Vorschau: Dead of Alive 6

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In DoA 6 gibt’s wieder saftig auf die Mütze – Bildquelle: Koei Tecmo Games

Seit dem ersten Dead or Alive aus dem Jahre 1996, bei dem man seinen Widersachern damals noch in japanischen Spielhallen eins auf die Mütze gab, hat sich viel verändert. Man prügelt sich mittlerweile durch erzählte Geschichten, hat die Auswahl zwischen diversen Spielmodi und statt dem guten Automaten in der Spielhalle eine zu donnern, fliegen heute bei manch einer Niederlage die Controller durch die Gegend.

23 Jahre später hat die Fighting-Game-Reihe aus dem Hause Tecmo nicht nur sage und schreibe 18 Ableger auf dem Buckel, sondern ist auch seit einigen Jahren ein fester Bestandteil des eSports. Doch während sich die Profi-Prügler in den Staaten noch mit Dead or Alive 5 rumschlagen müssen, durften wir bereits unsere Fäuste im bevorstehenden sechsten Teil der Reihe schwingen. Ob sich das Verteilen von Backenfutter erfrischend neu anfühlt oder die Serie mittlerweile durchgekaut ist, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Der Ring ruft!

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Bildquelle: Koei Tecmo Games

Natürlich hat Dead or Alive, wie auch die letzten Teile, eine ausgiebige Story zu bieten. Aufgeteilt in fünf Kapitel prügelt ihr euch im Rahmen des nächsten großen Dead or Alive-Turniers von Stage zu Stage. Aber anders als bei so manch anderem Fighting-Game ist die Geschichte hier in einzelne Fragmente unterteilt. Das heißt, ihr habt einen Zeitstrahl, auf dem ihr selbst wählen könnt, ob ihr zunächst linear den Geschehnissen des Turniers folgt oder erst einmal der Storyline eines bestimmten Kämpfers nachgeht. Im Nachhinein springt ihr dann an einen früheren Zeitpunkt zurück um dort mit der Geschichte eines anderen Fighters fortzufahren. So strickt ihr euch eure eigene, individuelle Erzählstruktur.

Zur Story dürfen und wollen wir inhaltlich nichts verraten, außer, dass die Geschichte an die Events vom Vorgänger anschließt. Erwähnenswert ist allerdings, dass die Inszenierung von Dead or Alive 6 einen gewissen Eindruck bei uns hinterlassen hat. Denn trotz der üblichen Absurdität des Over-the-top-Gekloppe scheint die Serie ein Stück weit erwachsener geworden zu sein. Die Bikinis bleiben diesmal im Schrank hängen und stattdessen haben sich die Entwickler von Team Ninja andere Fronten gesucht, an denen es zu arbeiten gibt. Klar, schlechte Sprüche zum Ende eines Fights sind nach wie vor vorhanden, doch machen sie zugleich den unverzichtbaren Charme der Serie aus.

Modi, soweit das Auge reicht

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Bildquelle: Koei Tecmo Games

Neben dem Story-Modus habt ihr jedoch ein breites Spektrum an weiteren Spielvarianten zur Auswahl. Im Trainings-Modus findet ihr allerlei Übungslevel und Tutorials, die euch sehr detailliert in die von Kombos beherrschte Welt von Dead or Alive einführen. Wer sich eingespielt hat und zunächst keine Lust auf die Story hat, der kann im Kampf-Modus seine Herausforderung suchen.

Hier habt ihr dann nochmals die Auswahl zwischen weiteren Unterteilungen, wie etwa dem klassischen 1 vs. 1-Match, durch das ihr euch in Windeseile durchprügeln könnt – gegen den Computer oder natürlich auch gegen einen eurer Freunde. Im Arcade-Modus kloppt ihr euch hingegen durch eine Serie von zehn Matches und zielt auf einen möglichst fetten Highscore, während ihr in den Modi Survival und Zeitangriff so lang es geht überleben beziehungsweise möglichst schnell die Kämpfe beenden müsst.

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Bildquelle: Koei Tecmo Games

Als weitere Herausforderung, besser gesagt als eine Art Kollektiv von Herausforderungen, warten die DoA-Quests auf euch. In mehr als 90 Missionen gilt es einen Kampf anzutreten und drei Missionsziele zu absolvieren. Für jedes Missionsziel erhaltet ihr als Belohnung einen Stern. Den ersten Stern bekommt ihr mit dem Sieg und die anderen beiden jeweils über Aufgaben wie etwa „Bewirke mit einer Kombo 60 Schaden“.

Durch das Absolvieren derartiger Aufgaben werdet ihr mit Titeln, Songs und Kleidungsstücken belohnt, wodurch ihr eurem Kämpfer in Hinblick auf sein Erscheinungsbild eure eigene individuelle Note verpassen könnt. Außerdem schaltet ihr durch das Sammeln von Sternen immer weitere Missionen frei, die zu Beginn noch durch eine Sternen-Grenze gesperrt sind, sodass ihr in diesem Modus das eine oder andere Stündchen investieren könnt.

Hoch die Fäuste

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Bildquelle: Koei Tecmo Games

Doch nun ans Eingemachte: Das Gameplay. Vorab können wir euch sagen, dass das Kampfsystem von Dead or Alive 6 überzeugt. Team Ninja bleibt dem typischen Schlagen-, Greifen-, Werfen-Prinzip der Serie treu, bereichert es aber obendrein mit ein paar kleinen Neuerungen. Eine davon ist der Einsatz von sogenannten Gefahrenzonen. Bewegt ihr euch auf einer der 14 Maps umher, so trefft ihr oftmals auf herausstechende Map-Elemente. Verteilt ihr eurem Widersacher ein paar deftige Schläge, während er vor einem dieser Elemente steht, so katapultiert ihr ihn in diese Gefahrenzone und löst ein Event aus.

Das kann zum Beispiel eine Palette Pulverfässer sein, die euren Rivalen in die Luft wirbelt, wo er dann von einem gigantischen Krakententakel durch die Gegend geschleudert wird. Oder auch das Ei eines Flugsauriers, bei dem der besagte Flattermann dann euren Opponenten ergreift und ihn in einen alternativen Part der Stage verfrachtet. Dieses Feature macht nicht nur die Kämpfe komplexer und abwechslungsreicher, sondern triggert auch die Neugier des Spielers, die Maps auf diese Gefahrenzonen hin zu erkunden.

Eine weitere Neuerung, die wir allerdings nicht so positiv bewertet haben, ist das neue Fatal-rush-System. Hier hämmert ihr wie verrückt die rechte vordere Schultertaste und liefert somit ein einziges Kombo-Fest ab. Das mag für Neulinge zwar eine angenehme Einstiegshilfe sein, doch endet dies häufig in rigorosem Button-Mashing. Nähert sich eure Vitalitätsleiste dem Ende zu, so knüppelt ihr einfach ein paar Mal wild auf die besagte Taste und voilà, schon habt ihr den Spieß umgedreht. So sieht ein Kampf unter Ehrenmännern in unseren Augen aber nicht aus.

Glanz und Glamour

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Bildquelle: Koei Tecmo Games

Optisch macht der sechste Teil der Reihe nun gewiss keinen Quantensprung, ist aber auch grafisch um ein paar neue Facetten bereichert worden. So sehen besonders die Haare wesentlich realistischer aus und auch eure Haut und Kleidung wirkt dank ein paar neuer Glanzeffekte deutlich schicker. Wenn ihr zudem während des Kampfes ordentlich einsteckt, so macht sich das auch an eurem Äußeren bemerkbar. Zerrissene Kleidung oder mit Dreck übersäte Gesichter sprechen dann für sich.

Einige der Animationen sahen zwar noch verbesserungswürdig aus, doch versicherte man uns, dass die uns gezeigte Version noch nicht final sei und an der grafischen Komponente weiterhin gefeilt werde. Durch einen umfangreichen Katalog an rockigen Soundtracks, den ihr mittels des vorab erwähnten Belohnungssystems erweitern könnt, bekommt das temporeiche Gameplay dann auch noch die passende musikalische Untermalung. So, wie man es eben von Dead or Alive kennt.

Dead of Alive 6 erscheint am 15. Februar 2019 für
Vielversprechend

Koch74

Das kleine Tänzchen mit Dead or Alive 6 hat unsere Erwartungshaltung steigen lassen, ohne diese aber in exorbitante Sphären zu schießen. Veteranen der Serie dürfen sich auf das altbewährte Gameplay samt größtenteils einfallsreichen und sinnvollen Neuerungen freuen und Neueinsteiger werden vom Spiel an die Hand genommen und erhalten so einen sanften Einstieg in die sonst so harte Welt von Dead or Alive. Das ein oder andere Manko ist zwar vorhanden, doch insgesamt macht der Prügelspaß einen soliden Eindruck und fühlt sich auch nach 18 Vorgängern nicht abgewetzt an.
Vorschau: Rage 2 Vorschau: Anno 1800
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