Vorschau: Master of Orion – Conquer the Stars

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“Master of Orion” ist vielen Fans von Echtzeit-Strategiespielen heute immer noch ein Begriff. In den 90er Jahren war es der Vorreiter im “4X”-Genre. Mit “Master of Orion – Conquer the Stars” kommt jetzt ein Remake des Franchise, das sich hauptsächlich auf die Teile 2 und 3 beruft. Es ist momentan im Early-Access auf Steam verfügbar und hat schon die Aufmerksamkeit vieler Spieler auf sich gezogen. Wir haben uns für euch den neusten Teil von “Master of Orion” angeguckt und getestet, was das Remake des 4X-Klassikers zu bieten hat. Doch bevor wir die große Vergleichs-Keule schwingen und uns auf “Früher-war-es-aber-besser”-Diskussionen einlassen, schauen wir erstmal wie es sich als eigenständiges Spiel schlägt.

Hinein ins Weltraum-Setting!

Wir starten im Hauptmenü, was gleich zu Anfang schon Eindruck macht. Es ist schlicht gestaltet und man sieht im Hintergrund die Nahaufnahme eines Erd-ähnlichen Planeten. Die gute Grafik, in der dieser Planet erstrahlt, macht sofort Lust ins Spiel einzusteigen. Bevor wir aber im MoO-Universum landen, gilt es erstmal eine Fraktion zu wählen. Zur Auswahl stehen hier die altbekannten Rassen aus den vorherigen Teilen. Auswählen können wir in der EA-Version zwischen 6 verschiedenen Rassen. Im fertigen Spiel werden es mehr sein, sodass ihr zwischen 11 verschiedenen Rassen mit individuellen Fähigkeiten wählen könnt. Die Gebäude, Raumschiffe und Forschungsmöglichkeiten sind aber bei jeder Rasse identisch.

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Nach der Auswahl der Rasse, kann es auch schon losgehen! Wir starten auf der, für MoO typischen, Sternenkarte und bekommen einleitende Worte von unserem persönlichen Berater, da wir ja, wie üblich als großer Anführer, keine Ahnung davon haben was wir tun. Die Beratung hält sich aber ziemlich in Grenzen und beschränkt sich auf grundlegende Spielfunktionen. Kenner der Serie werden hier schon total genervt von diesen überflüssigen Informationen sein, Anfänger hingegen könnten durchaus noch ein paar mehr Informationen zum Spielverlauf gebrauchen. So wird man als Oberhaupt seiner Rasse ins Spielgeschehen geworfen. Während die NPC’s ihre Taktik einleiten und wild am herrschen sind, klickt man sich selbst durch die Menüs und wird erschlagen von unzähligen, noch völlig unverständlichen Einstellungen und Möglichkeiten. So bleibt einem am Ende nicht viel übrig als sein Glück einfach zu versuchen und seine ersten Gebäude und Forschungsaufträge einzuleiten, ohne wirklich sicher zu sein, ob dieser Schritt sinnvoll ist.

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Geniales Voice-Acting mit prominenter Besetzung

Sehr positiv ist dagegen das Voice-Acting der Charaktere. Nicht nur, dass die Voice-Acter einen sehr guten Job erledigen, sie erfreuen sich dazu noch ziemlich großer Prominenz. Unter anderem liehen Schauspieler wie Mark Hamill (Star Wars), Michael Dorn (Star Trek: The Next Generation & Deep Space Nine), John de Lancie alias Q (Star Trek: The Next Generation & Deep Space Nine & Voyager) und Robert Englund alias Freddy Krueger (A Nightmare on Elm Street) den Außerirdischen ihre Stimmen. Mit Nolan North alias Nathan Drake (Uncharted) und Troy Baker alias Joel (The Last of Us) hat man aber auch noch sehr bekannte Synchronsprecher dabei. Diese Qualität der Sprecher macht sich schon in den ersten Minuten des Spiels bemerkbar und hinterlässt bleibenden Eindruck.

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Tolle Spielmechanik und ausgefeilter Skill-Tree

Außerdem positiv ist zu bemerken ist, dass Master of Orion trotz Early-Access stabil und flüssig läuft. Beim Testen fielen keine Performance-Schwächen oder Bugs auf. Über die Balance lässt sich nach dem, für den Umfang des Spiels, relativ kurzen Test noch nicht viel sagen. Mit vielen Gegnern gleichzeitig war es zwar schwer, aber durchaus schaffbar. Die Spielmechanik ist ausgefeilt und ziemlich detailliert. Wenn man sich mit dem Spiel vernünftig auseinandersetzt und die Funktionen verstanden hat, bietet es quasi endlos viele Möglichkeiten seine Taktik zu gestalten. Diese Eigenschaft wird vor allem vom riesigen Skill-Tree erzeugt. In 4 Bereiche aufgeteilt, gibt es eine große Menge zu erforschender Technologien und Wissenschaft für euch. Spielt ihr lange genug, schafft ihr es zu den letzten Forschungspunkten zu gelangen, diese setzen aber die Erforschung aller vorherigen Punkte voraus.

Ein kleines Detail im Gameplay verdient besondere Erwähnung. Im Gegensatz zu vorherigen Teilen sind nicht mehr alle Planeten von überall erreichbar. Dieses Mal sind die Planeten in Sternensysteme aufgeteilt die einen “Eingang” besitzen. Systeme können nur über eine bestimmte Route erreicht werden. Das hat den großen Vorteil, dass gegnerische Flotten nicht einfach an all euren Außenposten und Verteidigungslinien vorbeifliegen können und eure Basis direkt angreifen. Das gestaltet das ganze Spiel fairer und interessanter.

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Es herrscht Krieg und keiner geht hin

Das Gameplay in den Raumkämpfen wurde verändert, sodass diese jetzt in Echtzeit ausgetragen werden. Kommt es zu einem Kampf, wechselt ihr in eine andere Ansicht und steuert auf einem kleinen Feld eure Einheiten in den Kampf gegen die feindlichen Raumschiffe. Klingt erstmal vielversprechend, entpuppt sich jedoch schnell als lästig anstatt erfrischend. Die Kämpfe wirken nämlich ziemlich banal. Der Spieler gibt zwar die Kommandos zu Position und Formation, doch hat er wenig Einfluss auf den Ausgang des Kampfes, da Schüsse von selbst abgefeuert werden und meist zielsuchend sind. Ihr klickt eure kleinen Raumschiffe also nur durch die Gegend und wartet darauf, dass eine Fraktion gewinnt. Das ist ermüdend und sorgt dafür, dass Kämpfe fast nur noch simuliert werden, da es zum gleichen Ergebnis führt. Ausgeklügelte Kampftaktiken wie in früheren Teilen könnt ihr also getrost vergessen.

Sehr gutes Voice-Acting, mit vielen bekannten Sprechern
Läuft stabil und flüssig, trotz Early Access
Ausgefeilter Skill-Tree
Gutes Sternenkarten-System macht das Spiel spannender
Verwirrend und überfordernd für Einsteiger
Zu wenig Einstiegshilfe
Raumkämpfe wirken banal und sind selten spielenswert
Vielversprechend

David O.

Mit Master of Orion kommt ein Remake, welches aufgrund der eingefleischten Community an ziemlich hohe Erwartungen gebunden ist. Die Early-Access Version spaltet hier schon die Massen. Als völliger Neueinsteiger in die Serie kann ich sagen, dass es mir, trotz Startschwierigkeiten, enorm viel Spaß gemacht hat und ich verblüfft vom Umfang der noch nicht fertigen Version bin. Das grafische Setting sowie das Voice-Acting überzeugen komplett. Die Spielmechanik ist ausgefeilt und bietet eine riesige Palette an taktischen Möglichkeiten hat, die man jedoch erst mühsam erlernen muss. Einzig die Möglichkeiten im Raumkampf lassen zu wünschen übrig und stellen, auch für die Community, einen großen Kritikpunkt dar. Ansonsten macht Master of Orion als 4X-Strategie-Spiel alles richtig und garantiert euch viele packende Stunden in einem riesigen Universum. Sowohl Einsteiger als auch Hardcore-Fans der Serie können sich hier so richtig austoben.
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