Vorschau: Homefront – The Revolution

Vorschau: Homefront - The RevolutionIm Frühjahr 2016 tritt Deep Silver an, um eine mehr oder minder große Revolution auszurufen. Zum einen soll Homefront – The Revolution nicht nur frischen Wind in die angestaubte Shooter-Riege bringen, zum anderen handelt es sich um den ersten Teil der Serie seit der THQ-Pleite und dem damit verbundenen Verkauf der Rechte. Auf der gamescom 2015 haben wir uns bereits an die Heimatfront begeben und unsere aufständische Seite ein wenig ausgelebt.

The Streets of Phioladelphia

Ein gewisses Potential für Kontroversen ist bei der Story hinter Homefront – The Revolution inklusive. Die Große Koreanische Republik hat in der nicht allzu fernen Zukunft 2027 die USA besetzt, die nun gegen die Unterdrückung aufbegehren. Nach den ersten Erfolgen im Freiheitskampf hat sich Koreas Militär in den  Westen der USA zurückgezogen und in Philadelphia ein neues Hauptquatier errichtet. Doch die Revolution hat gerade erst begonnen.

Zwei Jahre nach den Ereignissen des Vorgängers setzt nun Homefront – The Revolution ein und erzählt die Geschichte des neuerlichen amerikanischen Freiheitskampfs weiter. Hauptprotagonist Ethan Brady ist ein junges Mitglied des Widerstands und kämpft in Philadelphia gegen die Vormacht der koreanischen Armee. In verschiedenen Distrikten der Stadt leben die Einwohner in ständiger Furcht vor Repressalien und die Unterstützung für den Widerstand wird immer stärker. Und hier kommen die Revoluzzer unter uns ins Spiel!Vorschau Homefront - The Revolution (3)

Offener Straßenkampf

Anders als im Vorgänger erwartet uns in Homefront – The Revolution eine Open World, die wir mehr oder weniger frei erkunden können. In unserer Anspielsession auf der gamescom 2015 konnten wir uns frei durch die Straßen von Philadelphia bewegen, allerdings nur in einem offenbar missionsabhängigen Bereich, bevor uns das Spiel dazu aufforderte, dass Missionsgebiet schleunigst wieder zu betreten. Doch auch so gab es in der Demo einiges zu erkunden und zu sehen.

Abgesetzt in der umkämpften und zerstörten Red Zone galt es Verbündete zu rekrutieren, Stützpunkte für kommende Operationen einzunehmen und dem koreanischen Militär mit ausgefeilten Guerilla-Methoden ordentlich eines auf die Mütze zugeben. Wann wir die Story vorantreiben, können wir recht frei entscheiden. Das ungleiche Kräfteverhältnis schwebt dabei jederzeit drohend über uns, denn die Koreaner sind nicht nur zahlreicher, sie haben auch die bessere Ausrüstung. Guerilla-Gameplay ist folglich Programm, heißt schnell und hart zuschlagen, bevor man sich in Sicherheit bringt, Fallen für nahende Patrouillen aufstellen und aus diversen Utensilien neue kreative Waffen bauen.

Wie frei wir bei unserem Widerstandskampf tatsächlich agieren können, ließ sich anhand der kurzen Spielsession noch nicht sagen, doch einige der Features konnten wir bereits ausprobieren. Waffen können beispielsweise auf vielfältige Art personalisiert werden und völlig neue Verwendungszwecke erhalten. Das beginnt beim Zielfernrohr und endet bei der Shotgun, die modifizierte zum Molotov-Cocktail-Werfer wird. Laut Aussage der Entwickler wird sich jede Waffe im Spiel modifizieren und an den eigenen Spielstil anpassen lassen. Das Waffen-Crafting ist bislang definitiv eines der reizvollsten Features von Homefront – The Revolution.Vorschau Homefront - The Revolution (1)

Revolutionär ist nur der Name?

In Sachen Gameplay erwartet uns allerdings nur wenig Neuartiges. Lobenswerterweise scheint das Spiel eher auf ein defensives Vorgehen, als auf Frontalangriff zusetzen. Bevor wir in unserer Anspiel-Session einen Angriff auf den Feind wagen konnten, war es zuvor eigentlich unabdingbar, das eigene Vorgehen zu planen. Das Spiel unterstützt dieses Vorgehen durch Mechaniken wie etwa einem ferngesteuerten Auto, das zur rollenden Bombe umfunktioniert und zum plötzlichen Tod der koreanischen Patrouille aus sicherer Entfernung werden kann.

Letztlich viel uns aber bislang nur wenig auf, das sich als wirkliche Revolution von Konkurrenten wie Call of Duty, Battlefield oder Shooter XY unterscheiden würde. Letztlich hat man das alles doch irgendwo schon mal gesehen und im Zweifelsfall auch schon mal besser! Das Handling stimmt, die Steuerung ist meist direkt und präzise und bis zum Release sollten kleinere Ungereimtheiten noch ausgebügelt werden.

Auf die Barrikaden!

Aus technischer Sicht bot das Spiel ein doch noch recht unfertiges Bild. Wo FPS gemeinsam mit Rennspielen in den letzten Jahren häufig der Maßstab für eine geniale Grafik und  Inszenierung waren, zeigt sich Homefront – The Revolution bislang eher mittelmäßig. Nun gilt es zu berücksichtigen, dass wir hier keinesfalls ein fertiges Spiel vor uns hatten, doch gerade an den Charakteren darf gerne nochmal Hand angelegt werden. Die ebenfalls auftretenden Probleme mit der Performance seien an dieser Stelle erwähnt, aber noch nicht negativ angekreidet. In der finalen Version sollte hier mehr Konstanz gegeben sein.

Dafür stimmt die Atmosphäre schon jetzt! Triste, zerstörte Straßen, provisorische Stellungen des Widerstands neben erbeuteten hochtechnisierten Gadgets, schwerbewaffnete Militärkonvois, die unablässig nach Rebellen Ausschau halten und immer wieder in kleine Scharmützel verwickelt werden… Ja, der Straßenkampf in Homefront – The Revolution ist prima und glaubwürdig inszeniert. Gerade der Eindruck, dass ich nur ein Teil des Krieges und nicht sein Dreh- und Angelpunkt bin, konnte uns der kurze Spielausschnitt bereits gut vermitteln. Wo man sich auf der Karte auch hinbewegt, immer könnte man einer Patrouille  laufen oder in ein Gefecht zwischen Verbündeten und Koreaner hineinlaufen. Ob ich nun anwesend bin oder nicht, der Kampf geht trotzdem weiter.Vorschau Homefront - The Revolution (2)

Interessantes Waffen-Crafting
Klasse Atmosphäre
Fokus auf Guerilla-Strategien
Grafisch bislang nur Mittelmaß
Wenige echte Neuerungen
Passabel

Martin W.

Möglicherweise liegt es daran, dass sich die Vorzüge einer offenen Spielwelt in 30 Minuten nur bedingt erschließen oder möglicherweise haben die Entwickler noch mit einigen Dingen hinter dem Berg gehalten, aber Homefront - The Revolution fehlt es im Ersteindruck schlicht an etwas Herausragendem. Der Spielausschnitt bewegte sich durchgehend auf annehmbarem bis gutem Niveau, aber wirklich im Gedächtnis geblieben sind nur wenige Dinge. Das Waffen-Crafting ist unterhaltsam und kreativ, die Atmosphäre stimmt und die Story verspricht Spannung. Um aber im Pool der Shooter-Haie nicht nur ein kleiner Fisch zu werden, braucht Homefront - The Revolution noch mehr.
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