Vorschau: Games of Glory

Manchmal ist es furchtbar interessant, Zeuge der Geburtsstunde eines neuen Genres zu werden. Dank der Modder-Community vom Echtzeit-Strategiespiel Warcraft 3 konnten sich Spieler an vielen Fun-Maps erfreuen, wozu unter anderen auch die Karte Defenders of the Ancients gehörte, was den meisten besser bekannt ist als der Name DotA. Diese Karte läutete das Zeitalter der Multiplayer Online Battle Arena Games (Moba) ein, und seither hat sich das Genre zu einem heiß umkämpften und milliardenschweren Markt entwickelt. Auch das noch junge Studio Lightbulb Crew hat sich entschieden, einen solchen Titel zu entwickeln und wir konnten nun das erste Mal persönlich Hand anlegen an Games of Glory, welches sich aktuell in der Early Access-Phase der Entwicklung befindet.

Solide aber noch viel zu tun

Bei Games of Glory bekommen wir es mit einem teambasierten Arenatitel zu tun, welcher in einem SciFi-Universum angesiedelt ist. Hier partizipieren die Klone von Galaxie-bekannten Helden als Gladiatoren in Wettkämpfen, die sozusagen den normalen Sport abgelöst haben. Das Besondere dabei ist, dass Spieler das Outfit der Charaktere relativ frei gestalten können, sodass auf diesem Weg sogar richtige Trikots zustande kommen können. Neben der farblichen Wahl kann sogar ein eigenes Logo hochgeladen und verwendet werden, damit auf diesem Wege ein richtiger Teamgedanke aufkommen mag.

Spielerisch ist Games with Glory relativ simpel, aber zugleich auch sehr actionlastig und rasant gestaltet. So bekommt der Spieler es hier mit insgesamt 15 Charakteren zu tun, die nicht nur allesamt mit eigenen Fähigkeiten daherkommen, sondern auch individuell mit unterschiedlichster Bewaffnung ausgestattet werden können. Die Waffen unterscheiden sich dabei teils sehr stark und reichen von Shotguns bis hin zu Raketenwerfern, die allesamt ihre eigenen Vor- und Nachteile im Kampf besitzen.

Die Fähigkeiten der Helden stellen allerdings das wichtigste Feature im Gameplay dar, denn hier kommen, wie auch bei den meisten Moba-Spielen, erst die wahren taktischen Komponenten zum tragen. Die Helden unterscheiden sich entsprechend, auf Basis dieser Skills, in verschiedene Klassen wie Heiler oder Assassinen. So lassen sich durch diese Fähigkeiten andere Mitspieler heilen, Feinde Betäuben, Distanzen schnell überwinden, oder sogar durch Wände spazieren. Dass hier taktisches Kalkül und gutes Teamplay notwendig sind, ist natürlich nicht groß erwähnenswert.

Allerdings wurde während unserer Anspielsession auch sehr schnell eines klar: Es gibt noch viel zu tun. Dies dreht sich dabei insbesondere um die Menüsteuerung, die teils noch sehr behäbig reagiert und nicht wirklich intuitiv daherkommt. Dies beginnt bei simpleren Elementen, wie dem Navigieren im Hauptmenü selbst und zu einem bestimmten Untermenü zu gelangen und reicht hin bis zum Partymenü, welches sehr unübersichtlich gestaltet und in keinster Weise intuitiv daherkommt. Die Teleporter im Spiel, welche einen Spieler in andere Bereiche des Spiels transportieren, sind so auch nur sehr schwer zu erkennen, sodass wir selbst bei genauem Hinsehen uns schwer getan habenm diese zu entdecken und während eines Bosskampfs sogar unabsichtlich diesen über einen Teleporter verlassen haben. Da das Spiel noch in der Early Access-Phase steckt fallen diese Probleme noch nicht so gravierend aus, sollten allerdings unbedingt behoben werden.

Actionreich und schnell

Insgesamt wird es in Games of Glory zwei sehr unterschiedliche Spielmodi geben, die zudem via Crossplay zwischen PC und der PlayStation 4 angegangen werden können. Entsprechend werden Spieler auf Sonys Heimkonsole jederzeit mit oder gegen Kontrahenten auf dem PC antreten können, und dank einer gut durchdachten Gamepad-Steuerung sollten hier auch keine großen Probleme auftreten. Hier gilt es sogar zu erwähnen, dass die Gamepad-Steuerung sich sogar ein bisschen besser als die Eingabe via Maus und Tastatur anfühlt. So bleiben beiden Daumen während des gesamten Spiels auf den Analog-Sticks, während Fähigkeiten via den Schultertasten aktiviert werden – simpel und effektiv!

Der erste der beiden Spielmodi dreht sich um das Einnehmen von verschiedenen Punkten auf der Karte, mit dem Ziel in 5v5- oder 3v3-Gefechten die feindliche Basis zu schwächen und diese im späteren Spielverlauf zu zerstören.  Dies kann sich dabei allerdings als schwierig erweisen, da das Gameplay sehr rasant ist, was das Einnehmen und dauerhafte Halten eines Punktes erschweren kann, nicht zuletzt, da die feindliche Basis durch starke Geschütztürme verteidigt wird. Wie in League of Legends steht den Spielern hier auch ein Bossgegner zur Verfügung, welcher in einem speziellen Bereich der Karte alle 5 Minuten respawnt. Schafft ein Team es, diesen zu besiegen, so wird allen Mitspielern ein großer Vorteil anhand eines Buffs beschert.

Der zweite Modus fokussiert sich weniger auf das Erobern spezieller Punkte, sondern mehr auf das Töten des gegnerischen Teams. Ein Mitglied eines jeden Teams erhält hier den sogenannten „Superstar“-Status, was durch ein auf dem Boden befindliches Sternen-Symbol hervorgehoben wird. Nun gilt es sowohl den eigenen Superstar im Verlauf der Runde zu beschützen und gleichzeitig den feindlichen ins Jenseits zu schicken. Welches Team dies schafft erhält einen Punkt und bei insgesamt fünf Punkten ist das Spiel zu Ende.

Schnelles und taktisch anspruchsvolles Gameplay
Club-System mit viel Freiheiten
Crossplay zwischen PC und PS4
Menüsteuerung noch sehr unübersichtlich
Diverse Gameplay-Elemente noch undurchsichtig
Passabel

Daniel M.

Ob Games of Glory sich zum Release auf dem stark umkämpften Moba-Markt durchsetzen kann, ist aktuell noch etwas schwer vorstellbar, da das Spiel gerade in der Benutzerfreundlichkeit einige Mängel aufweist. Auch spielerisch wirkt der Titel solide, kommt aber zumindest im ersten Eindruck nicht an die enorm gepolishten Titel der Konkurrenz ran. Da sich das Spiel allerdings noch in Entwicklung befindet kann sich hier noch einiges im Laufe der nächsten Monate ändern und ebenso bietet es einige merkliche Vorteile, welche andere Spiele bislang versäumt haben, aufzugreifen. Dazu lassen sich beispielsweise das Club-System mit seiner sehr einzigartigen Möglichkeit der Individualisierbarkeit zählen, aber auch die Crossplay-Funktionalität zwischen PC und PlayStation 4 sollte man auf keinem Fall vernachlässigen. Wir sind gespannt wie weit der Entwickler den Titel bis zum eigentlich Release noch aufpolieren kann, denn hier steht noch einiges an Arbeit im Raum!
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