Vorschau: Mirror´s Edge Catalyst

Vorschau: Mirror´s Edge Catalyst

Auch im zweiten Teil der Serie dürfen wir als Faith waghalsige Strecken auf den Hochhäusern von City of Glass zurücklegen.

Als im November 2008 Mirror´s Edge das Licht der Videospielwelt erblickte, konnte es mit dem frischen Gameplay, dem subtilen Look und dem hohen Grad an Innovation Aufsehen erregen. Nach ganzen acht Jahren und einem Wechsel des Entwicklerstudio erscheint in wenigen Wochen die Fortsetzung Mirror´s Edge Catalyst. Dank der Closed Beta durften wir schon mal einen Blick auf die aktuelle Version des Jump ´n´ Runs aus der Ego-Perspektive werfen und teilen nun unsere Eindrücke mit euch.

Besseres Gameplay, schwächere Story?

Wenn man ganz ehrlich ist, konnte Mirror´s Edge nicht durch seine Story brillieren, doch das hat auch keiner erwartet. Da wir aber nur das Intro und ein paar Zwischensequenzen zu Gesicht bekommen haben, können wir euch keine Details über die Geschichte verraten. Allerdings ist der Rahmen der Handlung im Vergleich zum Vorgänger unverändert geblieben. Ihr schlüpft erneut in die Haut von Faith, die nach der Entlassung aus dem Gefängnis in ihre Rolle als Runner zurückkehrt. Die Runner haben die Aufgabe aus bestimmten Gründen – wie etwa Informationsüberlieferung – blitzschnell von Punkt A nach Punkt B zu gelangen und das zu Fuß.

Vorschau: Mirror´s Edge Catalyst

Mirror´s Edge Catalyst hat ein paar neue Charaktere eingeführt, die bislang alle noch recht geheimnisvoll wirken.

Lauf Faith, Lauf!

Der Fokus liegt – genauso wie beim Vorgänger – auf dem rasanten Gameplay. Das große Stichwort lautet hier wieder Parkour, die Sportart, bei der man lange Strecken möglichst schnell und mit extravaganten Moves zurücklegt. Dabei klettert ihr Hindernisse hinauf, lauft an Wänden entlang, schwingt euch über tiefe Schluchten und dämpft eure Landungen mit gut getimten Rollen ab. Wenn ihr jegliche Hindernisse ohne Unterbrechung passiert, so merkt ihr wie sich langsam ein gewisser Flow aufbaut. Es gilt also immer das Momentum nicht zu verlieren.

Doch leider konnten wir nicht allzu häufig von diesem Flow sprechen, da man oftmals beim Abbiegen vom rechten Pfad abkommt oder an die falsche Stelle springt und so schnell mal die Orientierung verliert. Darunter leidet das Spielgefühl dann enorm, das liegt größtenteils am neuen Open-World Prinzip auf das wir später noch zu sprechen kommen.

Vorschau: Mirror´s Edge Catalyst

Ihr könnt nun selbst entscheiden welchen Weg ihr nehmt.

Lasst die Fäuste fliegen

Insgesamt hat sich an dem Gameplay in den acht Jahren nicht besonders viel verändert. Die einzig deutliche Verbesserung im Gameplay spürt man in den Kämpfen. Aufgrund vieler negativer Kritiken gegenüber der Funktion, dass man im ersten Teil Waffen aufheben konnte, wurde dieses Feature nun gestrichen. Zwar versuchen euch immer noch bewaffnete Gegner den Wind aus den Segeln zu nehmen, doch könnt ihr diese nicht mehr um ihre Waffen erleichtern.

Dafür wurde nun mehr Wert auf die Nahkämpfe gelegt. Ihr könnt nun nicht einfach nur mit der Angriffstaste Gegner zu Boden kloppen, sondern auch präzise Tritte ausführen. Stehen etwa zwei Gegner nebeneinander, so könnt ihr einen in den anderen hineintreten umso etwas Zeit gewinnen. Die Feinde lassen sich so nun nach Belieben durch die Gegend treten.

Wollt ihr euch gar nicht erst in Kämpfe verwickeln lassen, dann könnt ihr eure Angriffe einfach in euren Parkour-Run integrieren und an diesen vorbeiziehen. Drückt nach einen Wallrun, einem Slide oder einem Sprung einfach die Angriffstaste und ihr setzt euren Widersacher außer Gefecht und könnt direkt weiterflitzen.

Vorschau: Mirror´s Edge Catalyst

Ob ihr nun ordentlich Backenfutter austeilt oder einfach an den Gegnern vorbeirast ist euch überlassen

Glasige Zukunft

Während ihr im Vorgänger noch durch prädestinierte Schlauchlevel gerannt seid, erwartet euch in Mirror´s Edge Catalyst nun eine viel umfangreichere offene Spielwelt. Der Schauplatz ist dabei die futuristische Stadt „City of Glass“, die einen dezenten weißen, Bauhaus-Look aufweist. Wie Spielern des ersten Teils bekannt sein dürfte, sind die Interaktionsmöglichkeiten, die in ihrer Summe euren Parkour darstellen, mit einem knalligen Rot versehrt. Außerdem sind überall kleine Nebenquest und optionale Aufgaben verfügbar. Diese gleichen sich jedoch ständig, sodass der Reiz all diese Missionen zu erledigen leider verloren geht.

Ein großes Plus geht allerdings an die Grafik, denn diese kann sich mit aktuellen Toptiteln durchaus messen. Die Modelle der Charaktere sind sehr hübsch animiert, ihre Bewegungen wirken lebendig und wenn es anfängt zu regnen entdeckt ihr den wahren Glanz von Glass City. Ein Augenschmaus ist das Spiel also definitiv.

Vorschau: Mirror´s Edge Catalyst

So unberuhigend der Gedanke an eine solche Zukunft auch ist, faszinieren kann sie optisch trotzdem.

Durchdachtes Kampfsystem
Beeindruckende Grafik
Simple Steuerung
Bislang uninteressante Story
Repetitive Quests
Teilweise stockendes Gameplay
Vielversprechend

Oliver K

Leider konnte mich Mirror´s Edge Catalyst in den ersten Spielstunden nicht so stark überzeugen wie der Vorgänger. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass der Titel nicht mit allzu vielen Neuerungen glänzen kann und man sich als Spieler des ersten Teils leicht mit der Parkour-Formel übersättigt fühlt. Wenn man allerdings von diesem Aspekt absieht, so macht das flotte Gameplay - wenn es denn mal klappt - durchaus Spaß. Am meisten Freude hatte ich jedoch mit den Kämpfen, da hier bemerkenswert viele innovative Ideen eingeflossen sind und dem Spiel beim Thema Kampfsystem eine gewisse Einzigartigkeit verleiht. Wenn die Entwickler also noch einmal ihren Schleifstein rausholen und die Ecken und Kanten abrunden, dann könnte Mirror´s Edge Catalyst ein durchaus würdiger Nachfolger werden.
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