Vorschau: Little Nightmares – Gamescom 2016

little-nightmares thumbNeben vielen großen Titeln prahlte die Gamescom 2016 auch mit kleinen, aber feinen Überraschungen, die uns die Messe in diesem Jahr eindeutig versüßt haben. Zu diesen Schmuckstücken gehört auch Little Nightmares, das mit kindlichen Ängsten, düsterer Atmosphäre und einfallsreicher Welt hervorsticht. Wir durften das Puzzlegame antesten und verraten euch, ob sich ein Blick auf diesen Titel lohnt oder eher nicht.

Zwischen Entzücken und Panik

Besonders viele Worte über die Hintergrundgeschichte haben die Entwickler von Little Nightmares nicht fallen lassen, sondern uns stattdessen nach einer kurzen Einleitung in die Demo geschubst. Alles, was wir wissen, ist auf folgendes begrenzt: Wir schlüpfen in die Rolle von Six, einem kleinen Mädchen in neongelbem Regenmantel, dessen Gesicht wir nicht einmal richtig sehen können. Aus unerfindlichen Gründen ist sie auf einer Insel mitteln im Meer gefangen, von der ein meterhoher Schornstein in den wolkenverhangenen Himmel empor ragt – The Maw. Was es damit auf sich hat und wie Six an diesen eher wenig kinderfreundlichen Ort gelangt ist? Vielleicht gehört dies zu den Geheimnissen, die es in Little Nightmares zu erkunden gilt.

Wir beginnen unsere Reise in einem wankenden Raum, aus dem wir uns nur mit ein bisschen Schieben und Puzzlen befreien können. Da die Tür in den Flur verschlossen ist, müssen wir uns den herumliegenden Koffer schnappen und unter den Knauf schieben, ehe wir den Weg in die Freiheit fortsetzen können. Dabei begegnen uns unterwegs kleine Wichtel-Wesen, die wir mal aus einer Enge befreien oder denen wir unter einen dunklen Tisch folgen können.

Ein richtiges Versteck scheint auch bitter notwendig zu sein, denn kaum haben wir das untere Stockwerk erreicht, erfahren wir auch, vor wem genau Six eigentlich zu fliehen versucht. In der abgeranzten Küche treibt ein schmieriger, furchterregender Koch sein Unwesen, der uns alles andere als freundlich gesinnt ist. Er röchelt und hustet vor sich hin, schiebt sich mit schweren Schritten über den Holzboden und scheint so ziemlich alles zu Essen verarbeiten zu wollen, was ihm vor die Linse kommt. Klar, dass Six da keine Lust drauf hat.Vorschau Little Nightmares 3

Alles muss versteckt sein

Deswegen müssen wir uns unter Tischen verstecken, hinter dem Rücken des Kochs herschleichen und dürfen dabei so wenig Lärm wie möglich machen. Einmal nicht richtig aufgepasst, stoßen wir beispielsweise versehentlich die Ofenklappe zu – und werden prompt vom Herr der Küche erst verfolgt und anschließend gepackt. Geschieht dies, spawnen wir am letzten Speicherpunkt neu und müssen das jeweilige Level von vorne beginnen. Dabei gehen die Stages nahtlos ineinander über, sodass wir uns bei Bedarf auch in den vorherigen Raum zurückbewegen können.

Das ist besonders dann hilfreich, wenn wir auf der direkten Flucht vor dem Koch sind und Six‘ rasenden Herzschlag dank Vibration des Controllers hautnah miterleben können. Sobald wir entdeckt wurden, hilft nur noch eines: Weglaufen! Mit viel Glück erklimmen wir rechtzeitig eines der klapprigen Regale und bringen uns darauf in Sicherheit, während der grunzende Koch uns mit seinen dicken Armen zu erwischen versucht. Alternativ hilft es, sich mit genügend Abstand in ein dunkles Plätzchen zurückzuziehen und einfach zu beten, nicht gefunden zu werden.

Am Ende der Demo versetzt uns Little Nightmares dann noch einen letzten Schauer. Wir haben zwar den Koch erfolgreich in der Küche zurückgelassen und es dank Lüftungsschächte und einigen Puzzles aus seiner Reichweite geschafft, stürzen aber kurz vor Schluss in einen Raum voller Kinderschuhe. Während sich Six also in ihrem gelben Regenmantel durch das dunkle Meer aus Schnürsenkeln und Sohlen wühlt, erfasst uns ein fremdes Wesen und zieht uns hinab ins Dunkel. Puh…!Vorschau Little Nightmares

Die Angst im Nacken

Little Nightmares stammt aus dem Hause der Tarsier Studios, die in der Vergangenheit bereits an Spielen wie LittleBigPlanet und Tearaway Unfolded mitgewirkt haben. Daher kommen uns Spielmechanik und Steuerung tatsächlich ein wenig bekannt vor, denn der Controller überträgt die Bewegungen ein wenig verzögert auf den Bildschirm. Das sorgt für ein diffuses, leicht schwammiges Spielgefühl, was im Fall von Little Nightmares aber nicht allzu schlimm ist. Ganz im Gegenteil sogar.

Die etwas indirekte Steuerung von Six harmoniert mit der düsteren Atmosphäre, dem trägen Geschaukel mancher Räume sowie dem generellen Feeling des Spiels. Statt eifrig nach vorne zu preschen, muss ohnehin im Voraus überlegt werden, welchen Weg Six besonders in Gegenwart des Kochs einschlagen soll. Aufgrund der Tatsache, dass wir in diesem Titel viel schleichen und in der Dunkelheit ausharren müssen, bettet sich die Spielmechanik hervorragend in das gegebene Setting ein.

Darüber hinaus sorgt der spürbare Herzschlag von Six an den richtigen Stellen auch bei uns für Muffensausen und erzeugt ein beeindruckend reales Gefühl der Angst. Je größer und näher die Gefahr, desto wilder pulsiert der Controller in unseren Händen und macht deutlich: Such dir ein Versteck. SOFORT! In Kombination mit der düsteren Musik, den gedeckten Farben des Spiels und vielen kleinen, erschreckenden Details auf dem Bildschirm schafft es Little Nightmares erfolgreich, die Angst von der virtuellen in die reale Welt zu ziehen.Vorschau Little Nightmares 2

Wunderbar düstere Welt mit einfallsreichen Details
Einzigartiger Stil mit Horrorflair
Fantasievolles Design der Charaktere
Steuerung passend ins Spiel eingebunden
Unheimlich schöne Musik
Bombastisch

Sandra

Mit Little Nightmares setzt Tarsier Studios ein echtes Highlight für das kommende Jahr fest und bringt einen innovativen, fantasievollen Titel auf den Markt, der uns endlich wieder Angst und Bange werden lässt. Gemäß dem Motto „Weniger ist mehr“ setzt das Puzzlegame in seinem Auftreten auf einfache, aber effektive Mittel und verspricht ein düsteres Abenteuer zu werden, in dem wir Six auf keinen Fall alleine lassen dürfen. Packend, angsteinflößend und unheimlich stimmig: Hinter Little Nightmares verbirgt sich ein sympathischer, makaberer Titel mit Must-Have-Charakter, der uns schon jetzt begeistern konnte.
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