Vorschau: Sea of Thieves

Lesezeit: 6 min

Setzt die Segel und macht euch bereit zum Entern. Wir sind zusammen mit anderen Seeräubern in See gestochen und haben für ausprobiert, was das neue Open-World Spiel “Sea of Thieves” von Microsoft für euch zu bieten hat.

Am 31. Januar 2018 endet der Closed-Beta-Test von Microsofts bzw. Rares neuem Piraten-Abenteuer. Sieben Tage lang hatten Gamer aus der ganzen Welt die Chance, das im März erscheinende Spiel “Sea of Thieves” zu anzutesten. Wir haben uns für euch an die Xbox gesetzt und fassen zusammen, was ihr von dem neuen Spiel erwarten könnt.

Banditen, Freibeuter, Piraten und Halunken 

Zum Anfang des Spieles könnt ihr euch entscheiden, ob ihr das Spiel alleine spielen wollt oder im Multiplayer. Euch stehen zwei Multiplayer-Modi zur Verfügung. Ihr könnt entweder eine große Mannschaft auswählen, die auf einem waschechten Großsegler unterwegs sein wird, oder im anderen Modus eine kleinere Mannschaft mit entsprechend kleinerem Schiff. Das Prinzip bleibt hierbei das gleiche: Ihr verbündet euch mit fremden Spielern oder mit euren Freunden zu einer Crew und bereist gemeinsam die Weltmeere. Wenn ihr euch entschieden habt, wie ihr spielen wollt, geht es auch direkt los – Keine Einführung in die Story und keine aufgezwungenen Dialoge oder Prologe. Auch die Ladezeiten sind für aufgeregte Erstspieler auszuhalten. Das Spiel an sich kommt jedoch ohne großartige Ladezeiten aus – das gilt für Quests wie für die vielen Inseln.
Sea-of-Thieves-Start

Wie es sich für wahre Piraten gehört, haltet ihr euch in der allerersten Szene des Spiels in einer Taverne auf. In einer Taverne trinkt man bekanntlich Alkohol. Natürlich genehmigt sich auch euer Spielcharakter einen ordentlichen Krug Grog. Dieser Krug bietet euch die erste witzige Spielaktion. Die Charaktere können nämlich betrunken werden. So setzt nach nur wenigen Schlucken ein “Tunnelblick” ein und so richtig geradeaus gehen könnt ihr dann auch nicht mehr. Wenn ihr es dann trotz Schwips aus der Taverne geschafft habt, befindet ihr euch auf einer Insel, an der an einem Holzsteg euer Segelschiff festgemacht ist.

Klar machen zum Entern

Unser erster Eindruck war sehr positiv. Ihr spielt im Ego-Modus und habt direkt eine Reihe an Handlungs- und Reaktionsmöglichkeiten zur Auswahl. Das Spiel wirkt fröhlich und bunt. Mit viele Liebe zum Detail wurden Piraten, Pflanzen und vor allem das Wasser in einem Comic-Stil animiert. Hierbei sticht vor allem die Animation des Wassers heraus. In vielen Spielen wirkt das Wasser sehr statisch, doch Sea of Thieves kann durch tolle Sturm- und Wellenanimationen überzeugen. Besonders schön anzusehen ist das Wasser nachts im Mondschein. Alles in Allem wirkt die Grafik sehr rund und sauber. Neben den Tageszeiten wechseln auch die Wetterbedingungen. Wer sich also aufs Schiff begeben hat, sollte es nicht unbedingt in ein Unwetter navigieren. Bei Sonnenschein spielt es sich schließlich viel schöner, und auch die Gefahr, zwischendurch abzusaufen, wird dann auf ein Minimum reduziert. 

Während des Spiele Tests, hatten wir keine größeren Probleme mit dem Login oder mit Bugs. Das Spiel lief flüssig und Lag trat wenig bis gar nicht auf. Aufgrund eigener Dummheit manövrierten wir unseren Charakter zwischen eine Mauer und einen Wachturm, dort buggten wir uns fest. Aus dieser Endlosschleife kamen wir leider auch ohne Neustart nicht mehr raus. Dem Spiel tat dies jedoch keinen Abbruch, da die Stelle von vornherein nicht zum Betreten gedacht war. Um solche Fehler auszumerzen, gibt es schließlich Beta-Tests.

Erst einen hinter die Augenklappe kippen und dann ab aufs Schiff

erste Mal auf dem Schiff wird klar: Teamwork ist gefragt. Schon allein um den Anker aus den Tiefen des Meeres zu ziehen, braucht man Hilfe von seinen Kollegen. Auch Segel setzen und hissen ist alleine nicht so einfach wie im Team. Neben den Segeln muss natürlich auch noch jemand das Steuer übernehmen. Um die Navigation zu vereinfachen, befindet sich oben auf dem Segelmast ein Ausguck.

In dem Schiff findet ihr allerhand Material, was ihr zum Entern, Schießen und Reparieren braucht. Während einer wilden Schlacht mit einer verfeindeten Besatzung kann euer Schiff getroffen werden. Hierbei reißen gegnerische Kugeln dicke Löcher in euren Schiffsrumpf, die euer Schiff sinken lassen können. Zunächst müsst ihr das Leck im Rumpf mit Planken wieder verschließen und danach noch das ins Schiff gelaufene Wasser abschöpfen, um nicht direkt Schiffbruch zu erleiden. Diese Materialien sind in Hülle vorhanden und sollten bei jedem Inselbesuch neu eingesammelt werden, um nicht in die Bredouille zu geraten. Diesem Zweck dienen auf den Inseln Holzfässer, welche die gebrauchten Materialien beinhalten. Wir testeten das Spiel auf einem Großsegler und hatten somit auch einen Haufen Kanonen an Deck, die nur darauf warteten, von uns geladen und abgefeuert zu werden.

Unter Deck befindet sich zu Navigationszwecken eine Map. Die lässt aufgrund der Größe vermuten, wie viel umfangreicher das Spiel noch werden könnte. Während des Spiels gibt es leider keine automatischen Wegpunkte und keinen Radar, lediglich einen Kompass neben dem Steuerrad und in eurem Inventar. Auf der Map wird eure Position dargestellt, entsprechend muss der Kompass korrekt bedient werden. Wer in seiner Position unachtsam ist, kann die gesamte Crew in Gefahr bringen. Überall lauert die Gefahr, auf Grund zu laufen, in einen starken Sturm zu geraten oder sich plötzlich neben einem feindlichen Schiff wiederzufinden.

Piraterie humorvoll und irgendwie niedlich

Der Humor kommt in Sea of Thieves auf jeden Fall nicht zu kurz. Je nach Situation und je nachdem, was ihr in der Hand haltet, habt ihr unterschiedliche Möglichkeiten, Aktionen auszuwählen. Wer nicht mit Headset spielt, kommuniziert stattdessen ganz einfach über Gesten. Auch Bewegungsaktionen stehen euch als Reaktionen zur Verfügung. Ihr könnt winken, tanzen und musizieren.

Wer zu unmusikalisch ist, kann auch der eigenen Sea of Thieves Musik zuhören, die genauso treffend daherkommt wie der grafische Stil. Durch das akustische und grafische Piraten-Gesamtpaket konnten wir richtig mitgerissen werden. 

Fest steht, dass das Abenteuerspiel sich im Multiplayer als wahre Spaß-Kanone entpuppt. Wer gerne alleine spielt, muss sich aber auch keine Sorgen machen, denn Sea of Thieves bietet auch für Solisten ein speziellen Modus. Die Einzelspieler-Schiffe sind genau darauf ausgelegt, den Karren alleine zu steuern. Steuer, Segel, Karte und Kompass sind in unmittelbarer Nähe, sodass ihr an alles problemlos rankommt.

Den vollen Freibeuter-Spaß erlangt ihr jedoch über den Multiplayer mit Headset. Das Kommunizieren über das Headset ist die optimalste Lösung. Denn wer im Matchmaking spielt, also mit Fremden, hat zwar die Möglichkeit „Ahoi“ oder „Entern wir dieses Schiff“ zu sagen, aber leider kann man hierbei keine klaren Anweisungen geben. Wer das Spiel das erste mal spielt, sollte sich schon ein Headset aufsetzen, um überhaupt zu erfahren, was grade Sache ist oder was überhaupt gemacht werden muss. Das ist nicht immer selbst erklärend.span style=“color: #339966;“>

Arrr, Land in Sicht!

Im Beta-Test war unsere Aufmerksamkeit allein der Schatzsuche gewidmet. Viel mehr steht auch erstmal nicht zur Auswahl. Im fertigen Spiel werden wir zwischen verschiedenen Lagern auswählen können, die entsprechend vielfältige Aufträge bereithalten werden. Dies kann beispielsweise ein Waren- oder Tiertransport sein.

Neben der Map, die sich unter Deck eures Schiffes befindet, habt ihr auch noch einen Fetzen Papier im Inventar. Dieser zeigt immer nur einen Ausschnitt der großen Karte und leitet euch quasi als Questmenü durch das Spiel. So markiert ein “X”, in welche Richtung ihr die Segel setzen solltet, um den Schatz zu finden. Nun muss man sich merken, welche Form die Insel auf der kleinen Karte hatte, um diese dann auch der großen Map wieder zu finden. Das herauszufinden hat bei uns ein wenig gedauert. Im späteren Spiel sollen die Quests immer umfangreicher und kryptischer werden.

Sobald ihr eure Zielinsel gefunden habt, gibt es mehrere Optionen, zum ersehnten Eiland zu kommen. In jedem Fall müsst ihr euren Segler erstmal nah genug an die Insel heranbringen. Dies erweist sich bei nicht funktionierendem Teamwork als schwierig. Habt ihr es aber geschafft, könnt ihr über die Planke ins Wasser springen und zur Insel schwimmen. Wer sich einmal zu weit vom Schiff entfernt oder bei voller Fahrt über Deck geht, dem ist auch geholfen. Ihr müsst euch einfach umschauen, bis ihr in der unmittelbaren Nähe eine Meerjungfrau entdeckt, die euch sicher zu eurem Schiff zurück bringt.

Um auf die Inseln zu kommen, wählten wir die stilsichere Methode, uns in eine der zahlreichen Kanonen zu begeben und uns zur Insel schießen zu lassen. Seien wir mal ehrlich, das ist wirklich viel cooler als schwimmen. Zusätzlich umgeht man auch die Gefahr, von Haien oder anderen Seeungeheuern gefressen zu werden. Erst mal an Land angekommen, lauern weitere Gefahren auf uns. Beispielsweise könnt ihr immer wieder auf andere Halunken treffen, die euch nicht wirklich friedlich gesonnen sind. Auch untote, bewaffnete Skelette können bei der Schatzsuche stören.

Habt ihr all das hinter euch gelassen, müsst ihr nur noch an der richtigen Stelle graben. Im Laufe des Spieles werden diese Schatzsuchen immer anspruchsvoller und bieten neue Herausforderungen, die vorher überwunden werden müssen. Ebenso können sich Schätze in gesunkenen Wracks verstecken. Nun muss natürlich getaucht werden. Das funktioniert in diesem Spiel auch erstaunlich gut. Der Pirat hat ein unbegrenztes Kontingent an Luft, allerdings solltet ihr trotzdem vorsichtig sein, denn auch im Ozean lauern Gefahren auf euch.

Sea of Thieves erscheint am 20. März 2018 für Xbox One und PC.
Bombastisch

Vvjen

Wer auf Piratenabenteuer in toller Atmosphäre und ansprechender Grafik steht, sollte sich im März auf jeden Fall “Sea of Thieves” kaufen. Das Spiel hat uns auf ganzer Linie überzeugt. Nicht nur optisch glänzt das Spiel, auch der Spaßfaktor kommt bei weitem nicht zu kurz. Mit viele Liebe zum Detail hat Microsoft mit diesem Spiel ein tolles Multiplayer Party Game produziert. Ob zuhause, bei einer Lan-Party, mit Freunden oder mit Fremden, das Spiel überzeugt durch viele Handlungs- und Reaktionsmöglichkeiten. Um in dem Spiel wirklich voranzukommen, ist Teamwork gefragt. Genau das ist es, was das Spiel so attraktiv und witzig gestaltet. Wer lieber allein spielt, wird vermutlich nicht ganz so viel Spaß haben, da das Spiel schon von dem Miteinander lebt. Fraglich ist auch, ob „Sea of Thieves“ auf Dauer begeistern kann und bis zum Release am 20. März genügend Inhalte zur Verfügung stehen werden, um langen Spielspaß zu garantieren. Bis jetzt sind relativ wenig Quests in dem Spiel enthalten. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Spiel entwickelt. Unser erster Eindruck ist auf jeden Fall durchweg positiv.
Vorschau: Yakuza 6: The Song of Life Vorschau: Gravel