Vorschau: Battleborn – Incursion Modus

Zu Zeiten eines Warcraft 3 machte sich die Spielergemeinde daran eine Funmap zu erstellen, die sich nicht nur großer Beliebtheit erfreute, sondern auch der Beginn eines komplett neuen Spielegenres sein sollte. Dieses Genre setzte seither völlig neue Maßstäbe im Bereich des „Competetive Play“ und prägte den eSport Bereich wie kaum ein anderes. Die Rede ist hier natürlich von DotA und den Multiplayer Online Battle Arena Genre, kurz MOBA. Gearbox, das Entwicklerstudio hinter der beliebten Borderlands-Serie, hat sich hier ein Beispiel dran genommen und plant mit dem neuen Titel Battleborn einen etwas anderen Blickwinkel auf das Genre zu gewähren und nennt diese neue Art von Spiel Hero Shooter. Wir wurden von 2K eingeladen den Incursion-Modus von Battleborn anzuspielen und eines sei im Vorfeld verraten: Das Game hat Hit-Potential!

Vorschau Battleborn Incursion Screenshot 6

Kein echtes MOBA… oder doch?

Im Vergleich zu herkömmlichen MOBA-Games wird der eigene Charakter in Battleborn nicht mehr via Mausklick gesteuert, denn hier fällt die isometrische Kameraperspektive weg. So findet sich der Spieler hier in einer klassischen First-Person Ansicht wieder und muss mit vier Mitspielern in drei unterschiedlichen Mehrspieler-Modi gegen gegnerische Teams antreten. Der erste uns hier vorgestellte Modus des Spiels trägt den Namen Incursion und erinnert vom Spielprinzip sehr stark an Games wie League of Legends und DotA.

Jedes Team verfügt in Incursion über zwei Sentries, also größere Mechs, die es zu zerstören bzw. zu beschützen gilt. Da diese allerdings über einen enormen Schadensoutput und einen Schild verfügen, spielen die Minions, die am Startpunkt der eigenen Basis spawnen, eine entscheidende Rolle. Das Ziel ist es diese Minions bis zu den feindlichen Sentries zu eskortieren und mit deren Hilfe zu zerstören. Zusätzlich lassen sich an bestimmten Punkten der Karte auch noch Mercenaries finden, die eine zusätzliche Unterstützung bieten können. Bevor diese allerdings ihre Hilfe anbieten, gilt es diese erst einmal zu besiegen. Dieser Akt kann sich sehr lohnen, denn diese Söldner können wesentlich mehr Schaden einstecken als der gewöhnliche Minion.

Vorschau Battleborn Incursion Screenshot 1Die Unterschiede zu herkömmlichen MOBA-Titeln sind allerdings nicht von der Hand zu weisen. Statt drei Lanes wird in Incursion nur eine von Minions begangen, was allerdings nicht bedeutet, dass es nur einen Weg gibt. Alternative Pfade um das eigentliche Getümmel bieten allerlei Möglichkeiten feindliche Spieler aufzulauern und zu flankieren. Durch diesen Unterschied im Spielaufbau wird in Battleborn zum einen ein schnelleres und intensiveres Spielgeschehen fokussiert und zum anderen wird dadurch nicht auf strategische Taktiken verzichtet. Kommt es dann zudem vor, dass der eigene Charakter das zeitliche segnet, so muss sich der Spieler auf eine Wartezeit gefasst machen, die mit fortschreitendem Spielverlauf zunimmt. Um dies zu vermeiden gilt es sich zeitig zurückzuziehen und mit einem schnellen Teleport in die eigene Basis den Lebenspool wieder aufzufüllen.

Im Incursion Modus von Battleborn spielen Shards eine wichtige Rolle, die sozusagen die Währung des Spiels darstellt. Mit diesen kann sich der Spieler allerdings keine neuen Items erwerben, denn Shards werden genutzt um Verteidigungsanlagen zu bauen, die nicht nur in der Defensive sondern auch im Angriff sehr nützlich sein können. An festgelegten Punkten können die Turrets platziert und für einen Aufpreis sogar aufgerüstet werden, was trotz des teuren Preises nicht unterschätzt werden darf. Shards lassen sich auf der Map an verschiedenen Orten finden, die dort aus dem Boden wachsen. Durch ein zerschießen dieser können Fragmente aufgenommen werden, wodurch der eigene Kapitalpool steigt. Neben Turrets lassen sich aktuell auch noch gut gepanzerte Minions anheuern, die einen weiteren Vorteil darstellen können.

Vorschau Battleborn Incursion Screenshot 3

Das Charakter Ensemble

Insgesamt stehen den Spielern zum Spielstart 25 Charaktere zur Verfügung, die sich in grob drei Kategorien einteilen lassen können: Angreifer, Verteidiger und Unterstützer. Während manche Charaktere sich konkret auf eine Rolle fokussieren, spielen sich andere hingegen oftmals auch mehr als Hybridklassen, die beispielsweise sowohl Angreifen als auch Teammitglieder mit verschiedenen Fähigkeiten unterstützen können. Wer jetzt allerdings Mikrotransaktionen befürchtet, den möchten wir an dieser Stelle beruhigen: Solche wird es nicht geben! Jegliche Charaktere, Skins, Items und sonstige Features lassen sich allesamt durch reines Spielen und bewältigen von bestimmten  Kriterien freischalten.

Unter den 25 spielbaren Charakteren, die sich in fünf unterschiedliche Fraktionen einteilen lassen, können wir, wie schon in Borderlands, wieder allerlei kuriose Persönlichkeiten entdecken, die auch durch ihre Dialoge für viel Erheiterung sorgen. Hier haben wir beispielsweise den Charakter Kleese, der im schwebenden Rollstuhl über das Schlachtfeld düst und Gegner verspottet, dass diese durch einen Rentner besiegt worden sind. Ein anderes Beispiel stellt hingegen der süße kleine Pinguin Toby dar, der in einem  gigantischen Mech durch die Gegend stapft und sich schüchtern für entstandene Schäden entschuldigt. Fans von Borderlands dürfen sich zudem auf die etwas wahnsinnige Orendi freuen, denn diese wurde von der Tiny Tina Sprecherin synchronisiert, was abermals eine geniale Kombination darstellt!

Vorschau Battleborn Incursion Screenshot 5

Das Spielgefühl

MOBA und Shooter Fans dürften sich mit dem Battleborn Incursion Modus schnell zurechtfinden. Die Steuerung geht super von der Hand und die Kämpfe sind rasant und setzen auch einiges an spielerischen Fähigkeiten voraus. Gerade durch hinterhältige Taktiken, insbesondere wenn man via Voice-Chat mit dem Team zusammenarbeitet, lässt sich spielerisch sehr viel reißen. Auch sollten die asymmetrischen Fähigkeiten der unterschiedlichen Helden nicht unterschätzt werden, die mit zwei Standardattacken, zwei aktiven und einer passiven Fähigkeit, sowie einem Ultimate daherkommen.

Während sich die Spielgeschwindigkeit als relativ schnell einordnen lässt, so konnten wir auch ein kleines Problem finden, welches hoffentlich bis zum Release noch behoben wird. Gerade in rasanten und kritischen Momenten kommt es nicht selten vor, dass der Spieler springend und im Zick-Zack laufend versucht Feinden zu entkommen. Beim Springen auf andere Spielfiguren prallt der eigene Charakter allerdings unkontrollierbar ab, was aktuell eine relativ langsame Systematik darstellt. Gerade in hektischen Momenten kann dies über Leben und Tod darstellen. Ebenso ist es schade, dass aktuell, trotz des großen eSport-Potentials, kein integriertes Ranglistensystem geplant ist.

Vorschau Battleborn Incursion Screenshot 4

Helix Levelsystem

In Battleborn verfügt jeder der 25 Charaktere nicht nur über zahlreiche Fähigkeiten, auch können diese im Spielverlauf stark angepasst werden. Während einer Spielrunde von Incursion erhält jeder Spieler Erfahrung durch das Töten von Minions und gegnerischen Helden. Auf diesem Weg kann jeder Charakter bis zu zehn Stufen aufsteigen und mit jeder Stufe kann eine von bis zu drei unterschiedlichen Optimierungen gewählt werden. Dies geschieht im sogenannten Helix System, wobei zu Beginn nur zwei solcher Ausrichtungen verfügbar sind. Eine dritte kann im späteren Spielverlauf freigeschaltet werden.

Mit jeder neuen Stufe tauchen in der Helix so neue Fähigkeiten auf, von denen der Spieler eine auswählen kann. Tendiert der Spieler mehr zu Kämpfen in der Gruppe oder mehr zum Angriff aus dem Hinterhalt? Soll eine bestimmte Fähigkeit Gegner kurzfristig blenden oder soll der Skill doch lieber mehr Schaden anrichten? Die Möglichkeiten der persönlichen Ausrichtung sind zahlreich und auch lassen sich diese Skills untereinander taktisch kombinieren, wodurch zahlreiche spielerische Variationen erreichbar sind.

Vorschau Battleborn Incursion Screenshot 2

Schnelle und Actionreiche Partien
25 asymmetrische Charaktere
Typischer/Wahnsinniger Borderlands Humor
Süchtigmachendes Spielprinzip
Individualisierungsmöglichkeiten durch Helix-System
Minimale Probleme mit der Collision Detection
Keine Ranglisten-Spiele geplant
Vielversprechend

Daniel M.

Mit Battleborn hat Gearbox ein äußerst vielversprechendes Spiel in der Mache, welches Dank zahlreichen und vor allem einzigartigen Charakteren sowie durch das süchtig machende Spielprinzip von MOBA-Games zu überzeugen weiß. Der Modus Incursion ist mit einer maximalen Länge von 30 Minuten dabei nicht nur schnell sondern auch unfassbar actionreich und das ohne auf strategische Elemente verzichten zu müssen. Abgesehen von aktuell noch minimalen technischen Makeln stellt Incursion eine nicht nur willkommene sondern vor allem äußerst solide Alternative für MOBA Spieler dar. Wer also Fan von heißen Mehrspieler Gefechten ist sollte Battleborn definitiv im Auge behalten, denn dies könnte der aktuell wohl unterschätzteste Titel des laufenden Jahres sein!
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