Vorschau: Call of Cthulhu

Oftmals leiden Künstler, egal welcher Epoche, unter ein und demselben Dilemma: Ihr Werke finden erst lange nach ihrem Ableben an Bedeutung und Aufmerksamkeit. Dies gilt sowohl für Maler der Renaissance also auch für Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, zu denen unter anderem H. P. Lovecraft gehört. Letzterer erlangte dabei speziell in den letzten Jahren durch seinen Cthulhu-Mythos besondere Aufmerksamkeit. Sein Hauptwerk wurde mittlerweile immer breitflächiger in den Medien aufgegriffen. Neben Neuauflagen der Originalgeschichte und Anspielungen an seine Werke, wie beispielsweise in der Serie South Park, wurden auch Videospiele entwickelt. Bei den Cyanide Studios befindet sich ein solches aktuell in der Mache, welches den Titel Call of Cthulhu trägt. Wir konnten uns nun ein erstes Bild von den Geschehnissen des Spiels machen und wie nah es tatsächlich dem Lovecraft-Flair kommt, verraten wir euch im Folgenden.

Am Rande des Wahnsinns

Wie auch in den originalen Werken von Lovecraft wird in Call of Cthulhu insbesondere mit zwei Werkzeugen gespielt. Zum einen haben wir hier sehr beunruhigende Orte, die insbesondere mit okkulten Funden und mysteriösen Ereignissen verknüpft sind und zum anderen dreht es sich wieder mal um geistige Gesundheit unseren Helden. Schon Lovecraft spielte mit dem Thema Wahnsinn, und dass Menschen diesem Verfallen, wenn sie zu lange in Kontakt mit den mysteriösen Mächten seines Universums stehen. Durch besonders schreckliche und verstörende Momente verliert so auch unser Charakter sogenannte „Sanity-Punkte“, was schlussendlich zum Wahnsinn führen kann – dazu aber später mehr.

In Call of Cthulhu schlüpfen wir in die Rolle des Ermittlers Edward Pierce, der von einem Angehörigen der Hawkin-Familie beauftragt wurde, das Herrenhaus eben dieser Familie zu untersuchen. Dabei steht speziell das mysteriöse Ableben der Hawkins im Vordergrund. So gilt es während unserer Ermittlungen Widersprüche aufzudecken, die sich beispielsweise aus dem offiziellen Bericht der Polizei ableiten lassen. Beispielsweise kann so in einem Zimmer, in dem ein Brand stattgefunden hat, eine verkohlte Uhr gefunden werden. Diese ist um 10 Uhr stehengeblieben, wohingegen der Polizeibericht den Brand über drei Stunden später dokumentiert hat. Was ist hier also tatsächlich vorgefallen?

Im Verlauf der Geschichte wird dabei insbesondere mit verstörenden Momenten versucht, eine Spannungskurve aufzubauen. Aber natürlich dürfen auch die finsteren Kreaturen des Cthulhu-Universums nicht fehlen. Auf ein solches Wesen konnten wir in einer okkulten Galerie stoßen, in welcher allerlei merkwürdige und verstörend wirkende Kunstwerke ausgestellt wurden. Aus einem Gemälde kroch dann plötzlich ein Wesen, welches dann Jagd auf uns machte. Der Haken an der Sache: Wenn wir es auch nur betrachten, verlieren wir Sanity-Punkte. Fallen diese auf Null, heißt dies Game Over. Also galt es für uns nun, die Beine in die Hand zu nehmen, vor dem Wesen zu fliehen, ohne es zu betrachten, und sich zu verstecken. Da unser Held allerdings unter Klaustrophobie leidet, gehört das Verstecken selbst nur zu einer vorübergehenden Lösung, denn auch hier verlieren wir Sanity-Punkte.

Unsere Fähigkeiten bestimmen den Verlauf der Geschichte

In Call of Cthulhu dürfen sich Spieler auf verschiedene Enden freuen, die insbesondere von den eigenen Entscheidungen während des Spielverlaufs abhängen. Unser Charakter beginnt so mit einigen frei zu vergebenen Fähigkeitspunkten, die wir beispielsweise in unsere Überzeugungskraft oder in die Fähigkeit Psychologie investieren können. Die Fähigkeiten kommen dabei in unterschiedlichsten Momenten zum Einsatz. Psychologie kann so beispielsweise bei der Untersuchung von Gemälden eingesetzt werden, um nähere Informationen über die geistige Verfassung und die Absichten des Künstlers zu erfahren. Unsere Überzeugungskraft wird hingegen bei Personen genutzt, um diese zu überreden oder einzuschüchtern.

Im Verlauf der Story werden wir auch auf verschiedene Charaktere treffen, deren Schicksal in letzter Konsequenz von den Entscheidungen im Spielverlauf abhängen wird. Direkt zum Spielbeginn treffen wir so beispielsweise auf den Verwalter des alten Herrenhauses der Familie Hawkin, der uns nicht in das baufällige Gebäude hineinlassen will. Hier ist es möglich, diesen durch verschiedene Dialogoptionen zu überzeugen, wozu auch eine rabiatere Art der Einschüchterung möglich ist. Ob die eigene Fähigkeit der Überzeugung hier allerdings stark genug ist, ist nicht ganz sicher.

Wie gründlich wir die verschiedenen Areale des Spiels untersuchen, kann zudem auch äußerst entscheidend sein, was unsere Möglichkeiten angeht. Durch das Untersuchen eines Grabsteins können wir beispielsweise vorgeben, Blumen zu liefern, um auf diesem Weg einen Zugang ins Herrenhaus zu erhalten, und auch die Untersuchungen selbst können uns neue Einblicke in die Geschehnisse des Tods der Familie Hawkin offenbaren. Zum Ende einer Untersuchung ist es zudem an uns, zu entscheiden, welche Beweisstücke wirklich von Bedeutung sind und insbesondere, welche davon Ungereimtheiten mit sich bringen. Welche wir von diesen auswählen ist dabei unerheblich für den Fortschritt des Spiels. Entscheiden wir uns allerdings für möglichst viele stichhaltige Indizien, so ist unser Held besser in der Lage, Schlussfolgerungen zu ziehen und offenbart mehr über die tatsächlichen Geschehnisse.

Beklemmendes Leveldesign
Interessante Ermittlungs-Mechanik
Eigene Entscheidungen mit klaren Konsequenzen
Bislang nur wenig zur Story bekannt
Technisch mit Luft nach oben
Wirkt spielerisch noch etwas träge
Passabel

Daniel M.

Mit Call of Cuthulhu muss zunächst eine Sache klargestellt werden: Hierbei handelt es sich nicht um ein Horror-Spiel! Zwar schafft es der Titel, eine beklemmende und verstörende Atmosphäre aufzubauen, jedoch wird hier versucht auf Jump-Scares und ähnliche Mechaniken zu verzichten. Stattdessen sollen Spieler sich auf eine von Lovecraft inspirierte Geschichte gefasst machen, in welcher der Fokus insbesondere in der Erforschung, dem Ziehen von Rückschlüssen und der Entscheidungsfindung liegen soll. Spielerisch und optisch wirkt Call of Cuthulhu dabei äußerst solide, offenbart allerdings auch keine sonderlich nennenswerten technischen oder optischen Neuerungen. Schlussendlich gilt es abzuwarten wie sich der Titel bis zum Launch noch weiterentwickeln wird, denn gerade im Bereich der Framerate und bei den Zwischensequenzen gibt es hier noch deutlichen Nachbesserungsbedarf.
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