Vorschau: HTC Vive

htc vive thumbnailHTC Vive – Dive in neue Welten! Und mit „eintauchen“ liegen wir gar nicht so falsch, wie ihr gleich zu hören bekommen werdet. Virtual Reality ist auf der diesjährigen gamescom 2015 ein Trend, an dem auch wir nicht vorbeikommen und umso mehr erfreute uns die Einladung von HTC, uns die Vive anhand einiger Demos anzusehen und zu erleben, wie weit die Technik wirklich ist. Dabei setzt der Hardware Hersteller auf die Unterstützung von Partner Valve. Zwei Firmen, die wir euch beide wohl nicht vorzustellen brauchen.

Vergiss die Realität

Testen konnten wir dabei das Paket aus Brille, Controllern für beide Hände und Sensoren zur Abmessung des Raumes, welches genauso auch noch vor Ende des Jahres in den Handel gelangen soll. Optimal wären für Kaufwillige dabei circa 12m² Platz in einem möglichst leeren Raum, jedoch könnt ihr die Brille natürlich auch wie die der Konkurrenz im Sitzen verwenden. Ich jedenfalls hatte im rahmen der Präsentation ausreichend Platz umherzulaufen und mich fast wie in echt umzusehen. Sollten die Sensoren registrieren, dass ihr einer Wand gefährlich nahe kommt, so erscheinen virtuelle blaue Linien vor euch, als visuelle Warnung.Vorschau HTC Vive (1)

Nach einer kleinen Einführung fand ich mich dann auch schon im ersten Szenario wieder, dem Deck eines Schiffs. Jedoch dem, eines längst untergegangenen Schiffs. Ich bin unter Wasser und kann meine Hände nutzen um die Fische um mich herum zu verscheuchen. Ein Geräusch von links lenkt meine Aufmerksamkeit auf einen Wal. Ein echter Wal, der nur wenige Meter vor mir Halt macht und mich mit seinem riesigen Auge anstarrt. Dann schwimmt er wieder davon und lässt mich tatsächlich ein wenig in Deckung gehen, als mir seine Flosse bedrohlich nah kommt. Das ganze Schiff fängt leicht an zu wackeln.

Weiter geht es in einer Art Toy Box Soldier. Ich schwebe über dem Schlachtfeld und kann zuschauen, wie sich zwei winzig kleine Armeen bekämpfen. Ihre Schüsse gehen durch mich hindurch und ich kann sogar einen Blick hinter die feindliche Burg werfen oder in die Knie gehen um im Erdreich die Skelette der Verstorbenen zu betrachten. War ich von diesen passiven Beobachtungen schon völlig beeindruckt, so müssten Sprachforscher wohl ein neues Wort erfinden für den Spaß, den ich im interaktiven Teil hatte.

Meine Welt

Dazu dienen die beiden Controller die wir in unseren Händen halten. Hinten ein Trigger und vorne ein Touchpad, dass 1-zu-1 dem von Valves Steam Controller zu gleichen scheint und ebenfalls als Taste gedrückt werden kann. Plötzlich stehe ich in einer Küche einem Roboter gegenüber, der mir auf einer Tafel anzeigt, was ich kochen soll und welche Zutaten dafür in den Topf gehören. Aus meinen Controllern sind zeichentrickartige Hände geworden, mit denen ich Objekte greifen kann um meiner Aufgabe nachzugehen. Der nette Roboter bedankt sich sogar bei mir, als ich akrobatisch das Messer nach ihm geworfen habe.

Für die Kreativen ging es weiter in fast völliger Dunkelheit. Einzig um meine Controller herum leuchten diverse Anzeigen die ich mit dem Trackpad drehen und so verschiedene Einstellungen treffen kann. Der ganze Raum ist eine Leinwand. Ich wähle die Farben, und den Pinsel und kann im dreidimensionalen Raum Linien zeichnen. Auch Funken, Schneeflocken die vom Himmel regnen oder ein Regenbogen entstehen in Sekundenschnelle.

Zu guter Letzt die Demo, die einem richtigen Spiel noch am nächsten kommt. Wir sind im Secret Shop, bekannt aus Dota, mit der Fähigkeit uns selbst an bestimmten Orten zu verkleinern. Auf dem Tisch vor uns, schaut dabei direkt eine kleine Spinne vorbei. Jedoch bin ich selbst so klein, dass ich gefühlt aufsteigen und auf ihr davon reiten könnte. Auf dem Deckenbalken ist ein dickes Buch kurz davor mich zu zerquetschen, während ich einen Blick in die Tiefe riskiere. In dem Moment weiß ich zwar, dass ich nach wie vor in einem dunklen Raum auf der gamescom in Köln stehe, wage mich aber dennoch nicht weiter zu gehen. Zum einen weil ich die Illusion nicht zerstören will, zum anderen, weil ich doch irgendwie Respekt vor dieser Höhe habe.

Wo bin ich?

Wie gesagt, habe ich nie aus den Augen verloren, dass dies alles nicht echt ist. Für mich ist es bei VR wichtig, dass ich es immer noch von der Realität unterscheiden kann, was dank der Auflösung von 1200×1080 Pixeln pro Auge auch noch gut möglich ist. Anfangs kann man die einzelnen Pixel noch gut erkennen, mit der Zeit ignoriert man diese jedoch. Meine ersten paar Minuten nach dieser Session fühlten sich seltsam surreal an. Ich war noch nicht direkt wieder in der realen Welt angekommen und gebe zu, dass ich gerne noch weiter gemacht hätte. Nie zu vor hat mich Technik am eigenen Körper so beeindruckt.

Sicher, die wenigsten werden über die optimalen Bedingungen, bzw. einen eigenen Raum für diese Art von VR verfügen, aber mich hat die HTC Vive trotzdem vollkommen überzeugen können. Es mag noch ein paar Jahre dauern, bis wir erste gute Spiele damit zu sehen bekommen, die sich nach mehr als einer Demo anfühlen. Die Auflösung könnte unserer Meinung nach auch noch ein wenig höher sein, wobei durch die aktuellen Werte immerhin gewährleistet ist, dass ihr die Vive auch an etwas älteren Rechnern verwenden könnt. 4K würde selbst moderne Rechner noch auf die Probe stellen.Vorschau HTC Vive (2)

Bildquelle: HTC / PCGamer.com
Bombastisch

Yannick D.

Ich will so ein Ding haben! Leichtes Zittern, Dauergrinsen und mein Kopf der mich fragt, ob wir das gerade wirklich alles gesehen und erlebt haben. Noch nie war ich so durch Technik gefesselt und noch nie fühlte ich mich so frei. Das klingt wie ein Paradoxon, aber es beschreibt gut, wo die Technik mittlerweile steht und ich denke wirklich, dass wir hier das nächste große Ding vor uns haben. Vor der Demo war ich sehr skeptisch, jetzt bin ich einfach nur noch überwältigt. Warum nur eine Realität haben, wenn wir ab Winter ganz, ganz viele zusätzliche haben können?
Vorschau: Call of Duty – Black Ops 3 Vorschau: Dragon Quest Heroes - Der Weltenbaum und der Tyrann aus der Tiefe
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