Vorschau: Ary and the Secret of Seasons

Ary-and-the-Secret-of-Seasons-Reise

Ary and the Secret of Seasons: Eine Reise durch die Jahreszeiten

Winter is coming – und das knuffig! Mit Ary and the Secret of Seasons erwartet uns Ende des Jahres ein grundsympathisches Action-Adventure im Comic-Stil, das sich die Kraft der vier Jahreszeiten zunutze macht. Wir konnten bereits einen winzigen Einblick in die moderne Fabel werfen und verraten, auf was ihr euch freuen dürft.

Ary and the Secret of Seasons: Vivaldi wäre stolz!

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Aryelle: Tough, neugierig und einfach zum Knuddeln

Nach unserer rund 20-minütigen Stippvisite in der Welt von Aryelle (Spitzname Ary) stehen bei uns selbstverständlich noch etliche Fragezeichen im Raum – vor allem in puncto Story. Hier die Kurzform: Die quirlige Heldin lebt im magischen Land Valdi und spürt, dass mit ihrer Heimat etwas ganz gewaltig nicht stimmt. Die Jahreszeiten spielen verrückt und sorgen dafür, dass die Welt aus dem Gleichgewicht gerät. Als dann auch noch ihr Bruder Flynn spurlos verschwindet, steht für sie fest: Etwas muss geschehen!

Ary ergreift natürlich sofort die Initiative und macht sich auf, die mysteriösen Vorkommnisse zu untersuchen. Dabei stößt sie auf einen sagenumwobenen Geheimbund, die Wächter der Jahreszeiten, und erfährt von einer uralten Bedrohung, die nach Jahrhunderten wiedererstarkt ist und für reichlich Chaos sorgt. Als frischgebackene Wächterin des Winters obliegt es der jungen Heldin, ihre Heimat zu beschützen und die Ordnung wiederherzustellen.

Die Kraft der vier Jahreszeiten

Per Knopfdruck zwischen Winter und Sommer wechseln

Selbstverständlich gehen mit der neuen Berufung auch eine ganze Reihe Vergünstigungen einher. Unter anderem, dass Ary in der Lage ist, die Jahreszeiten zu beeinflussen, um im Kampf zu bestehen, Rätsel zu lösen oder versteckte Orte zu erreichen. Recht schnell stellt sich der fließende Wechsel zwischen Frühling, Sommer, Herbst und Winter als das große Alleinstellungsmerkmal von Ary and the Secret of Seasons heraus, denn er sorgt nicht nur für optische Highlights, sondern nimmt maßgeblichen Einfluss auf das Gameplay.

Während das junge Mädchen zu Beginn des Spiels lediglich kleine Sphären beschwört, in denen es auf Knopfdruck Winter wird, lernt Ary schon bald, ihre neu gewonnenen Kräfte zu kontrollieren und gezielt einzusetzen. Im Laufe des Abenteuers kommen also nicht nur neue Jahreszeiten, sondern auch praktische Tools hinzu, mit denen die Wächterin ihre magischen Blasen nicht nur um sich herum, sondern auch auf Distanz herbeizaubert.

Stellt sich natürlich die Frage: Warum das Gewese um den Winter? Die Antwort fällt so simpel wie einleuchtend aus: Weil Ary es kann! Zu jeder Gelegenheit und ohne interne Abklingszeit nutzt das toughe Mädel ihre Fähigkeiten und löst damit Rätsel in allerlei Formen. Schwimmen gehört nicht zu den Stärken der Wächterin und so aktiviert sie kurzerhand ihre eisigen Fähigkeiten, um den nahegelegenen See einzufrieren und kalten aber sicheren Fußes eine Schatzkiste zu erreichen.

Ein bunter Mix der Genre-Klassiker

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Action-Adventure und Puzzle-Game in Symbiose

Ohne viel Federlesen präsentieren die belgischen Entwickler uns Minuten später Rätsel, die allerdings schon deutlich komplexer ausfallen. Bereits recht früh im Spielverlauf muss unsere Heldin nämlich lernen, die vier Jahreszeiten miteinander zu kombinieren, um die überraschend komplexen Puzzle-Passagen des Spiels zu lösen. Während die Winter-Blasen dafür sorgen, dass feindliche Geschosse eingefroren und schwere Objekte verlangsamt werden, vereint der Herbst die volle Kraft des Windes und pustet besagte Gegenstände an einen Platz unserer Wahl.

Die einzigartigen Fähigkeiten von Ary nutzt ihr aber nicht nur im Rahmen der erfrischenden Rätsel, sondern auch im Kampf. Die Gegner bleiben jederzeit knuffig, sind jedoch nicht zu unterschätzen. Während euch ulkige Hyänen im ehrenhaften Schwertkampf gegenüberstehen, kann es durchaus passieren, dass arglistige Pflanzen euch per Fernkampf ans Leder wollen. Kein Problem, denn deren Projektile verwandelt ihr mit einer gekonnt platzierten Winterlandschaft in tödliche Eiszapfen, die ihr mit gutem Timing postwendend an den Absender zurückschickt. In den rudimentären, aber durchaus fordernden Kämpfen zeigt sich das Potenzial des Spiels in voller Blüte.

Mit großen Augen direkt ins Herz

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Ein Stück Pixar ist an Ary verloren gegangen.

Dass es sich bei Ary and the Secret of Seasons jedoch nicht nur um ein Rätsel-lastiges Action-Adventure Marke The Legend of Zelda handelt, beweisen die vielen Kleinigkeiten, mit denen der Titel Ende dieses bzw. Anfang kommenden Jahres an den Start geht. Erkundung der Spielwelt steht bei den Entwicklern besonders hoch im Kurs, was bedeutet, dass es eine ganze Reihe optionaler Gebiete und Sammelobjekte geben wird.

Natürlich sind auch die ganz eng mit der grundlegenden Gameplay-Mechanik der Jahreszeiten verknüpft und erfordern kreatives Umdenken, das wir in dieser Form noch bei wenigen Indie-Titeln erlebt haben. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang auch die grundknuffige Spielwelt, die sich irgendwo zwischen Asia-Style und Pixar-Ästhetik verorten lässt. Nicht nur Ary, sondern auch ihre Heimat Valdi sprühen nur so vor Charme, der uns innerhalb weniger Minuten vollends überzeugte.

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Ary and the Secret of Seasons: Ein sphärisches Abenteuer

Die Spielwelt punktet mit einer Mischung aus offenen Gebieten und klar durchgeplanten Sequenzen. Auffällig platzierte Monolithen nutzt ihr beispielsweise, um ganze Landstriche vom frühlingshaften Immergrün in sommerliches Gelb zu verwandeln, was letztlich nicht nur in optischer Vielfalt, sondern auch spielerischer Abwechslung resultiert. Fragt sich also nur, ob der Singleplayer-only-Titel auch über die volle Laufzeit seine kreativen Ideen aufrecht erhalten kann.

Vielversprechend

Christian Böttcher

Mit rund 15 Stunden Spielzeit verspricht Ary and the Secret of Seasons ein in vielen Punkten innovatives, wenn auch recht rudimentäres Action-Adventure zu werden, das der linearen Konkurrenz problemlos zeigt, wo der Eiszapfen hängt. Wenn die belgischen Entwickler das durchdachte Grundkonzept über die volle Spielzeit ausbreiten und mit der nötigen Komplexität aufbohren, haben wir keinen Zweifel daran, dass die Wächterin des Winters die kalte Jahreszeit mit spielerischem Indie-Feuer versorgt – egal ob 2019 oder 2020.
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