Vorschau: Assassin’s Creed – Rogue

Vorschau: Assassin's Creed - RogueKleine Brüder haben es schwer: Nach der Nachricht, dass es zwei Titel von Assassin’s Creed geben wird,  jeweils ausgelegt für die neue und die alte Konsolengeneration, wurde Assassin’s Creed – Rogue als der schwächere Abklatsch von „Unity“ abgestempelt. Immerhin war es nur für die alte Generation und grafisch wahrscheinlich deutlich schwächer als der New Gen-Titel. Abgespeckte Grafik, abgespeckte Story, ein Trostpflaster für all jene, die keine Xbox One oder PlayStation 4 besitzen und trotzdem gern einen neuen Assassin’s Creed-Titel haben wollen, so die Erwartungen.

Was wir allerdings bereits von Assassin’s Creed – Rogue sehen durften, lässt keinesfalls das Gefühl aufkommen, dass es sich um ein minder qualitatives Spiel handelt. Die Redaktion von ingame hat schon vorab einen Blick auf den neusten Assassinen-Titel werfen können.

Assassin’s Creed -Rogue als Black Flag-Nachfolger?

Assassin’s Creed – Rogue wirkt in den ersten Minuten wie ein Deja vu von Black Flag: Wir sind im Spiel kein Teil des Ordens, es gibt Seeschlachten und Küstenstädte, und auch das Spielgefühl macht schnell den Eindruck, dass man sich aus Versehen zu Assassin’s Creed 3 oder 4 verirrt hat. Doch schnell bemerken wir, dass Assassin’s Creed -Rogue auch vieles anders macht.

Das übliche Verfahren wurde auf den Kopf gestellt. Anstatt sich der Assassinen-Gemeinschaft anzuschließen, spielen wir diesmal ein Mitglied des Ordens, das sich dank eines traumatischen Erlebnisses gegen die Bruderschaft entscheidet. In Assassin’s Creed – Rogue täuschen wir als Ire Shay Patrick Cormack unseren Tod vor und werden zum Templer. Dabei geraten wir zwischen die Fronten des siebenjährigen Krieges: Frankreich und England kämpften in einem Konflikt zwischen 1756 und 1763 um die Vorherrschaft in den nordamerikanischen Kolonien. Auf der Seite von England müssen wir nun unseren Idealen folgen und Shays ehemalige Brüder töten.

Vorschau: Assassin's Creed - Rogue

Sieht ein bisschen wie Black Flag aus: Die Seeschlachten sind zurück

Attentat auf die Attentäter

Zuerst ist es ein befremdliches Gefühl, die Assassinen zu töten: Sie sehen in ihren Roben einfach zu cool aus und nachdem sie uns die Spiele zuvor mehr oder minder begleitet haben, ist es eigenartig, sie jetzt ganz herzlos zu jagen und hinzurichten. Nachdem wir dann aber den ersten, hartnäckigen Attentäter ausgeschaltet haben, legt sich das Gefühl auch wieder. Besser sein als die Assassinen: Wer will das nicht?

Shay hat dabei seinen Assassinen-Brüdern einen klaren Vorteil voraus: Es gibt keinen Kodex und ob er nun heimlich agieren oder lieber eine Menge Wirbel veranstalten will, interessiert letztendlich niemanden. Wir können unsere eigenen Regeln aufstellen, und Kämpfe lassen uns die Freiheit, sie auch notfalls gewaltsam umzusetzen. Wenn wir möchten, können wir natürlich heimlich agieren. Genauso gut geht es aber auch, wahllos jeden Gegner umzulegen oder durch Sabotage das Ziel zu erreichen. Die Kämpfe in Assassin’s Creed – Rogue verlaufen flüssig und intuitiv wie schon in den Vorgängerteilen. Selbst große Gegnermassen kann man mit etwas Geschick und verschiedenen Kombos leicht ausschalten.

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Von Freund zu Feind: Als Templer sind die Assassinen eure Gegner

IQ-Test für NPCs?

Die KI ist auch in Assassin’s Creed – Rogue nicht unbedingt von der hellsten Sorte. Die Gegner greifen nur abwechselnd an (Ausnahmen bestätigen da die Regel, kommen aber selten vor), die Bürger sind gleichgültig wie eh und je und beim Anschleichen könnte Shay wahrscheinlich eine Blaskapelle im Schlepptau haben und die Wachen würden sich nicht umdrehen.

Die einzigen Charaktere, die scheinbar ein bisschen was im Hirn haben, sind die Assassinen. Diese können uns dafür aber auch schon mal ins Schwitzen bringen, da sie uns schnell entdecken können und Kampf-technisch auf einem höheren Niveau sind. Außerdem lauern sie in jeder Stadt auf Dachkanten und hinter Büschen und fallen dich selbst dann an, wenn du eigentlich gerade eine andere Zielperson jagst.

Vorschau: Assassin's Creed - Rogue

Die KI ist leider nicht die Hellste: In großer Zahl sind sie aber trotzdem gefährlich

Bombastische Grafik trotz Last-Gen

Grafisch hat sich in Assassin’s Creed – Rogue im Vergleich zu Black Flag nicht viel getan. Für einen Last-Gen-Titel sieht es auf alle Fälle gut aus und es macht nicht den matschigen Eindruck, den manch anderen PS3-Spiele manchmal hinterlassen. Die Serie gehörte halt schon immer zu den Aushängeschildern in Sachen Optik.

Überhaupt hat Assassin’s Creed -Rogue das Rad sicher nicht neu erfunden, das wird an mehreren Stellen sehr deutlich. Stattdessen hat es einen bereits vorhandenen Titel genommen und ihn besser gemacht. Die Ähnlichkeit zu Blag Flag ist bestechend, doch die Unterschiede sind ebenso deutlich. Ein Beispiel dafür sind die Seeschlachten: Wie gewohnt fährt man mit dem Schiff über die Meere, doch jetzt lauert die Gefahr nicht nur in Wachtürmen und Kanonen: Die Entwickler wartet hier mit einigen Überraschungen auf und überraschen den Spieler schon ein wenig, wenn sie uns plötzlich von einem feindlichen Schiff mit einem Assassinen an Bord entern lassen und dieser unsere halbe Mannschaft ausradiert, bevor wir überhaupt das Steuerrad loslassen können.

 

+ Schöne Grafik
+ Spaßiges Gameplay
+ Herausfordernde Seeschlachten
+ Interessante Story
- KI ist etwas zu dümmlich
- Sich wiederholende Aufgaben
Vielversprechend

Anja C.

Trotz kleiner Mankos ist Assassin's Creed - Rogue ein Titel, der Laune macht und den Spieler vor dem Bildschirm hält. Die Story ist fesselnd, die Charaktere sympathisch, das Gameplay ist flüssig und intuitiv. Auf gar keinen Fall muss es sich hinter dem großen Bruder „Unity“ verstecken. Allerdings fühlt es sich nach mehreren Titeln der gleichen Art trotz einiger Neuerungen dann eben doch gewohnt an. Wie ein alter Freund, der einen seit Jahren begleitet. Fans der vielteiligen Reihe kommen aber auch mit diesem Spiel auf jeden Fall auf ihre Kosten.
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