Vorschau: Assassin’s Creed Syndicate

assassins-creed-syndicate-thumbDer Ruf des Credos wird wieder Laut, denn Ende Oktober erscheint mit Assassin’s Creed Syndicate das neueste Meuchel-Abenteuer. Dieses Mal verschlägt es uns nach London in das Jahr 1868 und somit mitten ins Zeitalter der Industrialisierung. Die Bruderschaft der Assassinen wurde jedoch aus der britischen Metropole vertrieben. London leidet fortan unter der Unterdrückung durch den machtgierigen Crawford Starrick. Eine Vorherrschaft, welche lediglich durch unsere beiden Protagonisten ein Ende finden kann.

Ein Assassine kommt selten allein

Anders als in den Vorgängern schlüpfen wir nun in die Rolle eines Assassinen-Geschwisterpärchens. Um genau zu sein laufen wir wahlweise mit Evie oder ihrem Bruder Jacob über die Dächer der Stadt. Diese nehmen sich dem Vermächtnis ihres Vaters an und beschließen London zurückzuerobern. Der Wechsel zwischen den beiden Charakteren erfolgt per Knopfdruck im Menü. Abgesehen von den Charakter-spezifischen Missionen sowie während den Kampfszenen kann jederzeit gewechselt werden. Während Evie bevorzugt unentdeckt durch die Straßen schleicht und ihre Gegner aus dem Schatten heraus überwältigt, ist Jacob ein Freund von direkten Konfrontationen und freut sich über jede Prügelei mit feindlichen Gang-Mitgliedern.

Auf unseren Missionen sammeln wir Punkte, welche wir anschließend auf einen der drei Skill-Trees –Stealth, Combat und Ecosystem – verteilen. Außerdem gewinnen unsere Charaktere mit neuer Ausrüstung weiter an Stärke. Diese erhalten wir beispielsweise durch Missionen, Kauf oder Crafting. Wer nun fürchtet, sich aufgrund geringer Ressourcen auf einen Charakter spezialisieren zu müssen, kann sich nun entspannt zurücklehnen. Denn Missionsbelohnungen, Skillpunkte sowie Geld wird stets für beide Charaktere freigespielt. Wechselt man also nach längerer Zeit wieder auf den anderen Charakter, stehen entsprechend viele Skillpunkte zur Verfügung.Vorschau Assassin’s Creed Syndicate (4)

Gangs of London

Das große Ziel unseres Geschwisterpärchens ist die Befreiung Londons von den Blighters, einer von Templern gesteuerten Gang. Feuer mit Feuer, dachte sich Jacob und gründete kurzerhand seine eigene Gang – die Rooks. Für diese erhalten wir ebenfalls in regelmäßigen Abständen Skillpunkte und können dadurch unserer Gang, je nach Skill-Baum, diverse Upgrades spendieren. So versorgt uns der der Skill-Pfad Ringleader beispielsweise mit stärkeren Truppen, mit den Insider-Skills halten wir uns unter anderem die Polizei vom Hals und mit dem Swindler-Pfad sorgen wir schließlich dafür, dass unser Gang-Konto stets gut gefüllt ist.

Die Befreiungsmission findet im Ubisoft-typischen Stil statt, also ein Stadtgebiet nach dem anderen. Hierbei gilt es zuerst einige Missionen innerhalb des Gebiets abzuschließen, bevor wir uns schließlich dem jeweiligen Anführer stellen. Ist auch dieser erledigt, gilt das Gebiet als eingenommen. Je nach Mission sammeln wir Loyalitätspunkte bei bestimmten Auftragsgebern. Haben wir eine neue Loyalitätsstufe erreicht, dürfen wir uns beispielsweise über ein neues Ausrüstungsteil freuen. Bei etwas herausfordernden Aufträgen beschaffen wir uns Unterstützung durch das Rekrutieren von Gang-Mitgliedern und starten dadurch mit einer besseren Ausgangsituation in die Kämpfe.Vorschau Assassin’s Creed Syndicate (2)

Besser gut kopiert,…

Das Kampfsystem wurde mit Assassin’s Creed Syndicate grundlegend verändert. So musste man beim Vorgänger schleunigst aus Kämpfen mit zahlreichen Gegnern fliehen, da diese sonst mit mehr Fäusten gleichzeitig auf uns einschlugen, als Arno Hitboxen besaß. Beim aktuellen Ableger bedient man sich eines bereits bekannten Systems, welches auf eine Mischung aus Attacken und Konter setzt. Wenngleich dieses unentwegt an die Spieleserie rund um den dunklen Comic-Ritter erinnert, wurde dies tadellos umgesetzt und lässt uns auch Kämpfe mit größeren Gegnermassen ohne Frust überstehen.

Auch der Seilwerfer dürfte manch versiertem Spieler aus anderen Titeln bekannt vorkommen. Dieser wirkt aber ebenfalls sehr stimmig und beschert uns ein nie dagewesenes Maß an Freiheit sowie eine neue Möglichkeit der Fortbewegung. Apropos Fortbewegung, diese erweist sich leider auch beim neunten Teil der Hauptserie als teilweise zu ungenau. So endet eine Flucht im Sprint oftmals in unerwünschten Kletterszenen.Vorschau Assassin’s Creed Syndicate (3)

Wenn wir mal nicht unsere Beine in die Hand nehmen möchten, können wir auch auf das bekannte Schnellreisesystem zwischen den Aussichtspunkten zurückgreifen. Wahlweise können wir jedoch auch auf den nächsten Zug aufspringen oder uns als Kutschendieb beweisen. Vor allem die Kutschenfahrten hinterließen hierbei einen bleibenden Eindruck.

Diese ermöglichen uns nicht nur eine schnelle Reise von Punkt A nach B, sondern machen auch tatsächlich Spaß. Die Steuerung präsentierte sich zwar etwas schwammig, dies schien aber durchaus gewollt zu sein und gestaltete die Kutschenfahrten etwas glaubwürdiger. Mit ein wenig Übung und ausreichend Zeit, um uns an den Linksverkehr zu gewöhnen, gelingt es uns die Kutsche sicher durch den Londoner Verkehr zu steuern. Zudem sorgte die, etwas unglaubwürdigere, Kutsche im Retourgang auch bei wiederholtem Male noch zu einem breiten Grinsen.Vorschau Assassin’s Creed Syndicate (1)

Es geht immer nur ums Geld…und die Grafik.

Ebenfalls wieder mit an Bord sind die Helix-Credits. Diese stellten bereits im Vorgänger eine Währung für Mikro-Transaktionen dar. Die angebotenen Waren ähneln ebenfalls jenen aus Assassin’s Creed Unity. Wir können unter anderem unsere Crafting-Ressourcen auffüllen oder diverse Boosts erwerben. Somit steht allerdings auch fest, dass es sich hierbei erneut nur um eine Komfortfunktion handeln wird und uns keine Spielinhalte vorenthalten werden.

Ebenfalls für Aufsehen sorgten die zahlreichen Bugs des Vorgängers. Umso mehr freut es uns, dass wir während unserer Spielzeit bei Assassin’s Creed Syndicate lediglich einen, ausschließlich kosmetischen, Bug beobachten können. Da es sich noch nicht um die finale Version des Spiels handelte, stehen die Chancen jedoch gut, dass hier der letzte Feinschliff noch Abhilfe schafft. Bis auf diesen Aussetzer wurde uns sowohl grafisch, als auch Gameplay-technisch ein wunderbares Spielerlebnis präsentiert.

Hervorragendes Kampfsystem
Viele Freiheiten dank diverser Features
Detailgetreues London
Hübsche Licht- und Wassereffekte
Steuerung nach wie vor zu ungenau
Vielversprechend

Alexander M.

Assassin’s Creed Syndicate verleiht der Serie neuen Aufwind. Mit dem frischen Kampfsystem und einigen neuen Features schlägt man den richtigen Weg ein. Das Londoner Setting punktet mit einer wunderschönen Grafik, welche mit gelungenen Licht- und Wassereffekten aufwartet. Es bleibt lediglich abzuwarten, ob auch die Story zur Gänze überzeugen kann.
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