Vorschau: MotoGP 18

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Nach dem kargen deutschen Winter schickt Petrus endlich die ersten Anzeichen des Sommers voraus. Das perfekte Wetter, um in die Motorradkluft zu schlüpfen und mit der Maschine ein paar Runden zu drehen. Sonne, Speed und Serpentinen. Doch auch ohne Kaiserwetter könnt ihr euch bald wieder aufs Bike schwingen, denn das neue MotoGP 18 steht vor der Tür und verspricht, Vieles neu zu machen. Wir durften in London den Valentino Rossi raushängen lassen und schon vor Release die Reifen qualmen lassen. Ob es Milestone mit dem Reboot auf die Pole-Position schafft, erfahrt ihr in unserer Vorschau.

Reboot mit neuem Motor

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Auch wenn es sich beim neuen MotoGP technisch gesehen um ein Reboot handelt, hat sich am grundlegenden Spielsystem seit dem letzten Teil nicht viel verändert. Mit lizenzierten Bikes tobt ihr euch auf lizenzierten Strecken in aller Welt aus, natürlich als lizenzierter Superstar der Motorsport-Branche. Ihr müsst euch jedoch nicht auf eine Auswahl beschränken, denn sämtliche Fahrer, Kurse und Hersteller der aktuellen MotoGP™ Saison stehen für ausgedehnte Rennevents, Zeitfahrten oder den neuen Karrrieremodus zur Verfügung. Ihr wollt als Marc Marquez auf einer Yamaha über die Curbs von Silverstone heizen? Kein Problem für MotoGP 18! Selbst der neue Buriram International Circuit in Thailand hat es ins Spiel geschafft.

Dass ihr es aber trotzdem mit einer überarbeiteten Version zu tun habt, wird vor allem deutlich, wenn ihr euch die technischen Neuerungen anschaut, mit denen das italienische Entwicklerteam ihre Rennsport-Simulation ausgestattet hat. Das Vergnügen auf zwei Rädern läuft ab dem 07. Juni nämlich mit neuem Motor, der Unreal Engine 4. Das bedeutet einen großen Schritt nach vorn in puncto Realismus. Nicht nur sind mit dem Upgrade neue Lichteffekte sowohl auf der Strecke als auch dem Motorrad möglich, sondern auch dementsprechende Reflektionen. Diese sehen bis dato einfach wunderschön aus und machen die Erfahrung auf der Strecke noch eine ganze Spur immersiver.

Gescannt und in Szene gesetzt

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Die neue Belichtung findet jedoch nicht nur im Spiel Anwendung. Auch 30 brandneue Cutscenes, die für Atmosphäre vor, nach und zwischen den Rennen sorgen, profitieren vom grafischen Fortschritt. Dort beobachtet ihr euren Fahrer beim Gespräch mit seinen Mechanikern, während der Siegerehrung oder auf dem Weg ins Parc fermè. Leider sind bisher nur die Zwischensequenzen vertont, welche euch vor jedem Rennen die Strecke und kulturelle Besonderheiten des Landes vorstellen. In der Boxengasse und auf dem Treppchen herrscht weiterhin Stille und die Animationen der Charaktere wirken noch etwas hölzern.

Dafür sehen die Gesichter der Fahrer ihren prominenten Vorbildern erstaunlich ähnlich und so fühlt ihr euch schnell, als wärt ihr Valentino Rossi höchstpersönlich, wenn ihr an die Startlinie rollt. Möglich wird das Ganze aufgrund neuer 3D-Scanning-Technologie, mit der die Entwickler Gesichtszüge der realen Personen im Spiel nachbilden konnten. Auch Drohnen sind mittlerweile vollends in den Entstehungsprozess involviert, sodass die Rennstrecken bis ins letzte Detail gescannt und für MotoGP nutzbar gemacht werden können. Wer schon einmal den Sachsenring hautnah erlebt hat, wird erstaunt sein, wie nah MotoGP 18 dem ursprünglichen Streckenverlauf kommt – ein großer Schritt in Sachen Realismus.

Vom Kiesbett zum Treppchen

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Kommen wir nun aber zum A und O eines jeden Rennsport-Titels: Dem Fahrgefühl. Hier muss sich MotoGP absolut nicht verstecken. Die Reihe identifiziert sich seit jeher stolz als knallharte Simulation für echte Motorrad-Experten. Daran hat sich auch im neuesten Ableger nichts geändert. Die Fahrphysik verzeiht kaum Fehler und fordert euch vor allem eins ab: Konzentration. Wer mit sämtlichen Fahrhilfen spielt, benötigt im Grunde nicht mehr als den linken Stick zum Neigen der Maschine sowie R2 und L2 zum Beschleunigen bzw. Bremsen. Doch selbst dann ist eine Menge Fingerspitzengefühl gefragt. Auch wenn die Kollisionsabfrage etwas klarer ausfallen könnte, das Gefühl während der Rennen wird mit jedem Platz, den ihr euch nach vorn kämpft, immersiver.

Ihr müsst jede Kurve lesen und entsprechend früh reagieren. Neulinge befördert MotoGP 18 anfangs garantiert das ein oder andere Mal ins Kiesbett. Um die steile Lernkurve etwas zu entschärfen, könnt ihr das Spiel neuerdings mit Tutorials beginnen, in denen ihr stufenweise lernt, euren Feuerstuhl zu kontrollieren – ein bitter notwendiges Feature. Wem das nicht reicht, stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung, um die Schwierigkeit des Spiels zu drosseln. Schwierigkeitsgrade im Stil von leicht-mittel-schwer sucht ihr vergeblich. Stattdessen konfiguriert ihr die Skills eurer Kontrahenten in 1%-Schritten und schafft somit genau die Challenge, die ihr gerade braucht.

Sehen und gesehen werden

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Sowieso liefert euch MotoGP 18 ein mannigfaltiges Arsenal an Stellschrauben, an denen ihr beliebig herumwerkeln könnt. Fahrhilfen, Wetter, KI, Hud-Elemente: Alles unterliegt eurer Kontrolle. Selbst die Bikes könnt ihr nun in 5 Kategorieren so konfigurieren wie es die Situation verlangt. Top-Speed oder Beschleunigung, modulare oder aggressive Bremsen? Sowohl in der neuen Karriere, die euch von den niedrigen Rennklassen bis zur Elite der MotoGP führt, als auch den freien Rennen habt ihr die Wahl, welche Performance ihr eurem Bike abverlangt. Leider war es uns bisher nicht möglich, in den Karrieremodus reinzuschnuppern. Ob es sich dabei um eine packend inszenierte Reise eines aufstrebenden Rennfahrers handelt oder doch nur eine Abfolge sämtlicher Strecken, können wir bis dato nicht sagen.

Habt ihr online einen Fahrer getroffen, der euch so richtig Staub hat schlucken lassen, dann seid ihr ab sofort in der Lage, seinen Skills mithilfe des neuen Spectator Modus nachzueifern. MotoGP zeichnet sich seit vielen Jahren durch seinen kompetitiven Ansatz aus, der euch immer wieder herausfordert, eine bessere Runde zu fahren, schneller zu sein und den Gegner zu verheizen. Dank einer Vielzahl von Kameras rund um die Strecken verfolgt ihr nicht nur eure eigenen Leistungen, sondern auch die der Kontrahenten, um immer besser zu werden und das volle Potenzial aus dem Spiel herauszuholen. Denn erst wenn ihr auch ohne Fahrhilfen gewinnen könnt, seid ihr ein echter MotoGP Profi.

MotoGP 18 erscheint am 07. Juni für PC, PS4 und Xbox One. Eine Version für die Nintendo Switch ist ebenfalls angekündigt.

Passabel

Christian Böttcher

Mit MotoGP 18 bringt Milestone ein Reboot auf die Strecke, das sich ausschließlich technisch von seinen Vorgängern abhebt. Mit dem Upgrade auf die Unreal Engine 4 geht eine deutlich knackigere Grafik einher, die jedoch an vielen Stellen noch etwas Liebe vertragen könnte. Auf der Strecke punktet die Inszenierung mit Immersion sowie messerscharfen Details, Lichtstimmungen und Wettereffekten. Abseits davon enttäuscht der Titel allerdings aufgrund steifer Animationen, fad texturierter Umgebungen und der fehlenden Vertonung. Hochglanz sieht anders aus. Trotzdem bekommen alle Rennsport-Fans, die auf zwei Rädern ihr Glück gefunden haben, ein knallharte Simulation mit enorm vielen Freiheiten. Das Fahrgefühl bleibt erstklassig und um mangelnde Lizenzen müsst ihr euch auch keine Sorgen machen. Wer die Vorgänger geliebt hat, kann mit MotoGP 18 absolut nichts falsch machen. Für 50€ kann man allerdings mehr Neuheiten erwarten.
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