Vorschau: Far Cry Primal

Far Cry Primal thumbSchon in diesem Februar schickt euch Ubisoft mit Far Cry Primal auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Genauer gesagt geht es ab in die Steinzeit, um den Fred Feuerstein zu mimen. Doch funktioniert die beliebte Far Cry-Formel auch mit Axt und Keule?

In einem Land vor unserer Zeit

In Far Cry Primal werdet ihr 10.000 Jahre in die Vergangenheit versetzt. Hier schlüpft ihr in die Haut von Takkar, Mitglied eines erfahrenden Jägertrupps. Zusammen mit seinen Brüdern, ist er auf der Suche nach dem Land Oros, um verlorene Mitglieder seines Stammes , den Wenja, zu finden. Doch das gefährliche Unterfangen durch die raue Steinzeitwelt geht schief und so erreicht nur ihr allein das verheißungsvolle Land.

Doch leider seid ihr spät dran, denn mittlerweile ist die Anzahl der überlebenden Mitglieder eures Stammes auf ein Minimum gesunken. So trefft ihr zunächst nur auf die Jäger und Sammlerin Sayla, die euch, wenn auch recht simpel zu verstehen gibt, das Oros bei Weitem kein Paradies ist. Es ist eine Welt in der es heißt fressen oder gefressen werden. Ans Leder wollen euch dabei die Natur an sich, gefrässige Tiere, aber vor allem feindliche Stämme.  Davon gibt es gleich zwei, die Udam und die Izila. Perfekte Rahmenbedingungen also um ein Steinheld zu werden. Um das zu schaffen, müsst ihr euren Stamm wiederaufbauen und euch an die Spitze der Nahrungskette vorkämpfen.Vorschau Far Cry Primal (7)

Stamm gegen Stamm

Damit das nicht ganz so einfach ist, bietet euch auch der neuste Teil der Far Cry Serie wieder fiese und einprägsame Gegenspieler. Zum einen Ull, den Anführer der fleischfressenden und sehr animalischen Udam. Auf der andere Seite sind die Izila, mit ihrer Anführerin Batari. Diese sind eher ein Kult, welcher sich ums „magische“ Feuer dreht. Gerade dieses gutes Szenario, hat uns beim Anspielen besonders gut gefallen. Dass dieses wunderbar ausgearbeitet scheint, zeigte schon das Intro, das euch von der ersten Spielminute an davon abhält, die gesamte Welt zu hinterfragen. Um der Detailverliebtheit die Krone aufzusetzen hat Ubisoft noch eine eigene Höllenmenschen-Sprache entwickelt, mit der die Dialoge und Zwischensequenzen unglaublich authentisch wirken.

In Oros warten jedoch nicht nur Feinde auf euch und so findet ihr im Verlauf des Spiels immer wieder verschollene Stammesmiteglieder. Diese zu finden lohnt sich gleich doppelt weil ihr so nicht nur weitere interessante Missionen erhaltet, sondern auch Zugang zu neuen Fähigkeiten erhaltet. Je mehr Missionen und Aufgaben ihr wiederum erledigt umso mehr Erfahrung sammelt ihr, womit ihr dann die angesprochenen Talente ausbauen könnt.

Das Skillsystem unterteilt sich dabei wie gewohnt in unterschiedliche Bäume, die aber immer erst dann zugänglich werden, wenn ihr eurer verschollenen Stammesmitglieder in euer neu gegründetes Dorf zurückbringt. In unseren ersten Stunden konnten wir uns dabei gleich von zwei der Charakteren überzeugen. Den Anfang machte Sayla mit ihren Sammlerfähigkeiten, die euch dabei helfen Pflanzen und oder Nahrung effektiver einzusetzen oder zu finden. Nicht viel später trafen wir auf den Schamanen Tensay Zugang der uns Zugang zu unseren Beastmaster-Fähigkeiten ermöglichte. Diese erlauben euch wilde Tiere zu zähmen, um sie im Kampf oder zur Aufklärung verwenden zu nutzen. Insgesamt könnt ihr hier bis zu 14 Tiere zähmen, die natürlich alle unterschiedliche Fähigkeiten besitzen und somit für bestimmte Situationen von Vorteil sind.Vorschau Far Cry Primal (8)

Trinken und träumen

Gerade die Missionen um Tensay herum scheinen eine besondere Stellung einzunehmen, weil ihr des Öfteren in kompletten Traumwelten unterwegs seid, ähnlich wie die Shangri La-Missionen in Fary Cry 4. Um in diese Visionen zu gelangen, braut euch der gute Tensay meist einen abartigen Cocktail zusammen, den ihr zu euch nehmen müsst. Wir konnten hierbei eine Eulenflug-Missionen ausprobieren, welche fast ein wenig an Ubisofts VR Projekt Eagle Flight erinnerte. Hört sich natürlich erstmal seltsam an, passt aber sehr gut zu dem toll ausgearbeiteten Seeting und sorgt für eine gute Prise Abwechslung.

Doch das waren bei Weitem nicht alle Charaktere die auf euch warten und so müsst ihr in Oros insgesamt sieben Nebencharaktere finden, die alle mit ihrer ganz eigenen Geschichte auf euch warten. Wie ihr das macht ist dabei vollkommen euch überlassen, denn gleich von Beginn an könnt ihr euch frei in der riesigen Welt austoben. Je mehr Aufgaben ihr dabei erledigt umso legt ihr von der zunächst noch verdeckten Karte frei und sammelt natürlich auch noch wichtige Erfahrungspunkte.Vorschau Far Cry Primal (2)

Jagen und Sammeln

In Bezug auf die Größe steht Far Cry Primal dem Serien-Vorgänger Far Cry 4 in nichts nach. Ebenso serientypisch warten verteilt auf der Karte auch noch jede Menge Nebenmissionen auf euch. So müsst beispielsweise eine bestimmte Anzahl an Gegnern töten, diverse Objekte sammeln, oder einen Trupp von Verbündeten eskortieren. Wie abwechslungsreich das Ganze ausfällt, können wir nach knappen vier Stunden Spielzeit natürlich noch nicht sagen, sind angesichts der Vorgänger aber guter Dinge.

Wer noch mehr Zeitvertreib sucht, sollte sich unbedingt mit dem Ausbau seines Dorfes beschäftigen. Hier müsst ihr beispielsweise Materialen für die Behausungen der Nebencharaktere besorgen um diese dann auszubauen können, um so Upgrades und Missionen freischalten. Darüber hinaus spielt natürlich auch die Jagd eine große Rolle, so sind auch in Oros jede meine Tiere versteilt die es zu finden und zu erlegen gilt.Vorschau Far Cry Primal (5)

Alles in Handarbeit

Um euch das Leben leichter zu machen, könnt ihr mal wieder die unterschiedlichsten Dinge herstellen. Das beschränkt sich jedoch nicht nur auf Waffen sondern umfasst auch Köder, Medizin und Fallen. Zwar ist die Auswahl etwas überschaubarer als in Far Cry 4, was aber nicht weiter ins Gewicht. Insgesamt fügt sich das Craften aber sehr harmonisch ins Gesamtkonzept ein, da Steinzeitwerkzeuge und Waffen nie mehr als drei bis vier Werkstoffe benötigen, um sie herstellen zu können.

Auch in Punkto Gameplay wurde die Far Cry – Formel fast eins zu eins ins neue Setting übernommen. Waffen und Greifhaken sind im diesen Fall halt einfach ein bisschen primitiver. Zur Auswahl habt ihr diesmal Keulen, Bögen, Speere und Fallen. Auf Schießeisen müsst ihr also verzichten. Das tut der Action aber keinen Abbruch, sondern wirkt im Gegenteil sogar nochmal authentischer und stellenweise sogar brutaler. Es ist insgesamt roh, wild und animalisch, fügt sich aber genau deswegen umso besser in die Atmosphäre und Setting ein. Schade nur, dass sich gerade bei den Keulen das Trefferfeedback noch etwas schwammig anfühlt.

Far Cry Primal Neuer König der Steinzeit Trailer veröffentlicht

Beastmaster

Sehr gut gelungen ist auch die Steuerung der unterschiedlichen Tiere. So könnt ihr beispielsweise Eulen nutzen um durch die Gegend zu fliegen und feindliche Lager auszuspähen, oder Feinde aus der Luft anzugreifen. Anders sieht es mit Tieren wie Tigern und Wölfen aus. Diese habt ihr nach erfolgreicher Zähmung auf Wunsch stets an eurer Seite, um ihnen per Knopfdruck Befehle zu erteilen. So könnt mit entsprechender Tierpower Kämpfe gewinnen, ohne selbst einen Finger krumm zu machen.

Jedoch sind eure tierischen Mitstreiter nicht unverwundbar und können bei Nichtbeachtung auch schnell mal das Zeitliche segnen. Um das zu vermeiden, gönnt euren haarigen Freude am besten ein feines Stück Fleisch während oder nach den Kämpfen. Solltet ihr sie doch mal verlieren, können sie einfach wieder herbeigerufen oder durch ein neues gezähmtes Tier ersetzt werden. Das Prinzip Fleisch gibt Kraft gilt im Übrigen auch für euch. Sollte sich eure Energie also mal im kritischen Bereich bewegen, hilft immer ein beherzter Biss ins rohe Fleisch. Aus diesem Grund macht auch das Jagen nicht nur als Zeitvertreib Sinn.

Far Cry Primal Special Editions und neuer Trailer enthüllt

Urlaub in Oros?

In Sachen Optik hat sich Ubisoft mal wieder richtig ins Zeug gelegt und mit Oros die wahrscheinlich schönste Far Cry-Landschaft erschaffen, die es bisschen gab. Das riesige Gebiet strotzt nur so vor unzähligen Details, wie wehenden Bäumen, umherlaufenden Tieren, versteckten Höhlen und plätschernden Wasserfällen. Würde euch hier nicht alles permanet nach dem Leben trachten, ihr könntet die Welt schon fast für ein Paradies halten.

Um das zu unterstreichen wurde besonderen Werte auf Farben und Beleuchtung gelegt. Stellenweise konnten wir Abschnitte sehen, in denen die Landschaften in ein warmes Meer aus Farben getaucht waren. Von dem was wir jetzt schon sagen können, ist es ein deutlicher Schritt nach vorne gerade im Vergleich zu Far Cry 4. Untermalt wird das ganze noch von einem tollen Soundtrack, der dank Hörnen und Trommeln euer Blut in Wallung bringt.

Tolle Steinzeitwelt
Gute Waffenauswahl
Dichte und packende Atmosphäre
Hübsche Präsentation
Keine wirklich neuen Gameplay Elemente
Bombastisch

Marco K.

Bisher wirkt Far Cry Primal wie ein echter Schritt nach vorne, obwohl es thematisch einen gewaltigen Sprung zurück macht. Gerade hier liegt aber der Reiz, denn Ubisoft zeigt mit der rauen und wunderschönen Steinzeitwelt Oros, ein Szenario, das unsere Urinstinke anspricht und damit zu fesseln weiß. Zwar wird wahrscheinlich die große Far Cry-Revolution ausbleiben, aber damit können wir uns in diesem Fall sehr gut anfreunden.  
Vorschau: Bravely Second - End Layer Vorschau: Blade & Soul
Comments