Vorschau: Persona 5

Die Persona-Serie hat auch heute noch damit zu kämpfen, dass die Marke im Westen unter einem Großteil der Spieler-Gemeinde nur mäßige Bekanntheit genießt. Dies ist insbesondere deshalb schade, da das Franchise seit dem dritten Ableger ohne Zweifel zu den besten japanischen Rollenspielen gehört. So gab es in den letzten Jahren nur wenige Spiele, die an der außergewöhnlichen Qualität herankommen konnten. Mit Persona 5 hat nun allerdings das lange Warten vieler Fans ein Ende und eines können wir jetzt schon verraten: Das Warten hat sich mehr als nur gelohnt!

Hohe Erwartungen und großartige Qualität

Schon die vergangenen Ableger der Serie konnten stets durch eine sehr moderne grafische Inszenierung beeindrucken, die auch in Persona 5 wieder zum Einsatz kommt. Diese basiert aber nicht nur in der Engine selbst, die uns die Anime-Charaktere des Spiels eindrucksvoll präsentiert, vielmehr dreht sich hier alles um die gesamte Inszenierung, die Verwendung von Sprechblasen in Dialogen und aufpoppende Geräusch-Visualisierungen, die von Passanten beim Vorbeigehen mitgehört und vernommen werden können. Auch die Positionierung der Kamera und der enorme Detailgrad spielen hier alle mit hinein, sodass uns nicht nur eine ansprechende Welt, sondern auch ein großes Maß an Authentizität zu unserer modernen Zeit suggeriert wird.

Wie schon in den Vorgängern schlüpfen wir auch in Persona 5 wieder in die Rolle eines Schülers, der neben den Ereignissen der Haupt-Story auch sein normales Leben führt. Entsprechend gilt es hier wieder die Schulbank zu drücken, aber auch gehören unter anderem das Interagieren mit Freunden und der Heimweg, sowie das damit verbundene Navigieren durch die unterschiedlichen Distrikte Tokios, zum Spielgeschehen. Dabei überzeugt insbesondere der große Detailgrad, welcher ein authentisches und stark belebtes Tokio auf den Bildschirm zaubert, sodass selbst einfache Botengänge zu einem kleinen Abenteuer werden können.

Überzeugende Charaktere

Wie wir es von Atlus kennen, dürfen wir uns in Persona 5 über eine solide aufgezogene Story freuen. In unserer kurzen Anspielsession durften wir hier zwei der ersten Partymitglieder kennenlernen, mit denen unser Held befreundet ist und mit denen er zusammen die Persona-üblichen Kämpfe beschreiten kann. Auf der einen Seite haben wir hier Ryuji Sakamoto, einen engen Freund, der offenbar ein etwas heißeres Gemüt mit sich bringt, aber auch mit einer besonderen Treue aufwartet. Mit Ann Takamaki bekommen wir es auf der anderen Seite mit einem willensstarken Mädchen zu tun, die aber zudem auch einige Teenager-Probleme mit sich bringt. Diese Probleme stellen dabei auch einen Kern der Charakter-bezogenen Geschichte dar, sodass wir in sehr persönlichen Gesprächen in die Lage kommen, Ann näher kennenzulernen, ehe sie sich unserer Party anschließt.

Gerade diese Dialoge stellen eine ganz besondere Stärke von Persona 5 dar, denn sie fallen nicht nur durch die sehr gute englische Sprachausgabe auf, auch sind diese inhaltlich toll inszeniert. Beispielsweise finden wir uns so in einem Fastfood-Restaurant wieder und sprechen mit Ann, die uns hier ihr Herz ausschüttet. Dabei fließen Charakter-Animationen, die tolle Leistung der Synchronsprecherin aber auch die glaubwürdigen Dialoge zusammen, sodass uns hier eine äußerst realistische Situation präsentiert wird.

Neben den menschlichen Charakteren dürfen sich Spieler in Persona 5 zudem auf Morgana freuen. Hierbei handelt es sich um eine Katze, die nicht nur in der Lage ist zu sprechen, sondern auch eine vermenschlichte Form annehmen kann. Woher Morgana allerdings kommt ist bislang unklar, jedoch hat sie das Gedächtnis verloren und ist selbst auf der Suche nach Antworten. Positiv ist hier, dass Morgana nicht nur ein niedlicher Sidekick des Spiels ist, sondern auch durch großen Witz und eigene Kampffähigkeiten überzeugen kann. Richtig gehört: Morgana wird, genau wie jedes andere Party-Mitglied, in den Kämpfen des Spiels partizipieren können!

Beschwöre den Persona in dir!

Im Verlauf der Story in Persona 5 können unsere Helden sich verwandeln und zu sogenannten Phantom-Dieben werden. Mit obskuren Masken und Outfits ausgestattet dringen wir so in Dungeons ein, in denen die sogenannten „Shadows“, also Gegner die wir bekämpfen können, auf uns warten. In für die Serie üblichen Kämpfen gilt es gegen diese anzutreten und in rundenbasierter Form mit Nahkampf, Pistolen und Magie diese zu Kleinholz zu verarbeiten. Magie wird dabei durch unsere Personas selbst gewirkt, also mystische Wesen, die in unserem Inneren Leben und bei Bedarf beschworen werden können.

Fans dürfen sich so entsprechend auf die zahlreichen Personas der Serie freuen, die im Verlauf der Geschichte gesammelt, trainiert und fusioniert werden können. Am Ende von Kämpfen gegen die Shadows ist es so hin und wieder möglich, mit dem Gegner zu verhandeln. In einem solchen Fall verwandelt sich der Shadow in einen Persona, welcher uns im Austausch für sein Leben  entweder Geld oder Items anbieten kann. Als weitere Alternative ist es hier sogar möglich, den Gehorsam des Personas einzufordern, sodass wir unseren ehemaligen Feind fortan als neuen Verbündeten einsetzen können.

Großartiges Art-Design
Authentische Charaktere und Dialoge
Detailverliebtes Welt-Design
Zahllose humoristische Momente
Bombastisch

Daniel M.

Dass sich die lange Wartezeit auf den fünften Ableger der Persona-Serie gelohnt hat, wird nun immer deutlicher. Der erste Eindruck fällt dabei nicht nur solide, sondern einfach großartig aus. Dabei ist es Atlus gelungen, eine ausgesprochen hochkarätige Inszenierung auf die Beine zu stellen. Diese beginnt mit dem authentischen Design der Stadt Tokio, geht über die actionreich inszenierten Kämpfe und reicht hin bis zu den glaubwürdigen Charakteren. Wenn die Qualität über das gesamte Spiel hinweg dieses Ausmaß halten kann, dann dürfen wir uns hier nicht nur auf den besten Persona-Ableger freuen, sondern sogar um einen, welcher alle bisherigen Teile weit in den Schatten stellt! Nun gilt es sich nur noch die letzten paar Wochen zu gedulden, bis wir Persona 5 zum Release am 4. April endlich auf der PlayStation 4 und der PlayStation 3 starten können.
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