Vorschau: Samurai Showdown

Vorschau: Samurai Showdown-Haohmaru

Samurai Shodown: Endlich ein Reboot für die großen Konsolen

Samurai waren eigentlich schon immer eine recht dufte Angelegenheit: Beeindruckende Schwerter, beispiellose Körperkontrolle, und schnittige Aufzüge zeichneten die großen Brüder der eher verschwiegenen Ninjas seit jeher aus. Ab und an wird den Kriegern die durchaus verdiente Aufmerksamkeit gewidmet, aber so ganz scheinen die Samurai noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen zu sein.

Zu Zeiten des Neo Geo wehte da schon ein ganz anderes Lüftchen. Samurai Shodown war in aller Munde und galt als eine der großen Beat em’ Up-Reihen der Neunziger. Große Sprites, knackig schwere Kämpfe und Fokus auf mächtige Angriffe, nicht etwa Spezialtechniken, zeichnete SNK’s Spiele aus. Fünf Nachfolger und diverse Konsolengenerationen später, schickt man die Prügelreihe im neuen Gewand auf die PlayStation 4, Xbox One und Switch. Wir hatten die Chance, in London einen ersten Blick auf das Reboot des beliebten Prüglers zu werfen und verraten euch unseren Ersteindruck nach ein paar Kämpfen im neuen Stil.

Des Samurais neue Kleider

Genau das dürfte nämlich als erstes ins Auge fallen: Der neue Stil. Samurai Shodown verabschiedet sich von den ikonisch großen Sprites und der zweiten Dimension. Jetzt präsentiert man sich mit schicken 3D-Modellen in einer Art Cel-Shading-Look. Wie Producer Yasuyuki Oda uns verriet, wollte man das Gefühl eines alten, japanischen Gemäldes auf den Bildschirm bringen. Letzteres ist seinem Team durchaus gelungen, auch wenn man sie nicht explizit sieht, kann man die unzähligen Pinselstriche hier und da erahnen. Allerdings muss man im selben Atemzug fairerweise erwähnen, dass hier kein absolutes Neuland betreten wird. Ein ähnlicher Grafikstil legte Genrekonkurrent Street Fighter bereits 2008 vor, nur viel comichafter. Samurai Shodown wirkt um einiges geerdeter, gleichzeitig aber auch nicht spaßbefreit oder dröge.

True to the Roots

Vorschau: Samurai Showdown-Effektgewitter

Stylish aber nicht übertrieben

Als oberstes Ziel des Reboots wurde erklärt, das Vermächtnis der ursprünglichen Spiele zu wahren, aber gleichzeitig aus den letzten zwanzig Jahren Beat em’ Up Geschichte zu lernen, sich also Veränderungen nicht trotzig in den Weg zu stellen. Das zeigt sich direkt in der Kämpferauswahl des neuen Samurai Shodowns. Das Roster besteht aus liebgewonnenen Gesichtern der gesamten Reihe. Allerdings lassen sich neben den Veteranen auch komplette Neuzugänge finden, was frischen Wind in das Spiel bringen dürfte. Insgesamt sollen im fertigen Spiel 16 Kämpfer spielbar sein. Eine Aufstockung dieser Truppe durch DLC-Charaktere nach Release wollte man bei SNK allerdings ebenfalls nicht ausschließen.

Alles Nichts oder?!

Vorschau: Samurai Showdown-Exekution

Es geht blutig zur Sache

Das eigentliche Kampfsystem von Samurai Shodown ist auf hohen Schaden fixiert. Das heißt, ihr beschäftigt euren Widersacher nicht permanent mit vielen kleinen Schlägen und Tritten, sondern wartet auf die Lücke und schlagt einmal mit voller Kraft zu. Durch diesen Ansatz sollen die Kämpfe nur so vor Anspannung strotzen. Denn ist der Lebensbalken erst einmal auf einen bestimmten Punkt reduziert, könnte jeder Treffer des Gegners zu eurem digitalen Ableben führen. Ausweichen und vor allem intelligentes Blocken und Kontern ist also angesagt.

Zusätzlich füllt sich eure Wut-Anzeige für jeden Angriff, den ihr einsteckt. Je höher diese Anzeige ausschlägt, desto mehr Schaden bereiten eure Angriffe wiederum. Dieses “High Risk and Reward“-Gefühl erstreckt sich über das gesamte Kampfsystem. So lässt sich die genannte Wutanzeige nämlich per Knopfdruck für den Rest des gesamten Matches opfern, um eine Zeit lang noch stärkere Angriffe zu entfachen und dem Gegner mit einem Special Move nahezu die Hälfte seines Lebensbalkens zu rauben. Blockt dieser euren Angriff wiederum, steht ihr von nun an ohne Wut-Anzeige da und müsst euch eingestehen, dass die ganze Situation wohl eher blöd gelaufen ist.

Vorschau: Samurai Showdown-Nakoruru

Ein klassischer Kämpfertypus

Ähnliches gilt für euren Super Special Move, den ihr jederzeit ohne vorheriges Aufladen einsetzen könnt, aber dafür pro Match nur einen einzigen Versuch habt. Geht euer Angriff also ins Leere, ist er für den Rest des Matches futsch, sein Einsatz sollte daher wohl überlegt sein. Diese vielen “Alles oder Nichts-Manöver“ verschafften dem Spiel zumindest bei unserer Anspielsession eine überraschende Tiefe.

Kämpfen wie man will

 

Vorschau: Samurai Showdown-Schiff

16 Kämpfer in etlichen Arenen

Dazu kommt außerdem die schöne Bandbreite der Kampfstile, welche in Samurai Shodown vertreten ist. Während Allrounder Haohmaru klassisch, wie es sich für einen Samurai gehört, mit dem Schwert kämpft, kann die agile Nakoruru ihren Adler auf den gegnerischen Samurai hetzen. Nicht zu verachten ist allerdings auch der massige Earthquake, welcher als Charakter ungelogen fast die Hälfte des Bildschirms einzunehmen vermag. Für ausreichend Abwechslung ist also gesorgt. Weiter wurde uns übrigens von Oda-san versichert, dass die Movesets aller lieb gewonnen Samurai nahezu unberührt bleiben und sich auf Detailverbesserungen und Anpassungen beschränken. Alte Serienhasen dürfte das sicher freuen.

Vielversprechend

Jonas D.

Nach einigen Runden Samurai Shodown festigte sich bei uns ein durchweg positiver Ersteindruck. Klar, an einigen Ecken, wie etwa den manchmal etwas klobigen Hintergründen der Stages, lässt sich noch schleifen, aber die wichtigen Schrauben eines Prügelspiels wurden fachgerecht eingedreht. Abwechslungsreiche Charaktere gehen hier Hand in Hand mit einem spannenden Kampfsystem, welches leicht zu verstehen, aber sicher schwer zu meistern ist. Sollte die finale Version das abliefern, was die Vorab-Variante verspricht, dürfen sich echte Beat em’ Up-Fans den Release von Samurai Shodown bedenkenlos in ihrem Kalender einkringeln.
Vorschau: Days Gone Judgment: Sherlock Holmes trifft auf Tokio - Preview
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