Vorschau: One Piece – Burning Blood

Mit mittlerweile mehr als 730 Episoden gehört One Piece zu der Kategorie Animes, die seit Ewigkeiten laufen, nahezu endlos neue Inhalte bieten können und sich zugleich bei Fans einer konstanten Beliebtheit erfreuen. Um diese immense Anzahl überhaupt greifbar zu machen, gilt es sich vor Augen zu führen, dass für Dragon Ball Z weniger als halb so viele Folgen produziert wurde. Aber nicht nur Manga und Anime erfreuen sich großer Beliebtheit, auch die Videospiel-Serien sind von Erfolg geprägt und nach jüngst diversen Warriors-Ablegern kommt mit One Piece – Burning Blood nun auch wieder ein waschechtes Beat’em Up auf den Markt.

Vorschau One Piece Burning Blood Screenshot 1

Schnell, actiongeladen und wunderschön

In Frankfurt hatten wir bei Bandai Namco die Gelegenheit hinter verschlossenen Türen einen ersten Blick auf die Geschehnisse des neuen Prüglers zu werden. Zugegeben, viele Details wurden uns noch verheimlicht, aber der erste Eindruck konnte sich durchaus sehen lassen. Somit standen uns hier lediglich 21 der bislang 35 angekündigten Charaktere zur Verfügung und zudem durften wir nur den Versus-Modus ausprobieren. Abseits des Anspielens wurde uns ebenfalls ein erster Einblick in die Story Missionen des Titels gewährt, jedoch fiel dieser nur sehr spärlich aus.

Ihr sollt hier diverse wichtige Kapitel von One Piece nachspielen können, wobei diese nur auf Kämpfe beschränkt sein werden. In diesen Story Missionen werden sowohl Kapitel von Luffy, Ace, Whitebeard sowie Blackbeard behandelt, bei denen die einzelnen Kämpfe durch Zwischensequenzen voneinander getrennt sein werden. Auf Quick-Time Events, wie sie im neuen Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4 verwendet werden, hat man allerdings verzichtet, sodass der Spieler hier wohl nur auf normale Kämpfe stoßen wird.

Der Versus-Modus von One Piece – Burning Blood präsentiert sich als 3 vs 3 Team Battle, bei dem der Spieler im Kampf aktiv zwischen den drei im Vorfeld gewählten Charakteren wechseln kann. Als Sieger geht jener hervor, der es schafft alle drei Kämpfer des Kontrahenten zu besiegen, bzw. wer über mehr Lebenspunkte nach Ablauf des Zeitlimits verfügt. Neben den spielbaren Figuren lassen sich des Weiteren auch bis zu drei Supportcharaktere aus dem One Piece Universum wählen, die dem Spieler besondere Boni verleihen. Diese lassen sich auch strategisch einsetzen, da viele Fähigkeiten bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen. Ein Supportcharakter erhöht so beispielsweise den Verteidigungswert, sobald Charaktere des eigenen Teams besiegt worden sind. Ein anderer Charakter, Choppers alte Freundin Dr. Kuleha, kann im Kampf genutzt werden, um Verletzungen einmalig zu heilen und damit Energie wieder herzustellen.

Vorschau One Piece Burning Blood Screenshot 3

Das Gameplay von One Piece – Burning Blood kommt rasant und sehr effektvoll daher. Wie in fast jedem Beat’em Up kommt es aber auch hier wieder auf die Wahl der Charaktere an. Gerade im One Piece Universum spielen die Maße einer Figur eine ganz besondere Rolle, da so manche ein Vielfaches größer sind als beispielsweise unser Held Monkey D. Luffy. Blackbeard und Bartholomew Kuma stellen einige dieser größeren Figuren dar, die sich zudem auch wesentlich träger bewegen als beispielsweise ein Sabo oder ein Sanji. Dies kann natürlich auch immense Auswirkungen auf das Kampfgeschehen und vor allem das Balancing haben.

Die richtige Balance finden

Was uns während des Anspieltermins sehr schnell bewusst wurde, ist, dass das Balancing  zwischen den unterschiedlichen Charakteren nicht allzu gut gelungen ist. Ob dies nun tatsächlich als negativ zu betrachten ist, bleibt abzuwarten, denn dies bietet natürlich auch die Möglichkeit One Piece – Burning Blood näher in Richtung der tatsächlichen Stärken und charakterlichen Eigenheiten der originalen Geschichte zu bewegen. Nehmen wir beispielsweise Sanji der Strohhutpiraten. Er stellt einen agilen und sehr durchschlagskräftigen Charakter dar, der allerdings eine besondere Schwäche aufweist: Wie auch im Anime/Manga hat er sich dazu entschieden, niemals gegen Frauen zu kämpfen. Verfügt das gegnerische Team so beispielsweise nur über weibliche Mitglieder, stellt sich unser Koch als ziemlich nutzlos heraus. Auf der anderen Seite bekommt er dafür aber auch Boni, wenn Frauen im eigenen Team sind.

Vorschau One Piece Burning Blood Screenshot 4

Ein weiteres Beispiel für solche kleinen Gags stellt auch Nami dar, die durch Verwendung einer bestimmten Spezialattacke nur die Hände zusammenlegt und mit einem kecken „Nin!“ so tut als wäre sie ein Ninja. Ob Usopp gegen Perona im finalen Spiel eine komplette Immunität gegen Ihre Teufelsfruchtfähigkeiten besitzen wird, bleibt abzuwarten, jedoch wäre dies nur der logische Schluss und vor allem ein mindestens ebenso glorreiches Feature!

Allerdings stellen diese Schwierigkeiten nur Kleinigkeiten dar, wenn wir über Probleme im Balancing sprechen. Eine größere Gefahr weisen die ultimativen Attacken des Spiels auf. Im Verlauf einer Runde füllt sich langsam ein Meter, welches euch später erlaubt, in einen ultimativen Modus zu wechseln und zum Ende von diesem sogar eine Ougi-Attacke zu verwenden. Während die meisten Charaktere hier einfach nur etwas stärker werden, verwandeln sich andere auch für kurze Zeit in eine erweiterte Form. Luffy wendet seinen vierten Gang an, Franky verwandelt sich in einen Roboter und Drake in einen T-Rex.

Vorschau One Piece Burning Blood Screenshot 5

An sich sind diese Verwandlungen sehr eindrucksvoll und sorgen ebenso für viel Unterhaltung, aber was das Balancing angeht, stellen diese aktuell eine absolute Katastrophe dar. Während normale Charaktere in dieser Phase weiterhin Schaden einstecken und zu Boden geschlagen werden können, ist Luffy kaum empfänglich für Prügel und komplett immun gegen Betäubungen und andere Attacken, die den Spieler zu Boden schicken. Die Gefahr besteht derzeit darin, dass Spieler gerade aus diesen Gründen nur noch Charaktere wie Luffy wählen werden, weil diese einfach über unfaire Vorteile verfügen.

Weitere besondere Eigenschaften, die One Piece – Burning Blood mit sich bringt, sind die speziellen Fähigkeiten von Logia Nutzern im Bereich der Abwehr. Die sogenannte Logia-Guard kann jederzeit, wenn auch nur begrenzt eingesetzt werden, um Angriffen zu entgehen. Gegnerische Kombos sausen so plötzlich durch den eigenen Körper hindurch und verursachen keinen Schaden mehr. Zwar lassen sich diese durch die Anwendung der Fähigkeit Haki ebenfalls durchbrechen, jedoch zeigen sich auch hier wieder zwei Balancing-Probleme auf. Zum einen kann die Logia Guard genutzt werden, um gegnerische Kombos unwirksam zu machen und auf diesem Weg den Spieß direkt umzudrehen. Zum anderen stellt sich uns die Frage, wie Charaktere diese Barriere überwinden sollen, wenn sie über kein Haki verfügen.

Vorschau One Piece Burning Blood Screenshot 6

Witzige Charakterfähigkeiten und Eigenschaften ...
Tolle optische Präsentation
Schnelle und actionreiche Kämpfe
Japanische Synchronisierung
... die für enorme Probleme im Balancing führen könnten
Wenig bekannt zu Umfang und Inszenierung des Story-Modus
Bislang noch zu wenig Inhalt vorgestellt
Vielversprechend

Daniel M.

Nach dem ersten Anspielen von One Piece – Burning Blood sind wir noch nicht sicher wohin dieser Weg führen soll. Optisch wirkt der Titel grandios und die sehr leichte Cell-Shading Optik fällt hier besonders positiv auf. Leider sorgt die spielerische Komponente für Zweifel, ob der Titel wirklich zu bestehen weiß. Damit möchten wir gar nicht mal die Kernfunktionen der Kämpfe ansprechen, die nicht nur rasant und sehr imposant daherkommen, sondern vielmehr das Balancing der unterschiedlichen Charaktere. Diese bieten eine Mischung aus scherzhaften Defiziten und nahezu schon überpowerten Fähigkeiten auf, die sehr schnell dazu führen können, dass man im finalen Spiel nur noch dieselben Begegnungen an Charakteren sehen wird. Ob Spike Chunsoft diese Hürde meistern kann bleibt ebenso wie die Qualität des Story-Modus abzuwarten. Wir sind gespannt ob One Piece – Burning Blood sich zu einem Prügler entwickeln wird der langfristig zu begeistern weiß, oder sich nur zu einem Spiel für zwischendurch avanciert.
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