Vorschau: Neues für die PlayStation VR – Von From Software bis zu Ace Combat 7

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PlayStation VR: Wir konnten einige der neuen Titel anspielen

Sony hat gerufen, wir haben mit Freude geantwortet. Bei einem gemütlichen Hands-On durften wir einige der aktuellen und bald erscheinenden Titel für die PlayStation VR ausprobieren.

So langsam kommt Virtual Reality so richtig im allgemeinen Gebrauch an, zumindest im Vergleich zu vor ein paar Jahren. Besonders zu Beginn der VR-Welle waren die meisten Headsets noch nicht ganz ausgereift oder für den Normalverbraucher viel zu teuer. Mit Vertretern wie der Vive, Oculus oder Sonys eigener PlayStation VR wurde die Tür in die virtuellen Spielplätze aber für Entwickler wie auch Nutzer weit aufgestoßen.

Mittlerweile gibt es also massig Möglichkeiten, sich mit Headset und Bewegungscontroller auf völlig verschiedene Weisen auszutoben. In diesem Sinne hat Sony uns eingeladen, in aller Ruhe einige der ganz aktuellen Titel für die PSVR kurz nach oder noch vor Release zu spielen.

Shooter-Action in Kill X…

Den Start des Tages machten wir mit Kill X, einem Horror-Shooter von Entwickler VIVAGAMES aus China. In der verfügbaren Demo konnten wir das etwa 20-minütige Tutorial spielen und uns mit der Steuerung vertraut machen. Kill X macht sich die Bewegungssteuerung der Move-Controller zunutze, versucht aber, sich nicht dadurch einschränken zu lassen. Wir konnten uns zum Beispiel komplett frei bewegen, anstatt per Point-and-Click-Teleport durch die Spielwelt zu ploppen. Ein lobenswerter Ansatz, geht aber auf Kosten der Steuerung.

Kill_X

In den 20 Minuten, in denen wir durch eine verfallene Ruine stapften und lediglich ein paar gegnerische Soldaten erledigten, kam uns die Steuerung durch ihr recht unintuitives Eingabeschema ein paar Mal unangenehm in die Quere. Zu oft mussten wir abrupt stehen bleiben und uns neu orientieren, als dass ein flüssiges Spielerlebnis zustande kam. Auch ein Gefühl von Horror kam angesichts des verfügbaren Materials eher nicht auf, das Abschießen von gesichtslosen Soldaten ließ das Spiel zu seinem Unglück eher generisch wirken. Lieber hätten wir da einen Ausschnitt aus dem richtigen Spielgeschehen gesehen und nur mit Taschenlampe und Pistole ausgerüstet gegen fiese Monster in düsteren Höhlen überlebt. Vor allem, weil unabhängig von Bewegungsschwierigkeiten das Gunplay ziemlich solide war.

…und Blood & Truth

Schon besser gefallen hat uns da Blood & Truth, ein knallharter All-Out-Action-Shooter von Sonys eigenem London Studio. Anders als Kill X zieht Blood&Truth das Tempo ganz schön an und spielt sich, dank reduzierter Steuerung, wunderbar actionreich. Hier wurde auf die Point-and-Click-Bewegung gesetzt, ihr teleportiert euch aber nicht umgehend, sondern bewegt euch nach Tastendruck in Echtzeit zum gewählten Punkt. Von dort aus ballert ihr euch durch Horden von Londoner Gangstern, die allesamt mit sehr schön realistischem Akzent vertont sind. Zwischendurch absolviert ihr kleinere Hindernisse in Minispielen, wie Schlösserknacken oder Fassadenklettern.

Auch cool: Viele Aktionen führt ihr durch tatsächliche Bewegung aus. Magazine nehmt ihr von eurem Gurt an der Brust und steckt sie in die Waffe, größere Waffen holt ihr mit einem beherzten Griff über eure Schulter hervor. Das funktioniert reibungslos und fühlt sich auch noch verdammt cool an. Noch dazu macht das Zielen und Schießen mit der Vielzahl an Waffen mächtig Spaß. In unserer kleinen Session konnten wir schon mit Pistolen, Revolvern, Shotguns und SMGs um uns ballern und jede Waffe brachte ein ganz eigenes Spielgefühl mit sich. Umso besser, dass wir mit jeder Hand jede beliebige Kombination von Waffen führen konnten. Zwei schallgedämpfte Pistolen? Kein Problem. Pistole und abgesägte Schrotflinte? Wenn‘s dir Spaß macht! Zwei Maschinenpistolen? Klar, tob dich aus.

Die gescripteten Actionsequenzen machen auch noch einiges her und geben Blood & Truth ein richtiges Gefühl von einem spielbaren Action-Blockbuster. Den Titel solltet ihr auf jeden Fall im Auge behalten. Noch steht aber kein spezifischer Release für PlayStation VR.

Bedächtige Rätselei in Déraciné

Nach so vielen über den virtuellen Kopf hinweggeflogenen Kugeln beschlossen wir, dass es erst einmal Zeit für ein wenig Entspannung sei. Wie gut, dass auf dem Event auch dafür gesorgt war und zwar mit dem Rätsel-Adventure Déraciné von From Software. In diesem ersten VR-Vorstoß der Souls-Schöpfer schlüpften wir in die Hülle (ha, Souls-Wortspiel!) eines Geistes, der ein Internat heimsucht. Tatsächlich nutzt ihr hier eure Kräfte aber nicht dazu, den Kindern dort das Fürchten zu lehren, viel mehr ist hier das Ziel, eure Existenz den Kindern gegenüber zu beweisen und ihnen in verschiedenen Situationen zu helfen.

Déraciné

In einzelnen Szenarien, in denen ihr nach und nach immer mehr Räume des Gebäudes erkunden könnt, warten Items darauf, gesammelt zu werden und Rätsel, gelöst zu werden. Vieles davon ist übliche, nicht allzu schwierige Adventure-Kost, die Virtual Reality sorgt aber für einige kleinere Kniffe, die ein wenig frischen Wind bringen, z.B. wenn wir selbst tief in einen Baum blicken mussten, um ein Item zu finden.

Hervorzuheben ist noch die fantastische Vertonung. Sowohl die Dialoge als auch die Musik tragen ungemein zur Atmosphäre bei und lassen die Flure des Internats und deren Bewohner schön lebendig wirken. Für die Inszenierung alleine könnte sich Déraciné lohnen, fragt sich nur, ob die recht simplen Rätsel auch Profis beim Spiel halten können.

Beat Saber: Die Rückkehr der Rhythmus-Jedi

Genug ausgeruht, zurück in die Action. Als nächstes auf dem Plan stand ein ordentliches Workout mit Beat Saber vom Indie-Entwickler Hyperbolic Magnetism. Ganz neu ist Beat Saber nicht, schließlich befindet es sich seit Mai 2018 schon auf Steam im Early Access. Jetzt steht es allerdings kurz vorm vollen Release und die äußerst positiven Bewertungen bei Steam lassen Gutes vermuten. Tatsächlich sollte sich diese Vermutung bestätigen, Beat Saber macht riesengroßen Spaß.

Beat_Saber

Im Grunde ist Beat Saber ein einfaches Rhythmusspiel, in dem ihr im Takt zu vorgefertigten Songs bestimmte Eingaben machen müsst. Der Twist: Jeder eurer Move-Controller wird zu einem Lichtschwert und auf euch kommen bunte Würfel zugeflogen, die ihr mit diesen zerschlagen müsst. Je nach Farbe sollt ihr die Würfel mit links oder rechts treffen, manche Würfel sind auch entsprechend markiert, damit ihr sie aus einer bestimmten Richtung zerschneidet. Ein einfaches Konzept, das mit kurzer Eingewöhnungszeit fast wie von allein funktioniert. Vor allem auf höheren Schwierigkeiten fühlt es sich ziemlich gut an, eine flüssige Runde hinzulegen. Der bisher enthaltene Soundtrack besteht durchweg aus Electro und House und sorgt mit seinen treibenden Beats für ein entsprechendes Flowgefühl.

Das Spiel fordert aber auch einiges an Bewegung. Am besten funktioniert es, wenn ihr mit ordentlich ausufernden Armbewegungen herumfuchtelt. Noch dazu lohnt es sich, den Oberkörper mitzubewegen, vor allem weil einige Hindernisse dies voraussetzen. Nach vier Songs waren wir bereits ganz schön angestrengt am schwitzen, aber verdammt, haben wir uns dabei cool gefühlt.

Fragt sich nur noch, wie nachhaltig Beat Saber motivieren kann, ein Track-Editor und geplanter Multiplayer-Modus versprechen aber so einiges.

Ace Combat 7 – Nichts für leichten Schwindel

Den Abschluss des Tages machte ein waschechtes Highlight für die PlayStation VR. Bandai Namco stellten ihren Jet-Fighter-Shooter Ace Combat 7 vor, der exklusiv auf PS4 einen VR-Modus mit sich bringt. Dieser wird zwar nicht die gesamte Kampagne des Spiels beinhalten, aber nach Release konstant weiter mit Inhalt versorgt werden. In unserer Testsession konnten wir die zweite der VR-Missionen spielen, in der wir mitten in einer Luftschlacht von einem umkämpften Hangar aus abheben und diverse gegnerische Jets aus der Luft holen sollten.

Der Beginn der Mission lief erstaunlich intensiv. Noch während wir auf das Rollfeld gurkten, explodierte um uns herum schon die halbe Welt. Flugzeuge stürzten ab, Wracks brannten an den Fahrbahnrändern, Gebäude lagen in Schutt und Asche. Alles in First-Person mit direktem Blick aus dem Cockpit heraus. Dann kam der Abflug.

Ace_Combat_7

Wir waren nur froh, dass wir im Sitzen spielten, denn Ace Combat bietet mit seinen Hochgeschwindigkeits-Dogfights eine Erfahrung, die an körperlicher Intensität kaum zu übertreffen ist. Besonders in der Expertensteuerung kann bei ungeübten Mägen schon mal ein wenig Schwindel einsetzen. Mit dieser habt ihr nämlich komplette Bewegungsfreiheit mit eurem Jet und könnt nach freiem Gusto Barrel Rolls und riskante Manöver rausholen. Abgesehen von dem wahnsinnig intensiven Fluggefühl macht Ace Combat 7 aber auch eine ganze Menge Spaß. Die arcadige Steuerung und die schnellen Luftkämpfe sorgen für reichlich Action in der Luft. Hatten wir uns erst einmal an das Luftballett gewöhnt, wurde die Jagd auf gegnerische Jets nur umso spaßiger.

Trotz eher mäßiger Grafik hat uns die Demo ganz schön überzeugt. Wir markieren uns den Release am 18. Januar auf jeden Fall im Kalender.

Vielversprechend

Joost Rademacher

Es gab eine ganze Menge zu sehen beim VR-Event von Sony. Manche Spiele davon, wie Déraciné und Beat Saber sind zwar schon erschienen oder seit einiger Zeit im Early Access, das machte unsere Spielerfahrung mit den Demos aber nicht weniger spaßig. Im Großen und Ganzen bot sich uns ein gut ausgewogenes Line-Up von Spielen, lediglich Kill X und Déraciné fielen ein wenig zurück, Beat Saber, Blood & Truth und Ace Combat 7 haben uns aber ganz schön beeindruckt und Lust auf mehr gemacht.
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