Vorschau: Resident Evil – Revelations 2 (Episode 1)

Vorschau: Resident Evil - Revelations 2 (Episode 1)Die ganz großen Zeiten des Horror-Genres scheinen vorbei zu sein. Neue IPs entpuppen sich als Enttäuschung, alte Marken haben den nagenden Horror gegen bleihaltige Action eingetauscht  und New-Gen-Grusel ala Silent Hills beziehungsweise P.T. scheint noch in weiter Ferne. Bei Resident Evil – Revelations 2 setzen die Entwickler zwar einmal mehr auf die altbekannte, mittelprächtig effektive Formel, dafür gibt es aber ein für die Serie neues Release-Format. Wir haben die erste Episode für euch (fast durch-) gespielt und verraten euch in unserer Vorschau, wie sich Claire und Co. bislang schlagen.

Ein wenig absurd ist die Situation schon. Während der Vorgänger noch ursprünglich für Nintendos 3DS veröffentlicht und später auf die anderen Konsolen gebracht wurde, erscheint Resident Evil – Revelations 2 nun für alle gängigen Plattformen sogar der PS Vita, aber eben nicht für den 3DS und die Wii U. Wie dem auch sei,  dass Resident Evil – Revelations 2 von Anfang an für den großen Bildschirm entwickelt wurde, hat natürlich auch seine Vorteile, wenn es um die Grafik oder das Gameplay geht. Aber dazu später mehr.Vorschau: Resident Evil - Revelations 2 (Episode 1)

Big Brother mit Zombies

Die Story von Resident Evil – Revelations 2 beginnt ungefähr da, wo der erste Teil aufgehört hat. Einige Zeit nach den Ereignissen auf der Queen Zenobia sind Claire Redfield und Barrys Tochter Moira Burton Gast auf einem abendlichen Bankett der NGO TerraSave, als plötzlich bewaffnete Männer die Veranstaltung stürmen und die beiden Frauen unsanft ins Reich der Träume befördern. Wenig später erwacht Claire in einer heruntergekommenen Zelle in einem noch heruntergekommeneren Gefängnis. An ihrem Handgelenk trägt sie einen seltsamen Armreif und nachdem Moira in der Nachbarzelle ebenfalls befreit ist, werden die beiden unvermittelt von einer eigenartigen Stimme gestört. Diese erklärt den beiden Frauen, dass sie Teil eines Experiments sind, das ihren Überlebenswillen prüft.

Und während sich Claire und Moira durch Untote und Monster einen Fluchtweg von der Gefängnisinsel bahnen, bricht Barry Burton zur Rettung seiner Tochter auf. Gerade auf der Insel angekommen trifft er das mysteriöse Mädchen Natalia Korda, die mit übernatürlichen Kräften „gesegnet“ ist. Gemeinsam machen sich die beiden auf den Weg, um Claire und Moira vor der infektiösen Plage zu erlösen. Wer steckt hinter dem Experiment, welche Ziele verfolgt er und werden die vier den Fängen der Untoten entkommen?Vorschau: Resident Evil - Revelations 2 (Episode 1)

Ausgetretene Pfade

Wer mit der Handlung des Vorgängers nicht vertraut ist, der wird den Einstieg in Resident Evil – Revelations 2 als zu abrupt empfinden. Dafür ist die einleitende Cutscene einfach zu kurz und unvermittelt. Wer jedoch die Story von Teil eins noch bildlich vor Augen hat, der bekommt Action von der ersten Minute an. Es lässt sich jedoch nicht leugnen, dass die Handlung in der ersten Episode von Resident Evil – Revelations 2 ein wenig generisch wirkt und an erzählerischer Tiefe vermissen lässt. Verlassene Insel, Zombies, zwei junge Frauen im Kampf ums Überleben und ein gemeiner Fremder, der sie auf Schritt und Tritt überwacht, das alles haben wir schon mal gesehen. Da war das Setting des ersten Teils, ein treibendes Kreuzfahrtschiff, doch deutlich frischer. Da wir den Klimax der ersten Episode allerdings nicht spielen konnten, dürfte der emotionale Höhepunkt auch noch folgen.

Überhaupt will so recht keine Horror-Stimmung aufkommen. Klar, ein düsterer Gang und eigenartige Geräusche und Klagerufe, gepaart mit plötzlich auftauchenden Gefahren funktionieren auch in Resident Evil  – Revelations 2 noch immer, aber mehr als ein flaues Gefühl in der Magengegend wollte sich bei uns nicht einstellen. Im Hinblick auf ganz frühe Teile der Serie fehlt uns diese leichte Hilflosigkeit, in die uns Kamera, übermächtige Gegner und eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten des Charakters manövriert haben. Heute stellt sich weniger die Frage, ob ich die Zombies überlebe, sondern eher ob die Zombies uns überleben. Dennoch ist Resident Evil – Revelations 2 durchaus atmosphärisch und spannend, aber eben nicht bedrohlich.

Dabei macht Resident Evil – Revelations 2 optisch eigentlich einen schaurigen Eindruck, was in diesem Fall positiv gemeint ist. Sicherlich ließe sich aus den neuen Konsolen noch mehr rausholen, dennoch sind die Charaktermodelle äußerst gelungen und die düsteren Locations schön in Szene gesetzt. An den einen oder anderen Ecken fehlt noch ein wenig der Feinschliff, doch bis zum Release ist ja auch noch ein wenig Zeit. Verglichen mit The Evil Within sieht Resident Evil – Revelations 2 in der Preview-Fassung eine Idee schlechter aus, dafür sind Grafik und Stil in sich stimmiger, was atmosphärisch ein klarer Vorteil ist.Vorschau: Resident Evil - Revelations 2 (Episode 1)

Wähle deine Waffen

Vor allem die unterschiedlichen Charaktere mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten machen das Gameplay  von Resident Evil – Revelations 2 interessant. Zwar kloppen wir uns immer noch durch eine beträchtliche Zahl von Zombies, während wir nur wenig anspruchsvolle Rätsel lösen, dafür dürfen wir dank der völlig unterschiedlichen Protagonisten aber immer den für uns idealen Stil wählen. Während Claire mit dem gewohnten Arsenal an Schusswaffen und Messer zu Werke geht, hat Moira nicht viel mehr als eine Taschenlampe, mit der sie Gegner blenden und auf Distanz halten kann. Diese dürfen dann im Nahkampf mit einem Brecheisen verhauen werden, was überraschend viel Freude bereitet.

Und wo wir schon bei den beiden Protagonistinnen sind, was würde sich in diesem Falle besser anbieten, als ein Koop-Modus. Diesen Gedanken hatte wohl auch Capcom, weshalb wir das Spiel auch gemeinsam mit einem Freund spielen können. Leider funktioniert dieser allerdings nicht online sondern nur auf dem heimischen Sofa. Andererseits ist ein lokaler Multiplayer-Modus in der heutigen Zeit beinahe eine erfrischende Abwechslung. Wer abseits der Kampagne noch nicht genug vom Zombie-Metzeln hat, für den hält Resident Evil – Revelations 2 auch noch den Raid Modus bereit. In Abschnitten erledigen wir hier mit begrenzten Vorräten eine Horde von Zombies, um das eigene Equipment vor der nächsten Runde aufbessern zu können. Zweifelsohne lassen sich alleine in diesen Modus unzählige Stunden investieren, bis die Lust auf Zombie-Blut gestillt ist. Für manch einen Spieler könnte der Raid Mode alleine schon Kaufgrund genug sein, wenn man an frühere Resident Evil-Teile denkt.Vorschau: Resident Evil - Revelations 2 (Episode 1)

Spannende, düstere Atmosphäre,...
Spaßiger Koop-Modus...
Unterschiedliche Charakter-Fähigkeiten
...aber nur wenig gruselig
...ohne Online-Unterstützung
Passabel

Martin W.

Wäre Resident Evil – Revelations 2 ein Nahrungsmittel, es wäre aktuell eine Kartoffel. Grundsolide, du weißt was du bekommst, an manchen Tagen kann es sogar richtig schmackhaft sein. Meist ist es aber doch nur wenig innovativ und neu. Wer Resident Evil-Teile insbesondere den Vorgänger gespielt hat, den werden Story, Charaktere, die unterschiedlichen Modi inklusive des Raid Mode und natürlich das gewohnte Gameplay sich die Lippen lecken lassen. Der Rest von euch kann dank des Episoden-Formats zumindest erstmal einen Probe-Happen nehmen, ohne gleich einen Vollpreistitel schlucken zu müssen. Wir sind gespannt, wie viel sich bis zur fertigen Fassung noch ändern wird.
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