo, so bietet die Box außerdem eingebaute Bluetooth- und WiFi-Konnektivität. Noch mehr Ghost-igkeit verspricht außerdem die passive Kühlung und der Fakt, dass kein Lüfter verbaut wurde. Anders als die alte Shadow Box überhitzt die Ghost also nicht mehr oder gibt unangenehm laute Geräusche von sich, wenn ihr doch gerade entspannt Katzenvideos in Dauerschleife gucken wolltet.

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Wen das alles noch nicht überzeugt hat, der dürfte sich vielleicht darüber freuen, dass dem Ganzen ein dicker grüner Daumen zugrunde liegt. Laut eigenen Angaben verbraucht ein Ghost, über den Shadow läuft, nur ein Dreißigstel eines normalen Computers. Kosten soll die knuddelige Box um die 120€ und eine Veröffentlichung ist noch für dieses Jahr geplant. Auch nach diesem Besuch konnte uns Blade wieder durchweg begeistern, Shadow ist und bleibt eine tolle Idee, die man dringlichst im Auge behalten sollte. Bleibt also zu hoffen, dass der deutsche Release von Shadow so glatt anläuft, wie sich die Franzosen das vorstellen. Zu wünschen wäre es diesem sympathischen Haufen auf jeden Fall.

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