Vorschau: Nintendo Switch

Nintendo Switch - Docking-Station separat erhältlich

Nintendo Switch: Der graue Konsolen-Hybrid in der Vorschau

Die Veröffentlichung von Nintendos neuester Konsole rückt immer näher, was sich auch an der zunehmenden Anzahl an Präsentationen verspüren lässt, die das Unternehmen für die Fachpresse und im Internet durchführt. Wir konnten uns nun in München selbst ein Bild von der Nintendo Switch machen und auch so manchen Software-Titel der Plattform anspielen. Hat es Nintendo endlich geschafft, aus dem Wii U Sumpf herauszukommen oder wird die Switch doch eine Existenzkrise zwischen Konsole und Handheld fristen?

Das Herz der Switch sind die Joycon

Das Besondere der Nintendo Switch soll die Fähigkeit sein, die Plattform zwischen Heimkonsole und mobiler Version schnell und einfach zu wechseln. Dies geschieht durch ein An- beziehungsweise Abkoppeln an die dafür vorgesehene Docking-Station und das innerhalb weniger Sekunden. So könnt ihr entscheiden, ob die euer Spielerlebnis lieber auf dem heimischen TV-Gerät habt, oder aber auf der mobilen Variante der Switch. Wer nun aufschreit und meint, dass es das schon mit der Nintendo WiiU gab, der irrt. Das Erlebnis auf Switch ist ein Ganz anderes. Zu einem ist die Mobile Einheit das eigentliche Gerät, ihr könnt also auch das Haus verlassen und das Gerät wie einen Handheld nutzen. Zudem ist das Tablet an sich sehr viel schlanker und moderner gestaltet und auch der Bildschirm liefert ein sehr viel besseres Bild. Erstaunlicherweise ist die kompakte Konsole extrem leise, zumindest konnten wir keine auffälligen Geräusche wahrnehmen. Links und rechts am Tablet befinden sich die sogenannten Joycon, also die Controller-Einheiten der Konsole. Auch diese können vom Tablet entfernt und als separate Controller genutzt werden. Dabei erinnert das Ganze an kleinere und modernerer Wii-Remotes, wobei diese Art zu Spielen nur eine von vielen darstellt.

Vorschau, Nintendo Switch

Die Joycon: Klein aber oho!

Ein solcher Vergleich mit den Remotes ist dabei nicht so abwegig, denn so verfügt jeder Joycon über einen gyroskopischen Sensor, der Bewegungen wahrnimmt. Die hervorstechendste Eigenschaft der neuen Controller lässt sich allerdings in einem gänzlich anderen Bereich finden. Dabei sprechen wir speziell von der HD-Rumble-Funktion, die wirklich bemerkenswert umgesetzt wurde und eine haptisch-einzigartige Erfahrung bietet. Dies ließ sich so am besten via einem Mini-Spiel der „1-2 Switch“-Spielesammlung erfahren. Hier simuliert jeder Joycon jeweils eine Holzkiste, in der mehrere Murmeln steckten. Durch das Bewegen des Joycon konnten wir praktische jede einzelne Murmel spüren, wie diese sich im Inneren umherbewegten. Das Ergebnis: Die HD-Rumble-Funktion schaffte es tatsächlich, eine realistisches und kaum zu unterscheidendes Gefühl dieser Box zu vermitteln.

Auch wenn die HD-Rumble-Funktion das wohl überraschendste Feature der Nintendo Switch darstellte, so bleibt hier noch abzuwarten, inwieweit Entwickler diese Funktion zukünftig tatsächlich übernehmen werden. Zwar lassen sich spontan diverse Anwendungsbereiche finden wie beim Abfeuern von Schusswaffen in Ego-Shootern oder dem Fahren von Fahrzeugen über Offroad-Pisten in Rennspielen, allerdings wäre dies nicht das erste interessante Vermarktungsmerkmal einer Nintendo-Plattform, welches nur zum Start ein paar Mal Verwendung findet.

Während die Joycon sehr gut verarbeitet wurden und auch ebenso gut in der Hand liegen, so kommen diese doch mit einem kleinen aber nicht unerheblichen Makel daher. Entfernt man diese von der Konsole und befestigt die Schutzklappen an dessen Enden, so lassen sich dort jeweils zwei Pads finden, die entsprechend mit den beiden Schultertasten verbunden sind. Diese Pads sind allerdings alles andere als gut verarbeitet und liegen sehr lose auf, sodass das haptische Erlebnis beim Drücken nicht sonderlich zufriedenstellend ist. Hier hätte Nintendo deutlich besser hinschauen müssen,  oder zumindest bis zum Release der Konsole noch nachbessern.

Vorschau, Nintendo Switch2_compressed

Die Joycon in der Übersicht

Gute Performance mit Einschränkungen

Präsentiert wurden uns auf der Switch nahezu alle Spiele des Release-Zeitraums der Konsole und so konnten auch diverse Titel besonders überzeugen. Mario Kart 8 Deluxe spielte sich beispielsweise sowohl auf dem Pad als auch dem großen TV-Bildschirm äußerst gut und ebenso wusste das sehr actionreiche und neue Beat’em Up „Arms“  zu überzeugen, welches mit einer bisher ungeahnten Tiefe daherkam und vor allem mit seinem sehr ausgefeilten Art-Design für Aufsehen sorgte.

Vorschau, Nintendo Switch3

Mario Kart 8 und Arms sind als Release-Titel mit dabei

Allerdings waren hier nicht alle Spielerlebnisse zufriedenstellend, was insbesondere bei The Legend of Zelda: Breath of the Wild zum Vorschein kam. Hier konnten wir uns in einer 20-minütigen Demo-Version den Start des Spiels anschauen. Inhaltlich und auch optisch bleibt der Titel weiterhin hochkarätig und bietet durchaus Potential, einer der besten Zelda-Titel aller Zeiten zu werden, allerdings bereiten uns hier gerade Probleme im Performance-Bereich Anlass zu Sorge. So mussten wir des Öfteren stärkere und gut spürbare Einbrüche im Bereich der Bildrate bemängeln. Dies geschah zumeist gerade dann, wenn wir in Außenarealen umherliefen. Dass Bereiche zudem nicht sonderlich mit Objekten und Gegnern überladen daherkamen, bereitet umso mehr Sorgen, bedenkt man was auf uns im späteren Spielverlauf noch warten könnte. Auch hier muss Nintendo noch ordentlich nacharbeiten, denn gerade bei einem Launch-Titel darf so etwas nicht passieren.

Präzise Bewegungssteuerung
Beindruckende und lebensechte Rumblepack-Funktionen
Gamepad-Variationen liegen gut in der Hand
Sehr guter verbauter Bildschirm
Sehr leise Konsole
Hardware-Performance offenbar mit starken Defiziten
Wackelige Schultertasten der Joycon
Vielversprechend

Daniel M.

Wie die Zukunft der Nintendo Switch aussehen wird steht noch in den Sternen, allerdings bleiben auch weiterhin die Befürchtungen bestehen, dass sie dasselbe Schicksal fristen könnte wie die Wii U. Das Spiele-Angebot ist aktuell noch sehr mager, die Hardware-Leistung der Konsole bereitet Sorgen, dass auch viele Third-Parties nicht einsteigen könnten und auch die sehr kleine Speichereinheit von 32 GB ist alles andere als umfangreich und keineswegs zeitgerecht. Allerdings darf man niemals vernachlässigen, dass Nintendo-Spiele fast immer einen Blick wert sind und sowohl im Bereich der inhaltlichen Qualität und des Spielsspaßes ihresgleichen suchen. Ich zumindest habe mir die Switch und Zelda bereits vorbestellt und kann den März kaum noch erwarten!

Maik R.

Nach der eher nüchternen Präsentation der Switch konnte ich mir auf dem Nintendo Event endlich selbst ein Bild der neuen Konsole machen. Mein Erster Eindruck: Sie ist kleiner als ich gedacht habe. Aber kaum hatte ich das Tablet zur Hand genommen und eine Runde Mario Kart 8 gespielt, waren meine Zweifel beseitigt. Der Bildschirm ist super, die Größe passt und die Steuerung mit den angedockten Joycon funktioniert super. Trotzdem wird wohl der Pro-Controller meine am häufig genutzte Steuereinheit werden. Erstaunlicherweise sind auch die Joycon sehr viel handlicher als sie aussehen. Einziges Manko hier sind die schlecht umgesetzten L und R Buttons, die kein befriedigendes Feedback liefern. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass die Nintendo Switch eine Käuferschaft finden wird, denn in Sachen Hardware hat Nintendo ein solides Konzept abgeliefert. Jetzt fehlt es nur noch an passender Software und genau hier sieht es aktuell noch etwas mau aus. Immerhin dürfen wir uns zum Release auf ein neues Zelda freuen, das bisher absolut grandios aussieht. Ich freue mich auf die neue Plattform und stelle mir aktuell nur die eine Frage: Welche Farb-Variante der Switch kommt mir ins Haus?
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